06. Dezember 2018

Verelendung in Berlin und anderswo Schleichende Bananenrepublikanisierung

Ein bisschen wie Afrika

von Michael Klonovsky

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Bildquelle: shutterstock Im Niedergang: Berlin und Deutschland

Berlin. Obdachlose auf den Straßen, Bettler an jedem Bahnhof, vor jeder Bank oder Sparkasse. In jeder zweiten S-Bahn tauchen Musikanten auf, die sich ihren Lebensunterhalt zusammenklimpern. Überall Schmutz. Sperrmüll auf den Straßen, Hundehaufen sowieso, Kotze auf den Bahnhofstreppen. Taubendreck. Immer aufpassen, wo man hintritt. Nichts anfassen. Viele ärmlich Gekleidete, viele Migranten. Selten mal jemand, der Krawatte trägt. Stattdessen sieht man öfter Ratten auf der Straße, die es nicht besonders eilig haben, sich also heimisch fühlen. (Ich halte mich übrigens fast nur in Mitte auf.) Berlin sei „ein bisschen wie Afrika“, schreibt der Korrespondent der „Neuen Zürcher Zeitung“.

(Großartig dazu Bernd Zeller: „Klimaerwärmung – die letzte Hoffnung für Berlin. Der Anstieg des Meeresspiegels würde mehrere große Städte unter Wasser setzen, für Berlin bedeutet dies die einzige Chance, richtig durchgespült zu werden. ‚Berlin liegt jetzt nicht direkt am Ufer, aber an zwei Flüssen‘, erklärt der Regierende Bürgermeister Müller. ‚Die fließen ins Meer, wir haben eine Studie angefordert, in welches. Jedenfalls können die auch über die Ufer treten und Straßen und Plätze reinigen, ohne dass es zu Auseinandersetzungen zwischen Reinigungskräften und Bewohnern käme‘, so die Hoffnung Müllers. Da der Autoverkehr gänzlich zum Erliegen käme, würden weniger Autos angezündet und weniger Abgase ausgestoßen.“)

Aber es ist nicht nur Berlin. Die Flaschensammler, die greisen Mülldurchwühler, die Obdachlosen, man trifft sie überall. (Die Verelendung der einheimischen Unterschicht ist das große Tabu der Willkommensjunta.) Immer öfter fällt mir auf, dass Rolltreppen nicht fahren, öffentliche Lifte vor Dreck starren und nach Urin stinken. Zugverspätungen sind völlig normal. Neulich wurde gemeldet, dass nur jeder fünfte ICE „voll funktionsfähig“ sei, was ich bestätigen kann. Die Ansage, es stehe „nur ein reduziertes Speisen- und Getränkeangebot“ zur Verfügung, höre ich regelmäßig (ich bin Vielfahrer), gelegentlich fällt die Heizung aus oder fehlen „Zugteile“ (Waggons). Reden wir nicht von den Löchern im Internet und im Mobilfunknetz, sogar beim Telefonat vom Reichstag zum Potsdamer Platz bricht die Verbindung zusammen. Dass die Regierungsmaschine wegen eines mysteriösen Defekts notlanden und die Kanzlerin in einen Linienflug umsteigen muss, um zum G20-Gipfel zu kommen, so etwas gab es weder beim Führer noch in der DDR, und die Zustände in der Bundeswehr oder am Berliner Großflughafen deuten an, dass eine Art Struktur dahinterstecken könnte. Dazu die Berichte vom Bildungsniveauverfall an den Schulen, von täglichen Messerattacken und Massenschlägereien in den Städten, von frei herumlaufenden Kriminellen. Vielleicht handelt es sich um eine Überinterpretation, aber mir kommt es vor, als erlebte ich die schleichende Bananenrepublikanisierung einer einstigen Hochtechnologienation. Es würde mich nicht wundern, wenn dereinst das erste deutsche Flugzeug wegen Wartungsmängeln vom Himmel fällt...

Dieser Artikel erschien zuerst auf „Acta diurna“.


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