22. April 2026

RezensionAlexander Rahr: Das Goldene Tor von Kiew

Politthriller

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Der Autor Alexander Rahr ist Historiker mit Schwerpunkt Osteuropa und Russland. Gleichzeitig ist er ein Kenner der politischen aktuellen Lage und Vermittler zwischen den Welten des Westens und des Ostens auf der eurasischen Landmasse. Seine überaus fundierten Kenntnisse aus der Vergangenheit und Gegenwart anwendend, behandelt er in diesem sehr spannenden Buch den aktuellen Krieg in der Ukraine in einem Amalgam aus Fakten und Fiktion. Anhand eines roten Fadens, gesponnen aus der russischen Literatur Dostojewskis von seinen „Dämonen“ bis zum „Großinquisitor“, beleuchtet Rahr meinungsstark auch die menschlich-psychologische Seite des Konflikts. Hauptfigur ist ein Berliner Politologe, der ein „Alter Ego“ des Autors sein dürfte. Wir befinden uns in der aktuellen Gegenwart des Konflikts. Er wird von einer zufälligen Bekanntschaft – einem russischen General – in die Verhandlungen über die Zukunft Europas auf höchstem politischen Niveau eingeladen. Fragwürdige Damen aus dem Gebiet der Grenzwissenschaften und Verbindungen zu westlichen Geheimdiensten führen diese Verhandlungen mit nahezu dämonischer Magie. Zwischen den Episoden der Gegenwart springen wir in die Historie Russlands von Zar Iwan dem Schrecklichen bis Präsident Wladimir Putin, wobei auch die besondere Rolle der orthodoxen Kirche in diesem Land erörtert wird. An dieser Stelle spielt der Autor seine profunden Geschichtskenntnisse voll aus. So gewinnt man am Ende beinahe den Eindruck, Alexander Rahr, der nicht nur Historiker, sondern auch Politikwissenschaftler ist, hätte auch ein Sachbuch zu dem Thema schreiben können, mit einer entsprechenden Darlegung seiner Sichtweise. Vielleicht wäre dies aber, wie so manch anderes aktuelles Werk, von einseitigen Mittelstrahlmedien verrissen worden. Verpackt in diesen sehr spannenden Politthriller dürfte es davon gefeit sein. Großartiges „Kopfkino“, bei dem eine Verfilmung im Realen durchaus auch Sinn machen würde.


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