30. Mai 2018

AfD-Demonstration Ein guter Tag für die Demokratie! Wirklich?

Erinnerung an eine Opposition in der DDR

von Vera Lengsfeld

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Bildquelle: hanohiki / Shutterstock.com Anti-AfD-Demo am 27. Mai in Berlin: Wirklich friedlich?

Von der großen AfD-Demonstration in Berlin habe ich fast nichts mitbekommen. Nur dass der Flughafen Tegel mit dem TXL (Bus zum Flughafen) schwer zu erreichen war. An der Haltestelle „Turmstraße“ wurde kein TXL mehr angezeigt. Gerade als ich ein Taxi rufen wollte, kam doch ein Bus, der trotz Anzeige „Alexanderplatz“ in Richtung Flughafen fuhr. Außerplanmäßig, wie der Fahrer mir sagte, denn in der Innenstadt laufe gar nichts mehr.

Später sah ich Fotos vom Spreeufer mit dem endlosen Zug von Demonstranten mit den Fahnen der 1848er-Demokraten. Auf diesen Bildern sind deutlich mehr Menschen zu sehen als die 5.000, die laut Mainstream-Medien nur dabei gewesen sein sollen. Wie man auf angebliche 25.000 „Gegendemonstranten“ kommt, bleibt das Geheimnis derer, die diese Zahl verkünden. Bei der laut Polizei „unübersichtlichen Lage“, in der Hubschrauber eingesetzt werden mussten, um sich einen Überblick zu verschaffen, kann kaum eine verlässliche Zählung stattgefunden haben. Auf der Techno-Party, die politisch korrekte Clubbesitzer am Hauptbahnhof veranstaltet haben, tummelte sich lauter feiergeiles, unpolitisches Volk, wie mir ein Mitreisender, der zufällig hineingeriet, berichtete. Das wurde sicher als „Gegendemonstranten“ mitgezählt.

Wie groß muss die Angst vor dem politischen Konkurrenten eigentlich sein, wenn so manipuliert wird? Die CDU-Generalsekretärin ist offenbar in heller Panik, wenn sie sich so im Ton vergreift und von der AfD als „Rattenfängern“ spricht. Damit wären die AfD-Wähler Ratten und die Sprache der Totalitären, die Menschen zu Ungeziefer erklärten, zurück, diesmal inmitten der Demokraten.

Es soll also 5.000 zu 25.000 gestanden haben. Das wird zu einem großen Sieg der Demokratie erklärt. Alles soll weitgehend „friedlich“ verlaufen sein. Aber es waren 2.000 Polizisten nötig, um „friedliche Gegendemonstranten“ von Blockaden und sonstigen Attacken auf die AfD-Demo abzuhalten. Unter „friedlich“ stelle ich mir etwas anderes vor.

Die Bilder von mit einem Teergemisch attackierten Demonstranten sprechen eine andere Sprache. Eine Sprache des Hasses auf Andersdenkende, der absoluten Intoleranz. Die „Huffington Post“, die nicht im Verdacht steht, ein rechtes Blatt zu sein, berichtet, dass die Heidelberger AfD bei Twitter behauptet, es habe sich bei der Flüssigkeit um ein Öl-Benzin-Gemisch gehandelt. Zwei Opfer hätten berichtet, Unbekannte hätten am Brandenburger Tor versucht, sie anzuzünden. Die Stellungnahme der Polizei auf eine Anfrage der „Huffington Post“ stehe noch aus.

Wer diesen Bericht für übertrieben hält, der sei daran erinnert, dass kürzlich in Thüringen auf einen AfD-Politiker ein Mordanschlag verübt wurde. Am Ende einer Parteiveranstaltung in Zella-Mehlis kam es laut Polizei während der Rückfahrt zu einer Unwucht im Pkw des AfD-Bundestagsabgeordneten Anton Friesen, in dem er selbst, ein Mitarbeiter und ein Dokumentarfilmer saßen. Als Grund nannte die Polizei mehrere lockere Radmuttern an allen vier Rädern. Ob der Anschlag politisch motiviert war, könne man nicht sagen.

Ich kenne das. Ich habe zu DDR-Zeiten etwas ähnliches erlebt. Da geriet unser Trabant mitten auf der Autobahn ins heftige Schlingern. Glücklicherweise saß mein Mann am Steuer, der cool blieb und dem es gelang, das Auto am Randstreifen zum Stehen zu bringen. Wir glaubten an einen Werkstattfehler. Erst nach Stasi-Akten-Öffnung erfuhr ich, dass dies nicht der Fall war, sondern dass auf diese Weise versucht worden war, das Problem, das ich für die Genossen darstellte, zu lösen.

Es gab mehrere Autoanschläge der Stasi auf DDR-Oppositionelle. Der Schriftsteller Jürgen Fuchs saß mit Frau und drei Kindern im Auto, als es wegen lockerer Radmuttern ins Schleudern geriet und sich überschlug. Nur durch ein Wunder kam die Familie unverletzt davon. Der frustrierte Stasi-Offizier, der die Idee zu diesem Unfall hatte, resümierte im Abschlussbericht, der Westberliner IM habe nichts getaugt, denn der Fuchs lebe ja noch.

Als ich das in den Akten las, glaubte ich, solche Zeiten für immer hinter mir gelassen zu haben. Nun dieses Déjà-vu.

Teer über Menschen zu gießen, wie es übrigens der Ku-Klux-Klan tat, ist die Folge der permanenten Hetze von Politik und Medien gegen die AfD und sonstige Andersdenkende. Die permanente Stigmatisierung als „Rechte“, „Rassisten“ oder „Nazis“ verführt schlichtere Gemüter zu solchen Aktionen.

Wer sich von solchen Methoden nicht distanziert, sondern sie entweder schweigend übergeht, mit der Charakterisierung als „friedlicher, bunter Protest“ verniedlicht, wer wie die „Zeit“ behauptet, diesen „Widerstand müssen sie dulden und akzeptieren“, macht sich mitschuldig!

Niemand soll hinterher sagen, er habe nicht gewusst, was sich in Deutschland 2018 vor aller Augen abspielte!

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog der Autorin.


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