07. Mai 2020

RezensionRamin Peymani: Weltchaos

Wie sich die Demokratie selbst zerstört

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Das Buch enthält eine Sammlung von Essays, die großenteils Deutschland betreffende Fragen behandeln, die alle um das Thema Freiheit kreisen. Der Autor wendet sich gegen die von den herrschenden Eliten errichteten Doppelstandards, die selbst radikalen Linken jede Verfehlung – selbst schwere Vergehen – großzügig nachsehen, während schon bei kleinen verbalen Entgleisungen eines Rechten die Hölle losbricht und eine neuerliche Nazidiktatur beschworen wird. Die politische Mitte ist verrückt worden – und zwar weit nach links. Heutzutage Standpunkte zu vertreten, die vor 20 Jahren noch von CDU und CSU geteilt wurden, katapultiert einen jetzt ins gesellschaftliche Abseits, führt zur Etikettierung mit allerlei unappetitlichen Attributen und geradewegs in die politische Quarantäne. Mit Rechten sprechen die „Guten“ nicht, sondern nur über sie, wobei vom Meinungshauptstrom heute kaum noch zwischen konservativ, wirtschaftsliberal und rechtsradikal unterschieden wird. Jede Position, die rechts der von einer linken Dressurelite diktierten Haltung liegt, gilt als indiskutabel. Der Verlust an Debattenkultur ist unübersehbar. Es besteht die Gefahr, dass viele rechtschaffene Bürger sich deshalb völlig aus dem politischen Diskurs ausklinken, in die innere Emigration gehen und damit einer weiteren Radikalisierung der das Feld unwidersprochen beherrschenden Linken Vorschub leisten. Die im Zusammenhang mit der angeblichen „Klimakrise“ in Deutschland aufgeführten Veitstänze hätte vor ein paar Jahren noch niemand für möglich gehalten. So wird durch die grob verfehlte Energiewendepolitik, den von den Grünen erbittert gegen die eigenen Schlüsselindustrien geführten Krieg und eine völlig entgleiste, von politischer Korrektheit bestimmte Migrationspolitik die Finanzierungsbasis des Sozialstaats systematisch zerstört. Die Folgen werden nicht ausbleiben. Die Verteilungskämpfe um den rasch kleiner werdenden Kuchen werden an Härte zunehmen. Der Ruf nach dem „starken Mann“ ist nur noch eine Frage der Zeit. 


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