23. Oktober 2018

Fake News zur Wahl im südlichsten Bundesland Wie die Bayern wirklich gewählt haben

Das bürgerlich-bayerische Profil der CSU soll geschleift werden

von Spoeken Kieker

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Bildquelle: shutterstock Verzerrte Darstellung in den Mainstreammedien: Bayernwahl

Wer sich auf Staatsfernsehen und Systemmedien beim Betrachten der bayerischen Wahlergebnisse vom 14. Oktober 2018 verlassen hat, ist Opfer gezielter Manipulationen geworden. So hatten Fernsehen und Lügenpresse behauptet, die Grünen seien in den bayerischen Städten führende Partei geworden und die CSU sei der (Haupt‑) Verlierer der Landtagswahl. Die Wirklichkeit sieht anders aus, wie sich beispielhaft an zwei Berichten darstellen lässt.

Selbst einigen Leuten beim Staatsfernsehen ist die Propaganda zu viel geworden. So heißt es beim zwangsgebührenfinanzierten Magazin „Zapp“: „Wer nach den Stichworten ,Grüne Bayern Wahl Großstädte‘ googelt, erhält auch heute noch ganz oben Meldungen, wonach die in Bayern einst als Ökospinner-Partei verlachten Grünen mittlerweile alle Großstädte über 100.000 Einwohner erobert hätten. Diese Meldungen beruhen mutmaßlich auf einer Graphik der Forschungsgruppe Wahlen, die im ZDF zur besten Sendezeit gegen 18:30 Uhr ausgestrahlt – und von vielen Nutzern in den sozialen Netzwerken verteilt wurde. Das Problem: Die Meldung stimmt nicht. Bei der Graphik handelt es sich um eine Prognose, die auf einer ,Umfrage am Wahltag in Bayern unter 21.183 zufällig ausgewählten Wählern in 181 Wahlbezirken‘ beruht, wie Bernhard Kornelius von der Forschungsgruppe Wahlen auf Anfrage von ‚Zapp‘ antwortete. Das reale Ergebnis dagegen sah anders aus, in Wirklichkeit blieb die CSU auch in den Großstädten stärkste Kraft. Außerhalb Münchens konnten die Grünen nur in Würzburg ein Direktmandat holen. Dort und in den anderen Universitätsstädten Erlangen und Regensburg wurde es bei den Gesamtstimmen zumindest etwas enger – ansonsten dominierte die CSU mal mehr, mal weniger deutlich.“ So weit „Zapp“.

Dass Politik-Darsteller wie Armin Laschet (CDU) diese Falschmeldungen auch einen Tag nach der Wahl noch verbreiteten, obwohl längst ein vorläufiges amtliches Endergebnis vorlag, zeigt, dass sich diese Herrschaften inzwischen auch Wahlergebnisse zurechtbiegen, bis sie in den Kram passen. Laschet sagte im ARD-„Morgenmagazin“: „Wir müssen jetzt nach diesem Ergebnis klar erkennen, ein Rechtsruck ist falsch.“ – „Unser eigentlicher Wettbewerber sind jetzt die Grünen. In jeder Stadt über 100.000 Einwohnern liegen die in Bayern vorne. Das Gerede von Rechtsruck muss jetzt aufhören.“ Auch kein Moderator widersprach, was heißt, dass auch die entweder keine Ahnung haben oder sich an den Verfälschungen bewusst beteiligen.

Und die Zeitschrift „Smart Investor Weekly“ fasst das Wahlergebnis insgesamt zusammen: „Die Hauptbotschaften, die nach der Wahl ausgesendet wurden, lauteten in etwa so: Die Grünen sind der große Wahlgewinner, und die CSU ist der große Wahlverlierer. Richtig ist, Hauptgewinner mit einem Zuwachs von 10,2 Prozentpunkten war die AfD, dann folgten die Grünen mit einem Zuwachs von 8,9 Prozentpunkten. Hauptverlierer war die SPD mit einem Minus von 10,9 Prozentpunkten, dann folgte die CSU mit einem Minus von 10,5 Prozentpunkten. Der Stimmenanteil der SPD verringerte sich um atemberaubende 53 Prozent, derjenige der CSU ,nur‘ um 22 Prozent. Die absolute Mehrheit der Stimmen hatte die CSU übrigens bereits bei der Landtagswahl 2008 (43,4 Prozent) verloren und konnte im Jahr 2013 (Stimmenanteil 47,7 Prozent) lediglich die absolute Mehrheit der Mandate zurückerobern. Warum der Mainstream das Narrativ von der schwachen CSU und den starken Grünen dennoch so hingebungsvoll pflegte, dürfte vor allem zwei Gründe haben: Zum einen will man mit Seehofer den einzigen leidlich unbequemen Minister im neosozialistischen Berliner Kuschelkabinett wegmobben. Zum anderen sollten der ach so verknöcherten CSU wohl um jeden Preis die ach so jungen, urbanen und erfolgreichen Grünen als Koalitionspartner angedient werden. Was oberflächlich nach Blutauffrischung und Modernisierung klingt, dient faktisch lediglich dazu, das bürgerlich-bayerische Profil der Christsozialen in einer solchen Koalition bis zur Unkenntlichkeit abzuschleifen.“

Dieser Artikel erschien zuerst auf „Die Kieker (Die Spoekenkiekerei)“.


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