07. November 2026

Im Visier, die Waffenkolumne Kampfhubschrauber gestern und heute

Bewaffnung, Schutz und Einsatzkonzepte im Vergleich

von Andreas Tögel

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Bildquelle: Redaktion Kampfhubschrauber: Von frühen Waffenplattformen zu schwer gepanzerten Spezialisten (KI-generiert)

Bereits um 1485 entwarf Leonardo da Vinci ein Konzept, das als frühe Idee eines Hubschraubers gelten kann: den sogenannten „Luftschrauber“. Der erste funktionstüchtige Hubschrauber, konstruiert von Paul Cornu, flog 1907. Das erste voll steuerbare Gerät konstruierte Heinrich Focke im Jahr 1936 – den Focke-Wulf Fw 61. Als erster moderner Hubschrauber mit Heckrotor gilt der ab 1939 gebaute Vought-Sikorsky VS-300.

Alles, was fliegt, ist als Waffenplattform geeignet. Doch bedingt durch ihre niedrige Einsatzflughöhe und ihre relativ geringe Geschwindigkeit sind Helikopter anfällig für den Beschuss durch Infanteriewaffen. Eine Panzerung ist daher unabdingbar.

Die Bell AH-1 Huey Cobra war der erste speziell für Kampfeinsätze konstruierte Hubschrauber der Welt. Vor ihr gab es bewaffnete Transporthelikopter, aber keinen, der von Grund auf als Waffenplattform entwickelt wurde. Der Erstflug fand am 7. September 1965 statt. Die Indienststellung des Gerätes erfolgte 1967 während des Vietnamkriegs, wo seine ersten Kampfeinsätze erfolgten. Charakterisiert war die Cobra durch einen schlanken Rumpf, eine Tandem-Sitzanordnung mit einem vorne sitzenden Bordschützen und einem überhöht dahinter positionierten Piloten, starke variable Bewaffnung, hohe Geschwindigkeit und Wendigkeit. Sie verfügte über eine partielle Panzerung aus Aluminium und Stahlplatten um die Pilotensitze, eine Panzerung der Seitenwände und Panzerglas im Frontbereich, was für den Schutz gegen 7,62-mm-Infanteriewaffen und Splitter ausreichte.

Nachfolger der AH-1 Cobra war ab dem Jahr 1970 die AH-1J SeaCobra, ehe die AH-1S/F/W-SuperCobra-Reihe folgte. Die AH-1Z Viper ist der aktuelle Endpunkt der Cobra-Familie. Dabei handelt es sich um eine zweimotorige Maschine, die als primärer Kampfhubschrauber des US Marine Corps dient, mit Vierblatt-Kompositrotor, dreiläufiger 20-mm-Gatling-Kanone, modernster Avionik und einem Helmvisier ausgestattet ist und mit AIM-9-Sidewinder-Raketen und Hellfire-Panzerabwehrraketen bestückt werden kann. Leichter und wendiger als die Apache, ist die Viper zuverlässig und kosteneffizient.

Die AH-64 Apache, die ab 1986 eingeführt wurde, ist schwerer und als „fliegender Panzer“ konzipiert. Das Gerät ist für die Panzerabwehr, Großkampfeinsätze und Einsätze mit hoher Gefechtsdichte optimiert. Als Produkt des Kalten Kriegs wurde sie primär für den Kampf gegen sowjetische Panzerarmeen konzipiert und mit einer 30-mm-Maschinenkanone ausgestattet.

Die Sowjets zogen ab dem Jahr 1969 mit der aus zwei Rambo-Filmen bekannten Mi-24 „Hind“ nach. Sie war als „fliegender Schützenpanzer“ konstruiert, der sechs bis zehn voll ausgerüstete Infanteristen aufnehmen kann, wurde in dieser Rolle aber nie eingesetzt. Die Mi-24 ist also – anders als Viper und Apache – kein reines „Gunship“. Ihr Nachfolger ist die Mi-28 „Havoc“, die in den späten 1970ern als reiner Kampfhelikopter – überwiegend zur Panzerabwehr – konzipiert wurde und eine entsprechende Bewaffnung mitführt. Optisch ähnelt die Mi-28 der AH-1Z Viper.

In Europa sind folgende Systeme eingeführt: der Eurocopter Tiger – eine deutsch-französisch-spanische Koproduktion, deren Erstflug 1991 erfolgte. Er ist unter anderem mit Hellfire-Lenkraketen, einer 30-mm-Maschinenkanone und ungelenkten 70-mm-Hydra-Raketen bewaffnet. Seine Stärken liegen in einer hohen Agilität und moderner Sensorik. Das Gerät verfügt über eine Verbundpanzerung und widersteht dem Beschuss mit leichten Infanteriewaffen. Der Tiger ist stärker als die Viper, aber deutlich leichter als die Apache gepanzert.

Zu nennen ist außerdem die italienische AW129 Mangusta, die über Panzerabwehrlenkwaffen vom Typ TOW und eine 20-mm-Maschinenkanone verfügt. Das Gerät ist nur leicht gepanzert. Nachfolger wird die AW249 sein, deren Einführung ab 2027 geplant ist. Dieser Heli soll 2028 operativ einsatzfähig sein und wird über eine Bewaffnung mit einer 20-mm-Maschinenkanone und neuen Präzisionslenkraketen verfügen. Stärken: moderne Avionik, gegenüber der Mangusta deutlich verstärkte Panzerung und eine hohe Waffenzuladung.

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Diesen Artikel finden Sie gedruckt zusammen mit vielen exklusiv nur dort publizierten Beiträgen in der am 21. Oktober erscheinenden Nov./Dez.-Ausgabe eigentümlich frei Nr. 264.


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