02. November 2020

Kleiner historischer Abriss unserer hochgelobten Regierungsform Eine Herrschaftsform des guten Machtmissbrauchs

Über die Demokratie, die in diesen verseuchten Tagen ständig in Gefahr ist …

von Kurt Kowalsky

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Bildquelle: Sarah2 / Shutterstock.com Demokratie: Als Herrschaftsform des offenen Machtmissbrauchs noch lange nicht tot

Nach Ansicht der schwarzen Gewalttäter aus der CDU war das Ding bereits 1949 in Gefahr, weil die SPD den gesamten Laden angeblich an die Bolschewisten verscherbeln wollte. Die ganzen Nazischergen, die damals im Bundestag saßen, und die Blutrichter, die in der neuen Republik dann nahtlos weiterhin „Recht“ sprachen, brachten die Demokratie natürlich nicht in Gefahr.

1968 änderten CDU und SPD gemeinsam das Grundgesetz und bevollmächtigten sich selbst durch Verfassungsänderung, den Notstand ausrufen zu dürfen und die krampfhaft dem Volk zugestandenen Rechte außer Kraft zu setzen. Da sei natürlich die Demokratie in Gefahr, meinte zumindest ein Großteil der Studenten. Dann wurden die Notstandsgesetze so formuliert, dass nirgendwo mehr das Wort „Notstand“ geschrieben war. Und zuvor hatten sie bereits klammheimlich einfache Notstandsgesetze verabschiedet, die nicht verfassungsändernden Charakter hatten – unter anderem den Vorgänger des Infektionsschutzgesetz. Da war dann die Demokratie nicht mehr in Gefahr.

Als nun 1980 herauskam, dass die sogenannten Volksparteien Millionen an Bestechungsgeldern von der Industrie kassierten, war die Demokratie auch in Gefahr. Daraufhin setzte sich das korrupte Gesindel zusammen, spuckte sich gegenseitig in die Fresse und entschied, dass „eine Beeinflussung politischer Entscheidungen durch die Schmiergeldzahlung“ nicht stattgefunden habe. Bingo! Dann war die Demokratie natürlich nicht mehr in Gefahr.

Als nach der Okkupation der ehemaligen Ostzone (1989) die Leute, die das Volk sein wollten, zu großen Teilen wieder die SED-Nachfolgepartei wählten, war die Demokratie schon wieder in Gefahr. Bis dann das etablierte politische Gesindel feststellte, dass man mit denen gut kooperieren kann, denn die wollen ja auch nur die Menschen regieren, also registrieren, bevormunden, ausnutzen, entehren und bei geeigneter Gelegenheit auch deportieren. Da war die Demokratie natürlich nicht mehr in Gefahr.

Als 2011 öffentlich wurde, dass es einen Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) gab und diese Typen über Jahre hinweg Geschäftsleute mit Migrationshintergrund ermordeten, war die Demokratie in Gefahr. Als sich dann herausstellte, dass die verschiedenen Verfassungsschutzämter zumindest im Verdacht stehen, dieses Treiben mitfinanziert zu haben, es eventuell auch durch einzelne Beamte aktiv unterstützten, sperrte der Verfassungsschutz die entsprechenden Akten für 120 Jahre. Bingo! Nun war die Demokratie nicht mehr in Gefahr.

Im Schicksalsjahr 2017 wählte nun eine winzige Handvoll Leute die AFD, sodass diese die drittstärkste Partei im Bundestag wurde. Und zack, war die Demokratie in Gefahr. Nachdem sich nun aber das übrige Gesindel einhellig dazu bekannt hatte, nicht mit den Schmuddelkindern zu spielen, ist die Demokratie natürlich nicht mehr in Gefahr.

Nach Ausbruch der Infektionsschutzgesetzseuche – seine Ursprünge basieren auf eben diesen Notstandsgesetzen von 1953 und 1961 – waren sich fast alle darüber im Klaren, dass jetzt die Demokratie in Gefahr sei, wenn man sie nicht sofort außer Kraft setze. Denn was nutzt der schönste Wille zum Bevormunden, Belügen, Entwürdigen, Entehren, Narren und Richten, sind die Untertanten weggestorben wie die Eintagsfliegen? Die Lage war derart bedrohlich, dass zum Auftakt im zwangsweise finanzierten Rundfunk Bill Gates eine Ansprache halten musste. Wer sich noch an Windows 95 erinnerte, hatte danach verstanden, dass die globale Katastrophe unmittelbar bevorstand.

Alles nicht sehr verwunderlich. Doch jetzt hört man sogenannten Libertäre sagen, dass die Demokratie in Gefahr sei. Dass die Parlamente umgangen würden und so weiter. Ob sich die Herrschaften in den Parlamenten gegenseitig in die verlogene Fresse spucken, wie das sonst üblich ist, oder die durch diese Hackfressen legitimierten Regierungen gleich per Verordnung die Menschen bedrohen, macht im Ergebnis kein Unterschied. Die Demokratie ist dadurch nicht gefährdet. Das ist nämlich die Demokratie. Eine Herrschaftsform des offenen Machtmissbrauchs. Während in andere Herrschaftsformen ein Einzelner, eine Familie, ein paar Pfaffen oder ein paar Generäle die Armee, Polizei, Justiz und Presse befehlen, können sich im Demokratismus die Perversen ganz nach oben wählen lassen, um dann Armee, Polizei, Justiz und Presse zu befehlen. Die Unterschiede sind marginal. Immer dann, wenn man einer bestimmten Sorte von Menschen die Möglichkeit gibt, andere Menschen zu beherrschen, werden sie diese Chance zum Schaden der Beherrschten nutzen.

Doch machen Sie sich keine Illusionen, liebe Leserinnen, Männer und Geschlechtslose – gäbe es eine gesellschaftliche Übereinkunft, dass das Volk an allen Entscheidungen durch sogenannte Volksabstimmungen direkt beteiligt wäre, würde sich der infektiöse Zustand nicht ändern. Ein Foto eines Sarglagers aus Italien, ein Leichenwagen, der am Pflegeheim vorfährt, ein Pharmalobbist als Arzt verkleidet und die Ankündigung von 40 Millionen Tote in der Schmierenpresse reichen allemal aus, dass Ihnen Ihr lieber Nachbar so lange den Mundschutzlappen auf ihr Gesicht drückt, bis Sie erstickt sind. Denn er möchte doch nur das Gute. Seine Vorfahren haben bereits in eingeübter guter Absicht Deutsche jüdischen Glaubens der Gestapo ausgeliefert. Weil das Gute im Menschen immer dann zum Durchbruch kommt, wenn er sich eins fühlt zum Wohle von Volk und Vaterland.

Verstehen Sie! Das Gute, so wie Frau Dr. Merkel und Herr Söder nur das Gute wollen. Nahezu 300.000 bewaffnete Polizisten stehen bereit, Ihnen auf Befehl von Frau Merkel oder Herrn Söder und anderen Befehlshabern einen guten Mundschutzlappen aufzupressen. Und sollten Sie ersticken, verarmen, in Depressionen verfallen, sich selbst töten oder was auch immer, ist das immer noch besser, als das Gute zu verweigern.

Polizei, mein Freund, dir helf ich, um die gute Demokratie zu retten.


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