17. Dezember 2020

RezensionFrank Karsten: Mythos Diskriminierung

Freiheit, Ungleichheit und Vorurteile

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Diskriminierung ist unfair, bedeutet die Benachteiligung bestimmter Personengruppen und führt zu deren Ausgrenzung – so die Behauptung der über die Deutungshoheit gebietenden politisch korrekten Meinungsführer. Der Kampf gegen jede Form von Diskriminierung ist daher für die Anwälte des Egalitarismus, für die feststeht, dass alle Menschen gleich sind, Ehrensache. Doch diskriminieren heißt nicht mehr und nicht weniger als: unterscheiden. Dass ein Leben ohne Diskriminierung unmöglich ist, weist Frank Karsten anhand der Dekonstruktion von 14 sich um dieses Thema rankenden Mythen nach. Wer sich bei der Partnerwahl für Paula und gegen Maria entscheidet und Franz, Uwe und „Divers“ gar nicht erst in Betracht zieht, diskriminiert natürlich. Wer sich für die Pizzeria und gegen die Kebab-Bude entscheidet oder lieber ins Kaffeehaus anstatt auf den Fußballplatz geht, ebenfalls. Ist das verwerflich? Jede Entscheidung für etwas schließt anderes aus – diskriminiert. Manchmal ist eine auf Vorurteilen beruhende Diskriminierung außerordentlich nützlich, weil Entscheidungen in kürzester Zeit und aufgrund mangelhaft vorliegender Informationen getroffen werden müssen. Wer nur mit wohlbekannten Personen innerhalb der eigenen Sippe verkehrt, wird weniger unbeugsam diskriminieren als jemand, der es mit gänzlich Unbekannten zu tun hat. Was ist daran verkehrt? Wenn die Polizei bei der Tätersuche etwa „social“ oder „racial profiling“ betreibt, dann aus gutem Grund, denn es sind eben eher junge Männer und nicht 80-jährige Rentnerinnen, die kriminell werden. Dass in den USA männliche schwarze Gewalttäter gegenüber allen anderen Bevölkerungsgruppen krass überrepräsentiert sind, ist eine Binsenweisheit, die nicht zu nutzen zur Vergeudung knapper Polizeiressourcen führt. Frank Kasten arbeitet das Thema mit viel Humor und Ironie ab und macht dabei vor keinem Tabu halt: „Die beste Medizin gegen soziale Unruhen und Hass zwischen Gruppen ist Vereinigungsfreiheit, nicht Antidiskriminierungsgesetze.“


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