13. September 2019

Vorhersagen von Meinungsforschern und Politikern über die Entwicklung der AfD Güllner, Altmaier und der Zenit der CDU

Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen

von Spoeken Kieker

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Bildquelle: shutterstock Lagen daneben: Vorhersagen über die Entwicklung der AfD

Meinungsforscher waren zur Zeit von Elisabeth Noelle-Neumann vielleicht noch eine Institution. In Zeiten des heraufziehenden Grünen Reiches sind Umfrageergebnisse nur noch Mittel zum Zweck. Ich habe ein paar schöne Zitate von Manfred Güllner vom Forsa-Institut zusammengetragen. SPD-Mitglied Güllner hat in der Vergangenheit die Rot-Grünen immer besser als die Bürgerlichen aussehen lassen. An den Rechten ließ er kein gutes Haar – in der Hoffnung, die Realität werde sich schon an seine Prognosen angleichen. Aber lesen Sie selbst.

Güllner 2013 über die AfD: „Ich sehe kein Wählerpotential.“

Güllner 2015: „Ich glaube, dass die AfD mit sieben oder acht Prozent die Schallmauer erreicht hat. Sie wird keinesfalls zweistellig werden. Das ist absoluter Unfug.“

Güllner 2016 (AfD bei zehn Prozent): „Die AfD hat ihre Schallmauer erreicht. Viel mehr ist nicht drin.“

Güllner 2017: „Die AfD wird sich im Bundestag selbst zerlegen.“

Güllner 2019: „Die AfD schrumpft. Die AfD ist keine Volkspartei.“

Das Ergebnis haben wir bei den Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen mit über 20 Prozent beziehungsweise fast 30 Prozent gesehen. Und jetzt mischt sich einer ein, der viel Ahnung von guten Berliner Speisegaststätten, aber wenig von Wirtschaft und offenbar noch weniger von Prognosen hat: Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Zwischen seinen üppigen Mahlzeiten gibt er gelegentlich Interviews. So gab er in der „Berliner Morgenpost“ die Prognose ab: „Allerdings ist es möglich, dass die AfD mit ihren Wahlerfolgen in Sachsen und Brandenburg den Zenit ihres Wirkens überschritten hat.“

Altmaier sollte sich lieber um seinen eigenen Laden kümmern. Dann würde er feststellen, dass die CDU/CSU ihren Zenit schon lange überschritten hat. Holte die Union bei der Bundestagswahl 2013 noch 41,5 Prozent, so sank der Stimmenanteil bis zur Bundestagswahl 2017 auf 32,9 Prozent. Jüngste Wahlen wie die Europawahl (Union 28,9 Prozent) bestätigen den anhaltenden Abwärtstrend.

Tipp an unseren Wirtschafts-Politiker: Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „Die Kieker (Die Spoekenkiekerei)“.


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