03. September 2020

RezensionRegina Zeppelzauer: Greta-Mania

Jugend im Klima-Wahn

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Kein Mensch vor ihr hat in so kurzer Zeit ein derartiges Maß an internationaler Bekanntheit erlangt wie Greta Thunberg. Dass Politiker und „Medienschaffende“ einem schulschwänzenden Kind, das naturgemäß kaum über profundes Wissen oder Lebenserfahrung verfügt, an den Lippen hängen, als handle es sich um den Messias, ist bemerkenswert. Kein Jugendlicher vor ihr hat es auf die Titelseite des „Time“-Magazins geschafft. Die Buchautorin begibt sich auf die Suche nach den Ursachen für die unerhörte Popularität des schwedischen Teenagers, der es versteht, mit markanten Parolen wie „How dare you?“ und starken Bildern wie „Our house is on fire!“ auf die bislang vermeintlich größte Herausforderung der Menschheit, den Klimawandel, aufmerksam zu machen und drastische Maßnahmen zu dessen Bewältigung zu fordern. Thunberg ist, wie ihre Fans, fest davon überzeugt, das gesamte Menschengeschlecht könne schon in den nächsten Jahrzehnten den Hitzetod sterben. Das Buch enthält eine detaillierte Darstellung von Gretas Aktivitäten – vom Beginn ihres Schulstreiks am 20. August 2018 bis zu ihren professionell organisierten Bahn- und Seereisen und Auftritten anlässlich internationaler Politveranstaltungen in der jüngsten Vergangenheit. Ingmar Retzhog, Gretas „Entdecker“, Promotor und Werbefachmann, stellt fest, dass es „keinen Interessenkonflikt zwischen Klimaschutz und Geldmachen“ gibt. Diese Worte sollte man nicht vergessen, ehe man arglos an die makellose Reinheit und Selbstlosigkeit der von Greta Thunberg verkörperten Fridays-for-Future-Bewegung, respektive die der hinter ihr stehenden Organisationen glaubt. Kritiker werfen dem Teenager undifferenziertes Freund-Feind-Denken und den völligen Mangel an real umsetzbaren Ideen vor, wie dem Klimawandel begegnet werden könnte. Ihre Fans weisen dieses Ansinnen zurück und fordern die Entwicklung von Konzepten von politischen Verantwortungsträgern ein. Die Corona-Krise hat Greta zeitweise aus den Schlagzeilen gedrängt. Vergessen ist sie damit nicht.


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