02. August 2026

Der Einkommensinvestor Strive Preferred Share (SATA)

Tägliche Ausschüttungen sind ab sofort Realität

von Luis Pazos

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Bildquelle: Redaktion Finanzen: Tägliche Dividenden und Bitcoin-Integration (KI-generiert)

Märkte haben eine bemerkenswerte Eigenschaft: Sie verwandeln über die Zeit Bedürfnisse in Gewohnheiten und Gewohnheiten in Erwartungen. Das gilt selbstverständlich auch für die Börse und den Wunsch nach einem stetigen Kapitaleinkommen. Einst haben sich europäische Anleger über eine Jahresdividende gefreut. Später entdeckten sie in Übersee quartalsweise Ausschüttungen als Standard. Dann kamen monatliche Dividenden-Titel. Und im letzten Jahr folgten schließlich erste Produkte mit wöchentlichen Ausschüttungen.

Ist damit das Ende der Fahnenstange erreicht? Mitnichten. Denn nun wurde das erste börsengehandelte Wertpapier angekündigt, das täglich ausschüttet – da gewinnt der Begriff Tagesgeld gleich eine völlig neue Bedeutung. Konkret handelt es sich um einen Preferred Share der Strive Asset Management, die selbst unter dem Kürzel ASST an der Technologiebörse Nasdaq gelistet ist. Deren Geschäftsmodell basiert auf einer zweigleisigen Ausrichtung, die klassische Finanzdienstleistungen mit einer Krypto-Strategie kombiniert.

Ursprünglich als reine Anti-ESG-Investmentfirma konstituiert, hat sich das von Vivek Ramaswamy mitgegründete Unternehmen zu einer Bitcoin-Treasury- und Vermögensverwaltungsgesellschaft gewandelt. Im Vermögensverwaltungssegment generiert Strive Einnahmen über Gebühren für Anlageprodukte und Finanzdienstleistungen, insbesondere Exchange Traded Funds (ETFs) und klassische Investmentfonds. Im Bitcoin-Treasury-Segment wird – ähnlich wie beim Pionier Strategy Inc. – Eigenkapital zum Kauf des Krypto-Assets aufgenommen.

Um die Rechte der Altinvestoren – unter ihnen Peter Thiel und JD Vance – nicht durch die Ausgabe neuer Stammaktien zu verwässern, emittiert Strive hochverzinsliche, liquide Preferred Shares, also nicht stimmberechtigte, aber dividendenberechtigte Genussscheine mit Börsennotiz. Aktuell hält das Unternehmen 15.009 Bitcoin im Gegenwert von rund 1,2 Milliarden US-Dollar. Mit diesem Bestand gehört Strive zu den Top Zehn der börsennotierten Unternehmen mit den größten Bitcoin-Reserven weltweit und liegt damit beispielsweise vor bekannten Firmen wie Tesla.

Auch wenn Strive mit traditionellen Gebühren Geld verdient, hängt der tatsächliche Unternehmenswert und die Bilanz maßgeblich an der Kursentwicklung von Bitcoin. Der bereits im vergangenen November emittierte Preferred Share der Serie A notiert unter dem Kürzel SATA ebenfalls an der Nasdaq. Ab Juni 2026 wird die variable Dividendenrate monatlich festgesetzt und banktäglich gezahlt. Mit der Umstellung beträgt die annualisierte Ausschüttungsrendite dann 13 Prozent. Eine Anlage von 10.000 US-Dollar bringt es damit auf eine Dividende von 5,20 US-Dollar pro Tag.

Orientieren möchte sich das Management bei der Auszahlungshöhe künftig an der sogenannten „Bitcoin-Hurdle-Rate“, also der Bitcoin-Preisentwicklung als internes strategisches Kriterium. Wie das Unternehmen betont, verfügt es derzeit über Barmittel und Wertpapiere im Gegenwert von 18 Monatsausschüttungen. In Kombination mit der Bitcoin-Reserve sind die Dividendenzahlungen Stand heute sogar für die kommenden 20 Jahre gedeckt. Klassifiziert sind die Ausschüttungen komplett als Einlagenrückzahlung beziehungsweise Return of Capital (ROC).

Was ist vom ersten Tageszahler jenseits der aufsehenerregenden Ausschüttungsfrequenz zu halten? SATA ist vermutlich kein Produkt für klassische Buy-and-Hold-Dividendenanleger, die einfach stabile Cashflows mit langem Track Record suchen. Dafür ist die Struktur zu neu, zu speziell und zu stark vom Emittentenkonzept abhängig. Wer hingegen ein experimentelles Income-Produkt mit stark sprudelnden Ausschüttungen und Krypto-Exposure für eine Satellitenposition sucht, kann das Papier in Betracht ziehen.

Die Gretchenfrage lautet: Als wie robust erweist sich die Ertragsquelle? Produkte wie SATA sind auf Kapitalanziehung und Aufmerksamkeit ausgelegt. Das bedeutet nicht, dass dahinter automatisch ein fragwürdiges Konzept steht, aber historisch betrachtet waren die solidesten Einkommensstrategien selten die spektakulärsten. Entscheidend waren meist langfristig tragfähige Geschäftsmodelle mit stabilen Cashflows. Genau daran wird sich auch SATA messen lassen müssen – und nicht an der täglichen Auszahlung.

Information

Diesen Artikel finden Sie gedruckt zusammen mit vielen exklusiv nur dort publizierten Beiträgen in der am 26. Juni erscheinenden Jul.-Aug.-Ausgabe eigentümlich frei Nr. 262.


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