04. Februar 2026
Gesellschaft: Alte Lumpen!
Eine kritische Betrachtung von Terrorismus, Politik und gesellschaftlichen Veränderungen
von Kurt Kowalsky
Für Hinweise, die zur Aufklärung des Anschlags auf die Stromversorgung im Berliner Südwesten führen, ist eine Belohnung von einer Million Euro ausgelobt. In dieser Höhe ein einmaliger Vorgang, der irgendwie offenbart, dass man keine – in Worten: 0 – Spuren hat, die zu verfolgen aussichtsreich wären.
Ich kann das verstehen. Die paar tausend Verfassungsschutzagenten haben sich wohl in der AfD-Parteihierarchie hochgearbeitet. „Was willst Du mit der braunen Soße? Sprich!“ „Spuren legen! Verstehst Du mich?“
Alles schon mal dagewesen. Damals, beim gescheiterten NPD-Verbotsverfahren, waren wohl mehr Verfassungsschützer in der Partei als Rechtsradikale. Verständlich also, dass die Herrschaften mit den dunklen Sonnenbrillen in den letzten 14 Jahren keine Zeit und kein Personal fanden, die rot-grünen Terror-Zellen zu infiltrieren.
Wahrscheinlich haben die Damen und Herren den Terror gar nicht als solchen erkannt. Selenskyj, der ukrainische Staatsclown, hat ja zum Beispiel auch drei Jahre gebraucht, bis ihm auffiel, dass er von den westlichen Laienschauspielern nur verarscht wurde. Und Pistorius, das ist der Verteidigungsminister mit dem redlichen Anschein, ist beleidigt, weil Trump die 60 deutschen Soldaten, die in 20 Jahren im Afghanistan-Einsatz ums Leben kamen, nicht gewürdigt hat. Die USA hatten über 2.400 Soldaten und Tausende private Hilfskräfte verloren. Über 20.000 US-Soldaten wurden verwundet. Ich bin wohl kein Militärexperte, doch wird das wohl nicht daran gelegen haben, dass die Deutschen in vorderster Front kämpften.
Und natürlich hat in diesem Zusammenhang niemand dieser politischen Gauner erwähnt, dass das 20-jährige Gemetzel völlig nutzlos war. Ist ihnen aber vermutlich überhaupt nicht aufgefallen. Es galt ja, die Freiheit der Welt gegen eine Handvoll Terroristen (allesamt keine Afghanen) zu retten.
Aber die Zeiten ändern sich. 8,23 Milliarden Menschen und unzählige Kühe furzen ihre Treibhausabgase in die Luft. Die Welt steht vor dem sicheren Hitzetod und ruft nach Deutschland. Millionen Kinder waschen ihre Joghurtbecher aus, bevor sie sie in den Müll schmeißen. Und die deutsche Automobilindustrie opfert sich freiwillig auf den Gabentischen der Chinesen.
„Und nun komm, du alter Besen!
Nimm die schlechten Lumpenhüllen!
Bist schon lange Knecht gewesen;
Nun erfülle meinen Willen!
Auf zwei Beinen stehe,
Oben sei ein Kopf…“, hatte Oma noch auswendig lernen müssen, als in den Schulbüchern noch Buchstaben Worte bildeten.
Der Oma sündhaftes Leben (Opa hatte sich einen VW-Käfer geleistet) sollen nun die Enkel im biblischen Höllenfeuer sühnen. Und so verwundert es keineswegs, dass man in diesem Wechselbad der wallenden Hitzen und Wasser die Retter von den Terroristen, die Täter von den Opfern und die Wirkungen mit den Ursachen verwechselt. Die Farben verschwimmen. Was gestern schwarz war, ist grün, was grün wird, braun, was braun ist, rot, nur was blöd ist, wird nicht intelligent.
„O, du Ausgeburt der Hölle!
Soll das ganze Haus ersaufen?
Seh’ ich über jede Schwelle
Doch schon Wasserströme laufen.
Ein verruchter Besen,
Der nicht hören will!
Stock, der du gewesen,
Steh doch wieder still!“
In Goethes Zauberlehrling heißt dann das Zauberwort:
„In die Ecke,
Besen, Besen!
Seid’s gewesen!
Denn als Geister
Ruft euch nur zu seinem Zwecke
Erst hervor der alte Meister.“
Und so wartet die Plebs stets auf einen alten Meister und bekommt wieder und wieder einen alten Lumpen. Seien Sie unregierbar!
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