30. März 2019

Glaube an eine universale Kultur Die kulturelle Dominanz des Westens

„Wer bin ich?“

von Holger Finn

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Bildquelle: Everett Historical / Shutterstock.com Rechtfertigung für die Dominanz des Westens: „Last des weißen Mannes“

Das Konzept einer „universalen Kultur“ ist ein typisches Produkt des westlichen Kulturkreises. Im 19. Jahrhundert diente die Idee von der „Last des weißen Mannes“ dazu, die Ausweitung der politischen und ökonomischen Dominanz des Westens auf nichtwestliche Gesellschaften zu rechtfertigen. Im ausgehenden 20. Jahrhundert dient das Konzept einer universalen Kultur dazu, die kulturelle Dominanz des Westens über andere Gesellschaften und die Notwendigkeit der Nachahmung westlicher Praktiken und Institutionen durch andere Gesellschaften zu rechtfertigen.

Universalismus ist die Ideologie des Westens angesichts von Konfrontationen mit nichtwestlichen Kulturen. Wie das bei Randfiguren oder Konvertiten häufig der Fall ist, gehören intellektuelle Migranten in den Westen wie V. S. Naipaul oder Fouad Ajami zu den begeistertsten Verfechtern der Idee von der einen Kultur.

Für sie liefert dieses Konzept eine befriedigende Antwort auf die Frage: „Wer bin ich?“

„Der Nigger des weißen Mannes“, lautet freilich die Erwiderung eines Intellektuellen, der sein nichtwestliches Erbe nicht aufgegeben hat.

Samuel Huntington räsonierte schon über die gewandelte Rolle des alten weißen Mannes, als die alten weißen Männer von heute noch bei den Jusos und der Jungen Union waren.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „Politplatschquatsch“.


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