22. April 2026

RezensionAndré Lecloux: Tiefflieger

Die schönsten intellektuellen Bankrotterklärungen prominenter Deutscher

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„Da kam das Elfmeterschießen. Wir hatten alle die Hosen voll, aber bei mir liefs ganz flüssig.“ Paul Breitner, Fußballästhet (1982). Eines der vielen Zitate aus dem Buch von André Lecloux. Der gelernte Schriftsetzer und studierte Ingenieur arbeitete als Werbeunternehmer, Geschäftsführer bei Gruner und Jahr und zuletzt als Marketingberater. Die Publikation dieses Buches konnte er leider nicht mehr erleben. Er starb wenige Tage vor der Veröffentlichung. Das Buch enthält 137 intellektuelle Fehlleistungen prominenter Deutscher (und einiger Österreicher), die liebevoll ausgesucht wurden. Walter Ulbricht und Erich Mielke sind vertreten, genauso wie Jette Nietzard und Robert Habeck, Ruprecht Polenz und Klaus Schwab. Luisa Neubauer fehlt ebenso wenig wie Annalena Baerbock. Unvergessen die Migräne von Heidi Reichinnek und dass sie die Schulabfragen nicht beantworten konnte, oder auch Dieter Bohlen als Frauenversteher. Die Grünen sind leider, oder zum Glück, überrepräsentiert, was ein Indiz für das Versagen des deutschen Schulsystems darstellt. Auch Unbekannte (für mich zumindest) sind vertreten. Evelyn Burdecki (2019): „Adenauer ist glaub ich ’ne Schule. Bei mir in Düsseldorf heißt eine so.“ Beschämend ist Sarah-Lee Heinrich, Bundessprechende Grüne (2016): „Juden und Asiaten sind keine weißen Menschen und bei Slawen weiß ichs ehrlich gesagt nicht.“ Bei einigen Zitaten konnte ich nicht lachen. Deniz Yücel: „Der baldige Abgang der Deutschen aber ist Völkersterben von seiner schönsten Seite.“ Aufheiternd allerdings der genderfluide Edmund Stoiber: „Ich weiß, was es bedeutet, Mutter von drei kleinen Kindern zu sein.“ Oder Heidi Klum als Reitsportlerin: „Ich bin früher auch viel geritten, aber nicht auf Pferden.“ Das Buch kommt in Hochglanz- und Fotoqualität daher und ist als Geschenk ein Juwel. Alle Fundstellen sind sauber dokumentiert. Unbedingte Kauf- und Verschenkempfehlung! Ach ja, Fredi Bobic (1998): „Man darf jetzt nicht alles so schlecht reden, wie es war.“


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Dossier: ef 261

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Autor

Ronald K. Haffner

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