20. Mai 2026
Politik: Merz und seine To-dos
Warum ein Hund der Anfang sein soll
von Kurt Kowalsky
Warum sich Merz einen Hund anschaffen sollte?
Nachdem die Bundesministerin für Arbeiterinnen und Sozialinnen Bärbel Bas bereits am 1. Mai Front gegen den Kanzler gemacht hat, verkündete sie nun jüngst, dass es keine Zuwanderung in die Sozialsysteme gäbe.
Das ist mir persönlich vollkommen wurscht. Wäre ich Kaiser von Deutschland, wäre Frau Bas in kein Ministerium gewandert. Aber ein paar Millionen der lieben Mitbürgerinnen sind über diese dreiste Behauptung doch sehr empört.
Kanzler Merz könnte Frau Bas einfach entlassen. Ich weiß, das Volk glaubt nicht, dass dieser Kanzler viel kann. Aber Ministerinnen entlassen kann er noch. Das würde auch jeder Schausteller machen, wenn sich die Figuren in der Geisterbahn verselbständigen.
Gute Manager wissen, dass gutes Zureden wenig und Beschwichtigen schon gar nichts hilft. Will man Ruhe und Disziplin in den eigenen Reihen herstellen, schnappt man sich irgendjemand aus nichtigem Anlass und feuert ihn spektakulär. Dann weiß der Rest, wo vorne ist, und es lässt sich viel besser arbeiten.
Löste natürlich rotes Heulen und Zähneknirschen aus, aber ich glaube nicht, dass die anderen Genossen auf ihre Pfründe verzichten wollten. Und wahrscheinlich würde ein Teil der Schmierenpresse erzählen, der Kanzler hätte die Meinungsfreiheit der Bas beschnitten. Aber auf Meinung ist schon lange geschissen, es gilt der eigentümlich zwanglose Zwang des besseren Arguments.
Von all dem wird Merz frei sein. Er glaubt, dass er mit wirtschaftlichem Aufschwung alles richten könnte. Um dann wie Phönix aus der Asche als Wirtschaftskanzler emporzusteigen. Nur leider fehlen ihm die Ideen. Obwohl Hinz und Kunz diesbezüglich vor Ideen nur so sprühen.
Ich konkretisiere das mal. Mal schauen, ob die Begeisterung anhält.
1. Merz sollte sich einen Hund anschaffen.
2. Streichung der Gewerbesteuer.
3. Streichung des Kündigungsschutzgesetzes.
4. Streichung des Mutterschaftsschutzgesetzes.
5. Streichung des Antidiskriminierungsgesetzes (Diskriminierung ist ein Menschenrecht).
6. Streichung der Datenschutzgrundverordnung nebst Nebengesetzen.
7. Einführung einer Friedenspflicht der Tarifparteien.
8. Streichung des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes.
9. Streichung des Verpackungsgesetzes.
10. Reform des Baudenkmalgesetzes.
11. Streichung der Statistikgesetze.
12. Streichung der Nichtraucherschutzgesetze.
13. Reform der Verbraucherschutzgesetze.
14. Privatisierung der Arbeitslosenversicherung.
15. Privatisierung der Bundeswehr.
16. Streichung des Mieterschutzgesetzes.
17. Privatisierung der Zivilgerichtsbarkeit.
18. Abschaffung der unterschiedlichen gesetzlichen Krankenkassen (das ist nur scheinbarer Wettbewerb).
Nun, hat sich wahrscheinlich der einzelne Hinz oder Kunz bereits verflüchtigt. Das ein oder andere liebgewonnene Recht verflüchtigt sich nämlich. Und ich habe noch gar nichts über Ausländer geschrieben oder Weihnachtsmärkte. Fragt sich nur noch, warum sich Merz einen Hund anschaffen solle. Der Hund wäre ihm im Sturme treu, der Mensch nicht mal im Winde.
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Kommentare
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