23. November 2020

Die Macht der Medien Narrativ auf dem Narrenschiff

Die Fälle Trump und Corona machen deutlich, wer hier eigentlich regiert

von Bernard Udau

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Bildquelle: Thomas Bühler / Wikipedia „Klabautermann führt das Narrenschiff: Volle Fahrt voraus und Kurs auf’s Riff!“

Weder bin ich Arzt noch kenne ich mich mit der Durchführung von Wahlen aus. Ich bin ein einfacher Bürger, der sich im Rahmen seiner Möglichkeiten informiert. Ein bisschen „Spiegel Online“, ein bisschen Lokalzeitung, ein bisschen Twitter, ein bisschen alternative Medien. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Somit kann ich mich auch nicht kompetent über das Coronavirus oder die US-Wahlen äußern. Das will ich hier auch gar nicht tun. Etwas anderes meine ich jedoch im Hinblick auf diese Themen mit Fug und Recht behaupten zu dürfen: Die Bürger dieses Landes glauben nach, was ihnen in den Medien vorgeglaubt wird, und zwar in einem Ausmaß, das nicht dazu geeignet ist, Hoffnungen in Bezug auf ihre Zukunft zu schüren. Vieles mag mit dem gegenwärtigen Zustand vereinbar sein – Demokratie und Meinungsfreiheit jedoch sicherlich nicht.

Schauen wir uns einmal die US-Wahl an. Der US-Präsident ist geradezu sprichwörtlich der mächtigste Mann der Welt. Hinzu kommt, dass er der wohl bestinformierte Politiker der Welt ist. Dieser Mann also, von dem wir annehmen müssen, dass er über deutlich mehr Informationen und Einblicke verfügt als wir Normalsterblichen, behauptet nun, dass die US-Wahlen massiv manipuliert worden seien. Und zwar sagt er das nicht erst, seitdem er verloren zu haben scheint, sondern er hat schon vorher angekündigt, dass es zu Manipulationen kommen würde. Ja, er hatte sogar bei Wahlen, in denen es gar nicht um ihn ging, den Vorwurf erhoben, die Demokraten würden betrügen. Wir erinnern uns, 2016 und Anfang 2020 stellte er in den Raum, Bernie Sanders sei durch Wahlmanipulationen um seinen Sieg im Kandidatenrennen der Demokraten gebracht worden.

Nun sollte man doch meinen, wenn ein Mann in dieser Position derartige Anklagen gegen das amerikanische Wahlsystem erhebt, dann sollte das doch äußerst ernst genommen werden. Man stelle sich vor: Der US-Präsident ist der Meinung, dass die Wahlen in seinem eigenen Land, der mächtigsten und wichtigsten Demokratie der Welt, entscheidend manipuliert worden seien! Wenn sich das bewahrheitete, wäre das doch absolut unglaublich, der Super-GAU schlechthin! Gar nicht auszudenken, was das für die westliche Welt bedeuten würde!

Was liest, sieht und hört man nun dazu aber in der Presse? Ich fasse kurz zusammen: Im Weißen Haus sitzt ein narzisstisches Riesenbaby, das seine Wahlniederlage nicht akzeptieren kann und deshalb völlig haltlose Lügen in die Welt setzt.

Und das Unfassbare ist: So gut wie alle Deutschen schlucken es.

In den letzten vier Jahren wurden wir in einem nie da gewesenen Dauerfeuer mit „Nachrichten“ bombardiert, die Donald Trump hemmungslos als den letzten Trottel darstellen, als Psychopathen, Egomanen, Narzissten, Sexisten, Rassisten, Lügner und Heuchler. Und die Medien haben es tatsächlich geschafft: Ob Trump etwas sagt oder ob in der Heide eine Eiche wackelt, ist mittlerweile einerlei. Niemand interessiert sich mehr dafür. Dabei ist der Vorwurf der Wahlmanipulation in den USA nicht aus der Luft gegriffen, sondern wurde noch vor Kurzem von den Medien sehr ernst genommen. Dass russische Programmierer sich 2016 in amerikanische Wahlsoftware eingehackt haben, um Trump zum Sieg zu verhelfen, wurde jedenfalls nicht als Verschwörungstheorie einer narzisstisch veranlagten Wahlverliererin ausgelegt, sondern über Jahre als wahrscheinliche, wenn nicht sogar gesicherte Information gehandelt.

