11. Mai 2020

RezensionThorsten Polleit: Mit Geld zur Weltherrschaft

Warum unser Geld uns in einen dystopischen Weltstaat führt

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Weltherrschaft ist ein aus zahlreichen Romanen und Filmdramen bekannter Begriff, der meist mit allerlei Verschwörungstheorien Hand in Hand geht. Der Ökonom Thorsten Polleit führt in seinem jüngsten Buch den schlüssigen Nachweis dafür, dass es weder einer Verschwörung noch militärischer Interventionen bedarf, um einen weltweiten Herrschaftsanspruch durchzusetzen, sondern lediglich der Verfügungsgewalt über das (Welt-) Geldsystem. In seiner mit einer fundierten Einführung in die Erkenntnistheorie und Ludwig von Mises‘ „Praxeologie“ beginnenden Analyse zeigt er den Istzustand einer Welt im „demokratischen Sozialismus“, die sich mit zunehmender Geschwindigkeit auf eine von einer Weltregierung beherrschte, totalitäre Despotie zubewegt. Wer dieses düstere Bild für übertrieben hält, möge sich den ungeheuren Machtzuwachs vergegenwärtigen, den der politisch-geldindustrielle Komplex in den zurückliegenden Jahrzehnten verbuchen konnte – und den spiegelbildlichen Freiheitsverlust, den jeder Bürger erleiden musste. Der „gläserne“, von einer allmächtigen Bürokratie jederzeit vollständig kontrollierte, überwachte und gelenkte Mensch ist selbst jetzt schon Realität, da noch Reste von Rückzugs- und Fluchtmöglichkeiten für freisinnige Nonkonformisten existieren, die durch offene Grenzen und die Möglichkeit zu anonymen Bargeldzahlungen bedingt sind. Der Autor zeigt die historischen Entwicklungslinien auf, entlang derer sich der demokratische Sozialismus immer weiter ausbreiten und immer mehr Macht über die Menschen erringen konnte. Die monopolisierte Verfügungsgewalt über das Geldwesen war und ist das wirkungsvollste Instrument zur Machtakkumulation und  ausweitung. Die im letzten Teil des Buches erläuterte Möglichkeit zur Umkehr des Weges in den totalitär regierten Weltstaat lässt kaum Raum für Optimismus. Der demokratische Sozialismus hat die Errungenschaften der Aufklärung rückgängig gemacht und die Menschen in die selbstverschuldete Unmündigkeit zurückgezwungen.


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