25. Juni 2026
RezensionTahir Chaudhry & Tariq Hübsch: Peter Thiel
Palantir, der KI-Gott und das Ende des Menschen
Peter Thiel ist ein US-amerikanischer Tech-Milliardär, Investor und politischer Strippenzieher deutscher Herkunft. Er gilt als einer der einflussreichsten und zugleich umstrittensten Akteure des Silicon Valley, ein Mann, der vor allem für seine paläolibertäre bis rechtskonservative Ideologie sowie sein enormes Netzwerk in Wirtschaft und Politik bekannt ist. In dem vorliegenden Buch untersuchen die beiden Autoren die Person Thiel und seinen Lebenslauf bis zur Gründung von Palantir kritisch. Thiel bezeichnet sich selbst als libertär, wofür auch seine Unterstützung für Privatstädte und seine Bewunderung von Ayn Rand spricht. In jüngster Zeit tritt er auch als Vortragender zum Thema „Antichrist“ auf. Der „Antichrist“, wie ihn Thiel sieht, wirkt aktuell in den westlichen Gesellschaften durch Wokeness, Technologiefeindlichkeit und Migrationsprobleme und sollte daher bekämpft werden. Durch seine Befürwortung des Überwachungsstaats mittels Palantir sehen die Autoren eher Thiel selbst in der Rolle des Antichristen. Thiel war einer der frühesten und wichtigsten Unterstützer von Donald Trump aus der Tech-Branche und gilt als Architekt der Allianz zwischen Silicon-Valley-Größen und der US-Regierung. Er entdeckte den US-Vizepräsidenten J.D. Vance früh, holte ihn in seine Investmentfirma und finanzierte dessen Senatswahlkampf mit 15 Millionen US-Dollar. Thiels Philosophie blickt kritisch auf die klassische Demokratie und setzt stattdessen auf radikalen Kapitalismus sowie das Recht des Stärkeren. Er lehnt den freien Wettbewerb ab und sieht Monopole als das oberste Ziel jedes erfolgreichen Unternehmens. Sein Wahlspruch lautet daher: „Wettbewerb ist für Verlierer.“ Zudem ist er ein bekannter Verfechter des Transhumanismus. Er investiert große Summen in die Altersforschung für das persönliche Ziel, mithilfe von Wissenschaft und Kryoniker-Technologie extreme Langlebigkeit oder biologische Unsterblichkeit zu erreichen.
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