16. April 2018

Kontokündigung des Instituts für Staatspolitik Ein Hilferuf!

Wer tritt in die Fußstapfen Voltaires?

von Jörg Seidel

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Bildquelle: silviofranca / Shutterstock.com Viele Bekenner, wenige Nachfolger: Voltaire (1694-1778)

„Mein Herr, ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, dass Sie sie äußern dürfen.“ (Voltaire.) Viele Tausend Menschen haben sich in Hunderten Foren hinter die berühmte Aussage des hochintelligenten Schwerenöters Voltaire gestellt, so als wären sie zu solcher Radikalität jederzeit bereit und warteten nur auf den Ernstfall. Hier wäre einer! Dem Institut für Staatspolitik in Schnellroda wurde – mal wieder – das Konto gekündigt, ohne Begründung, wie Götz Kubitschek in seiner Bekanntgabe schreibt. So wie ich den Mann kenne, gibt es keinen Grund, an seinen Worten zu zweifeln.

Das ist Deutschland 2018, die deutsche Demokratie, von der mir auch die Ungarn immer wieder vorschwärmen. Unliebsame Stimmen werden nicht im Dialog und Streit der Argumente herausgefordert, sondern man attackiert sie physisch – zum Beispiel Buchmesse, Infostände, Büros – oder wirtschaftlich. Wenn gerade jemand seine Existenz aufs Spiel setzt (siehe auch den Fall Paglia), zumindest seine bürgerliche, dann sind es mutige Leute wie Kubitschek, Kositza, Sellner… deren Meinung man nicht teilen muss, um sie zu verteidigen.

Hinter diesen Sabotageakten stecken keine konzertierten Aktionen, keine politische Vorgabe, kein Befehl aus den Hierarchien, darf man hoffen, sondern es ist die Schere im Kopf eines Filialleiters, die Denunziation eines Antifanten, die Angst davor, auf der falschen Seite zu stehen, angezinkt zu werden, die Stimmungsmache der Medien… Vermutlich würden diese Leute alle sofort Voltaires Zumutung unterschreiben.

Daher meine Bitte: Lesen Sie Kubitscheks Artikel, verteilen Sie ihn, senden Sie ihn herum, sprechen Sie mit anderen Menschen darüber, empören Sie sich, denken Sie nach, ob Sie selbst eine Lösung kennen!

„Sezession“: „Trojanisches Pferd und Damoklesschwert“

Dieser Artikel erschien zuerst auf „Seidwalk“.


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