26. April 2019

Stimmenjagd vor der Europawahl Sterben fürs Wählen!

Erst wenn der Arzt den Totenschein ausgestellt hat, erlischt die Stimmberechtigung

von Kurt Kowalsky

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Bildquelle: shutterstock Bis unmittelbar vor dem Tod möglich: Stimmabgabe

Kowalskys Presseagentur meldet:

Nach bisher unbestätigten Berichten der Zentraleuropäischen Kommission für Rindviecher wählen die dümmsten Kälber ihre Schlächter selber. Die Schwierigkeit besteht darin, dass das Vieh zu faul ist, abzustimmen.

Das Ziel, die Wahlbeteiligung vom März 1933 (88,74 Prozent) zu übertreffen, erscheint illusorisch, da die Wahlfälscher der Kommunalwahlen in der DDR von 1989 nicht mehr zur Verfügung stehen. Die letzte Chance sieht der amtliche Wahlkommissar in Brüssel im Instrument der Briefwahl.

Die Verwaltungschefs von psychiatrischen Heilanstalten, Siechenheimen, Beatmungskliniken für Komatöse und pathologischen Instituten werden hiermit darauf hingewiesen, dass wahlberechtigt alle Personen jedweden Geschlechts sind, die noch nicht für tot erklärt wurden.

Zahlreiche Stimmen, so der Vorsitzende der Wahlkommission, würden verschenkt, weil das Krankenhauspersonal wie gelähmt neben den Leichen warten würde, bis der Arzt einträfe, um den Tod festzustellen. „Warten Sie nicht, bis der Arzt kommt! Nutzen Sie diese Chance für Demokratie und Freiheit“, so ein europäischer Appell in 37 Sprachen, „und lassen Sie diesen Menschen noch schnell an der Briefwahl teilnehmen. Führen Sie die Hand des Leblosen. Seien Sie unbesorgt, die Totenstarre tritt erst nach ein bis zwei Stunden ein.“ Erst wenn der Arzt den Totenschein ausgestellt habe, würde die Wahlberechtigung erlöschen.

Der südbadische Zoll in Oberpfullendorf ließ so bei der letzten Europawahl einen im Grenzgebiet an einem Baum hängenden Selbstmörder noch an der Wahl teilnehmen, bevor sich der Arzt durch das Dickicht des Schwarzwalds gekämpft hatte. Die Beamten wurden daraufhin mit dem gesamteuropäischen Friedenspreis für Laien geehrt. Erst danach stellte sich heraus, dass es sich bei dem Selbstmörder um einen nicht wahlberechtigten Schweizer Staatsbürger handelte, den der Schweizer Zoll heimlich nach Deutschland umgehängt hatte.

Die Redaktion veranstaltet in diesem Sinne am Vorabend des Wahltages einen geführten Spaziergang durch den Berliner Grunewald und um die angrenzenden Seen. Besonders in der warmen Jahreszeit schwemmt es da so manchen leblosen Wahlberechtigten ans Ufer. In anderen Ländern sind die Menschen für freie Wahlen gestorben, warum sollte das in Europa nicht auch möglich sein?

Dieser Artikel erschien zuerst auf der Facebook-Seite des Autors.


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