Die traurige Wahrheit ist: Die Medien können es in Deutschland offenbar drehen und wenden, wie sie wollen. Die unwahrscheinlichsten und abwegigsten Narrative lassen sich in die Hirne der Menschen pflanzen – bei den meisten ohne jeglichen intellektuellen Widerstand. Es ist nur schwach übertrieben, wenn man sagt, dass heute jeder Zwölfjährige glaubt, den US-Präsidenten durchschaut zu haben und ihm intellektuell und moralisch meilenweit überlegen zu sein.     

Kommen wir zu einem zweiten Bereich, in dem die Macht der Medien ebenso offen zutage tritt: die sogenannte Corona-Krise.

Denken wir dazu einmal über Freiheit nach. Im Namen der Freiheit wurden Kriege noch und nöcher geführt. Völker und Nationen, Rassen und Religionen, Schichten und Stände haben für ihre Freiheit und Unabhängigkeit gekämpft. Millionen von Menschen haben dabei ihr Leben gelassen oder sind im Gefängnis versauert. Ein Blutzoll ohnegleichen wurde bezahlt, um Freiheit und Recht zu erlangen. Es sei nur an die jüngste deutsche Geschichte erinnert – die DDR. Ungefähr 1.000 Menschen kamen auf der Flucht ums Leben, weitere 200.000 bis 250.000 Personen mussten in sogenannte „politische Haft“, wobei etliche an den Haftbedingungen zugrunde gingen. Alles im Kampf für die eigene oder allgemeine Freiheit.

Unseren Vorfahren scheint die Freiheit, selbstbestimmt leben zu können und zu sagen und zu denken, was sie wollten, also ganz offensichtlich wichtig genug gewesen zu sein, ihr Leben dafür zu riskieren oder sogar freiwillig hinzugeben. Wir dürfen niemals vergessen: Unsere Freiheit wurde mit dem Blut vergangener Generationen erkauft.

Was machen nun aber wir mit diesem wertvollen Geschenk? Wir geben diese Freiheit hin, weil uns ein Virus bedroht, der in fast allen Kennzahlen mit einer Grippe zu vergleichen ist. Berufsverbote, Kontaktverbote, Reiseverbote, Beherbergungsverbote et cetera perge perge. Wie viele selbstbestimmte Existenzen dabei vernichtet worden sind und noch werden, lässt sich heute noch gar nicht absehen. Und alles wird akzeptiert, weil die Medien in der Lage waren, eine derartige Angst zu verbreiten, dass sich alle Sechs- bis 99-jährigen wie Verbrecher vorkommen müssen (und manchmal auch so behandelt werden), wenn sie vergessen, im geschlossenen Raum eine Maske zu tragen. Die Medien haben erfolgreich die Stimmung verbreitet, welche die Regierung braucht, um tiefgreifende freiheitsbeschneidende Maßnahmen durchzudrücken. Wer sich dagegen wehrt, und sei es auch nur mit dem Mittel des geschriebenen oder gesprochenen Wortes, gilt als Impfkraftzersetzer und somit als Staatsfeind.

Wie diese beiden aktuellen Beispiele zeigen, haben die Medien ganz offenbar die Macht, über Gut und Böse zu entscheiden. Dem muss man gefasst ins Auge blicken – denn man muss es ganz einfach einkalkulieren, wenn man etwas verändern will. Wer genau die Medien sind, ob und wie sie gesteuert werden, das übersteigt meinen Horizont. Ich kann nur lapidar feststellen, dass hier eine (fast) unüberwindbare Macht entstanden ist, die in der Lage zu sein scheint, sogar Wahlmanipulationen zu decken und weitreichende Freiheitseinschränkungen als Freiheitsgewinne zu verkaufen. Mit Donald Trump geht demnächst vielleicht der Einzige, der ein Rezept dagegen gefunden hat. Möge er der Presse und den Demokraten aber wenigstens noch einen ordentlichen Tritt zum Abschied verpassen!


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