24. Mai 2019

„Studien“ zur Müllproduktion Linksgrüne Zaubertricks mit dem Kaffeebecher

Soooo viel!

von Spoeken Kieker

Artikelbild
Bildquelle: shutterstock 2,8 Milliarden Kaffeebecher: Sooo viel!

Ach, was ist mal wieder für eine Aufregung im linksgrünen Medienkomplex: Der Kaffeebecher bedroht Deutschland – und vom „Umweltbundesamt“ angeblich „errechnete“ 2,8 Milliarden Kaffeebecher überschwemmen alles und jeden. Sooo viel, soll Lieschen-for-Future Müller schaudernd denken, sich ganz doll gruseln und dann die Grünen oder notfalls die SPD wählen.

Dabei weist der propagandistische Zaubertrick die klassischen Elemente der politischen Manipulation auf. So hat das „Umweltbundesamt“ (UBA) selbst überhaupt nichts untersucht, sondern ein externes Institut damit beauftragt, sich mit dem Thema zu befassen. Verlässliches Zahlenmaterial liegt zu dieser spezifischen Abfallart überhaupt nicht vor, es existieren allein Schätzungen auf Basis von Umfragen in der Branche und bei Verbrauchern. Auffallend: Die Studie wird nicht von einer Universität oder einem renommierten Forschungsinstitut erstellt, unter den 15 Autoren findet sich kein einziger Professor und nur ein Promovierter. Denn das UBA gab Steuergelder für diese Untersuchung ausschließlich an Organisationen aus dem links-grün-ökologischen Komplex. „Forschen“ durfte etwa das „Institut und Vereinigung für ökologische Wirtschaftsforschung“. Und das „ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung“, das seine linksgrüne politische Agenda der „Transformation unserer Gesellschaft“ ganz offen benennt: „Unser Anliegen ist es, positive Veränderungen zu bewirken, nachhaltige und fortschrittliche Ideen in Gesellschaft, Industrie und Politik zu tragen, für Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen weltweit zu sensibilisieren und damit einen Beitrag zur Generationsgerechtigkeit und Transformation unserer Gesellschaft zu leisten. Dies kann gelingen, indem wir nicht nur Fragen beantworten, sondern auch Antworten hinterfragen und überdies Hebel zur Umsetzung aufzeigen.“ Mit dabei ist auch die Stiftung „Klimaschutz+“. Zwar ist völlig unklar, was sie forschend beitragen könnte, aber eine Agenda hat sie natürlich auch und „versteht sich als Organisationsplattform für alle Bürgerinnen und Bürger, die sich daran beteiligen wollen, die Wende zu einer dezentralen Energieerzeugung auf der Basis erneuerbarer Energien und bürgerschaftlichen Engagements für Klimaschutz, Gerechtigkeit und Frieden zu fördern“. Also eine Auftragsarbeit, geschrieben von Nutznießern der neuen Energie-Subventions-Kassierer.

Nun, nach einigem Rechnen und Geschiebe haben diese zahlenjonglierenden „Forscher“ endlich die für die SPD-Umweltministerin Svenja Schulze so wichtige Zahl „2,8 Milliarden Becher“ (gleich: 27.767 Tonnen) errechnet. Und das ist dann wie im richtigen Leben: Niemand kann es sich richtig vorstellen, es ist aber soooooo viel. Dabei sind diese Zahlen nur der Spiegel einer funktionierenden Volkswirtschaft, in der einfach riesige Volumina produziert und verbraucht werden. So ist das Leben… So produzieren die 80.000 Grünen-Mitglieder mit ihren Smartphones, wenn sie sie nur zwei Minuten am Tag nutzen, immerhin 3.800 Tonnen Kohlendioxid. Ja, soooo viel! Was aber kann man denn mit 27.767 Tonnen Material anstellen? Nun, die gute Nachricht: 90 Prozent der Becher dürften im regulären Recycling beziehungsweise in der Müllverbrennung landen, wo sie fleißig zur Erzeugung sicheren Stroms beitragen.

Apropos Strom: Fast genauso viel wie der vom UBA skandalisierte Jahresverbrauch aller Menschen in Deutschland an Heißgetränke-Bechern wiegen allein die Betonfundamente von zehn aktuellen Windrädern. Ob irgendjemand weiß, was es bedeutet, 2.889 Tonnen Beton in ein Waldgebiet zu gießen, um ein einziges Windrad aufzustellen? Was der Transport, die Baumaßnahmen und der spätere „Rückbau“ an Landschaft, an Natur, Flora und Fauna zerstören? Rund 22.000 Windräder drehen sich derzeit – weitestgehend sinnlos, da am Markt vorbei – in diesem Land. Konservativ gerechnet stehen sie auf über 50 Millionen Tonnen Beton, eingegossen in unsere Landschaft, für Jahrzehnte. Die Deutschen könnten, um dieses Gewicht mit Einweg-Kaffeebechern zu erreichen, 1.800 Jahre lang Kaffee trinken.

Aber die einfachste Abfallvermeidung wäre es natürlich, es gäbe einfach überhaupt keinen Kaffee mehr, wird sich Umweltministerin Schulze vielleicht gedacht haben. Schließlich musste sie einst die Wiedervereinigung als Mitglied des linksextremen „Sozialistischen Hochschulbundes“ erleben, für den sie sogar im AStA saß. Und vielleicht hat sie ein wenig geweint, als 1989 der bessere, sozialistische, von gutem Bohnenkaffee weitgehend freie Teil Deutschlands verschwand.

Übrigens geistert die Zahl von knapp drei Milliarden Kaffeebechern schon seit 2016 durch die Öffentlichkeit und wurde damals von der Deutschen Umwelthilfe propagiert. Warum die Angaben nicht stimmen können, schrieb ich seinerzeit in einem Artikel (siehe Link).

„Die Kieker (Die Spoekenkiekerei)“: „Coffee to go: Umwelthilfe lügt wie Greenpeace“

Dieser Artikel erschien zuerst auf „Die Kieker (Die Spoekenkiekerei)“.


Artikel bewerten

Artikel teilen

Anzeigen

Kommentare

Die Kommentarfunktion (lesen und schreiben) steht exklusiv Abonnenten der Zeitschrift „eigentümlich frei“ zur Verfügung.

Wenn Sie Abonnent sind und bereits ein Benutzerkonto haben, melden Sie sich bitte an. Wenn Sie noch kein Benutzerkonto haben, nutzen Sie bitte das Registrierungsformular für Abonnenten.

Mit einem ef-Abonnement erhalten Sie zehn Mal im Jahr eine Zeitschrift (print und/oder elektronisch), die anders ist als andere. Dazu können Sie dann auch viele andere exklusive Inhalte lesen und kommentieren.

drucken

Dossier: Umweltschutz

Mehr von Spoeken Kieker

Über Spoeken Kieker

Anzeige

ef-Einkaufspartner

Unterstützen Sie ef-online, indem Sie Ihren Amazon-Einkauf durch einen Klick auf diesen Linkstarten, oder auf ein Angebot in der unteren Box. Das kostet Sie nichts zusätzlich und hilft uns beim weiteren Ausbau des Angebots.

Anzeige