08. September 2020

ef 206 Editorial

Die Zombies der politischen Pandemie

von André F. Lichtschlag

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Bildquelle: shutterstock.com Trauriger Anblick: Die Zombies der politischen Pandemie

Seit mehr als sechs Monaten ist unsere Welt, wie wir sie kannten, Corona-verrückt. Im Frühjahr hatten wir alle viele Fragen und fast jeder hielt fast alles für möglich. Eine Million Tote wurden allein für Deutschland vorhergesagt. Wer heute noch an das Pandemie-Märchen glaubt, dem ist nicht mehr zu helfen. In der Realität gibt es in Deutschland, aber auch zum Beispiel in Österreich und der Schweiz, so gut wie keine Kranken auf den Intensivstationen und keine Toten, die Pfleger und Bestatter gehören zum Heer der „Kurzarbeiter“, nur „Infizierte“, die von Krankheit nicht einmal etwas ahnen, werden mit großem Aufwand herbeigemessen. Pandemie, das bedeutete einmal, dass die Leichen der Pestilenz in Stapeln von den Straßen geholt wurden, heute ist es eine irre Erzählung von Politik und Presstituierten, immer aufgeregter wiederholt von morgens bis abends auf allen Kanälen, bar jeder Verhältnismäßigkeit. 

Vieles wirkt nur noch lächerlich, ja: oft skurril. Als wenn es keine anderen Krankheiten mehr gäbe. Gegenstimmen – auch und gerade hoch kompetente aus der Fach-Medizin – wurden zuerst totgeschwiegen. Längst aber wird jeder kleinste Zweifler mit immer nur tiefergehendem Hass und Hetze diffamiert und denunziert. Sie drehen völlig frei. Wer sich etwas Grips und Anstand in all der Hysterie bewahrt hat, schämt sich, wenn er heute die „Nachrichten“ hört, liest oder sieht. Und Politik und Presse hyperventilieren mangels wirklicher massenhafter Virus-Opfer – kennen Sie nur eines? – nur immer noch mehr. Ein Zeichen von Stärke? 

Das Problem ist nicht der grippeähnliche, im Sommer natürlich vorübergehend verschwundene und womöglich auch im Zeitverlauf immer harmloser mutierende Virus, sondern die weit verbreitete Politik- und Mediengläubigkeit der Massen. In Nordrhein-Westfalen mussten Kinder Ende August zwei Wochen lang in teilweise extremer Hitze während des Schulunterrichts Masken tragen. Fünftklässler an neuen Schulen haben ihre Mitschüler nie gesehen. Für den 1. September fiel endlich diese Landesverordnung. Und was passiert: Viele Schulen machen „freiwillig“ weiter. Lehrer treten vor die Klassen: „Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr freiwillig …“ Wenige Kinder nur entziehen sich dem moralischen Druck, kaum je sind es die deutschen … 

„Alltagsmaske“ – welch eine Wortschöpfung! Auf offener Straße laufen Menschen herum wie Zombies. Viele haben das „neue Normal“ verinnerlicht und freuen sich, dass sie jetzt „wichtig sind“ und also mitmachen dürfen bei den ganz großen Zielen. Wenn ihnen morgen die Aktuelle Kamera erzählt, dass der Killervirus nur in Höhe von mehr als einem Meter über dem Boden sein Unwesen treibt, dann krabbeln sie fortan auf allen vieren über die Straße, auch daran kann man sich gewöhnen. 

Links und rechts sind politisch seltsam verrückt. War nicht gerade der Hedonismus ein Erkennungsmerkmal der Kulturmarxisten? Der Aufstand gegen alle Autoritäten? Und nun verzichten diese Linken brav und in höchstem Maße autoritätshörig und -gläubig auf Musik, Ausdruckstanz, Konzerte, Clubs, Perversion und Prostitution? Und die wenigen Ungehorsamen, die nun für individuelle Freiheitsrechte streiten, das sind ausgerechnet solche, die sich „konservativ“ nennen? Was für Zeiten! 

Ist all das ein gigantisches weltweites Sozialexperiment? Ein Intensivseminar in Soziologie und Geschichte? Die Generalprobe? Für was? Nun, die wirtschaftlichen und vor allem geldsystemischen Verwerfungen infolge der Maßnahmen werden gigantisch sein. Da ist es sicher für manche besser, wenn das Reisen und damit auch die Abstimmung der Bürger mit den Füßen systematisch verunmöglicht wurden und die funktionierenden Massen ihre Gefolgsbereitschaft mit der Gesichtswindel zur Schau stellen. Die Widerspenstigen, die „Querdenker“, die ewigen Hitlergruß-, Blauhemd- und Maskenverweigerer, gehören geächtet und bestraft, das findet auch die Kanzlerin sehr hilfreich. 

Und wenn nun also die gigantischen Fehlsteuerungen infolge von immer nur noch mehr Schuld- und Scheingeld bereinigt werden müssen, kämen dann nicht auch gesellschaftliche Spaltungen, kleine und größere internationale Konflikte, sich ausbreitende Rassen- und Klassenunruhen sehr gelegen, um den nötigen Polizeistaat durchzusetzen? Wer wird diesen am Ende befehligen? Die lächerlichen Gestalten von heute? Ganz neue Gesichter? Oder sind diese Mutmaßungen doch zu weit hergeholt und ist all die Hysterie tatsächlich, sind die zunehmenden Spannungen in Wirklichkeit nur Ausdruck eines wachsenden gefühlten Unbehagens der Menschen vor der anstehenden wirtschaftlichen Katastrophe? Ist es am Ende nicht doch die Ökonomie, die einzig zählt und alles erklärt? 

Der Herbst beginnt. Die Tage werden kürzer und kälter. Verehrte Leser, ziehen Sie sich warm an! Mit der vorliegenden Ausgabe wünsche ich Ihnen bei allem Wahn um uns herum ein wenig Lesefreude und Erkenntnisgewinn. Sie wissen ja: kein Fußbreit den neosozialistischen Ausbeutern aller politischen Pandemien. Mehr Freiheit!

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Diesen Artikel finden Sie gedruckt zusammen mit vielen exklusiv nur dort publizierten Beiträgen in der am 12. September erscheinenden Oktober-Ausgabe eigentümlich frei Nr. 206.


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