27. Dezember 2019

Der Landtag von Schleswig-Holstein verurteilt das „pädagogische“ Konzept „Original Play“, will es aber nicht verbieten Ein Erfolg der AfD

Ihre Anträge werden grundsätzlich boykottiert

von Klaus Peter Krause

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Bildquelle: shutterstock Von den Altparteien ausgegrenzt: AfD

Die Altparteien sind darüber wütend, dass es die AfD gibt. Sie wissen, dass sie selbst die AfD geradezu heraufbeschworen haben, nämlich durch eine Politik, die Massenmigration durchsetzen will, die Deutschland durch Euro-Rettung und Klimaschutz-Wahn dem finanziellen Ruin zutreibt, die die Bürger schurigelt, herumkommandiert, ausbeutet, ihnen „politisch korrekte“ Meinungen aufzwingen will und anderes mehr, die ihnen auf diese Weise immer mehr Freiheit nimmt. Ihre Politik richtet sich gegen Deutschland, ist eine antideutsche Politik. Links-grün-extreme Demo-Parole: „Deutschland verrecke“.

Das und vieles andere will die AfD nicht. Sie will den Bürgern Freiheit erhalten, drohenden Freiheitsentzug verhindern und Freiheiten, die die Altparteien ihnen schon entwunden haben, zurückgeben. Sie will Deutschland und die Deutschen erhalten und das Christentum anstelle des Islams ebenfalls. Das macht die Altparteien, die politisch alle mehr oder minder links-grün agieren, noch wütender.

Mit ihrem Programm kommt die AfD bei immer mehr Bürgern an. Daher sitzt sie jetzt in allen deutschen Parlamenten und hat Mandate erobert, die den Altparteien nun fehlen. Das treibt diese zur Weißglut. Blind vor Zorn, behandeln sie die Abgeordneten der AfD wie Aussätzige, blockieren sie in den Parlamenten, verstoßen gegen demokratisches Regelwerk. Beispiele dafür gibt es viele. Hier ein jüngstes aus dem Landtag von Schleswig-Holstein in Kiel.

Ein Antrag, das „pädagogische“ Konzept „Original Play“ in Kitas zu verbieten

Die vier Abgeordneten der AfD-Fraktion im Kieler Landtag hatten einen Antrag eingebracht. Er richtete sich gegen eine gefährliche und versteckt sexuell orientierte „pädagogische Spielmethode“ in Kindertagesstätten (Kitas). Diese Methode heißt neutral klingend und verharmlosend „Original Play“, also „Originalspiel“, wobei man sich fragen muss, was daran original, ursprünglich oder gar originell sein soll. Der AfD-Antrag fordert den Landtag und die Landesregierung dazu auf, dieses „Spiel“ in Kitas zu verbieten.

Das Konzept enthält das Risiko, Kinder sexuell zu missbrauchen

Der Text lautet: „Die Spielmethode ‚Original Play‘, bei der Kinder einem engen physischen Körperkontakt mit ihnen fremden Erwachsenen ausgesetzt werden, entbehrt einer wissenschaftlichen Grundlage und eröffnet das Risiko zu sexuellem Missbrauch. Die Landesregierung wird daher aufgefordert, ein vollständiges Verbot von ‚Original Play‘ in den Kindertagesstätten Schleswig-Holsteins anzuordnen und durchzusetzen. Staatlich geförderten Kindertagesstätten, die die Methode ‚Original Play‘ dennoch anwenden oder ihre Räumlichkeiten dafür zur Verfügung stellen, ist die Förderung zu entziehen.“ Bayern immerhin tut das bereits, mehrere andere Bundesländer ebenfalls.

Die Altparteien werfen der AfD das Schüren von Angst vor

Was tun die deutschen Nordlichter? Die Landtagsfraktionen der Altparteien lehnten den Antrag geschlossen ab. AfD-Anträge werden grundsätzlich boykottiert – wie sinnvoll und nötig deren Inhalt auch immer sein mag. Die Altparteien warfen der AfD das Schüren von Ängsten vor. Das Regionalblatt „Lübecker Nachrichten“ machte daraus einen vierspaltigen Bericht mit der Schlagzeile: „Landtag wirft AfD Panikmache vor“ (Ausgabe vom 14. Dezember, Seite 7). Wir wissen: Die Mainstream-Medien haben sich mit den Altparteien in ein gemeinsames Boot gesetzt und rudern brav mit.

FDP-Minister Garg: Das pseudopädagogische Konzept ist absurd

Merkwürdig im Sinn von „merkenswürdig und bemerkenswert“ ist aber, dass Schleswig-Holsteins Familienminister Heiner Garg (FDP) und alle anderen Redner der Altparteien „Original Play“ – wie das Regionalblatt inhaltlich korrekt, wenn auch sprachlich fehlerhaft berichtet – „aus pädagogischen Gründen und dem absolutem Vorrang des Kinderschutzes kategorisch ablehnten“. Garg: „Das pseudo-pädagogische Konzept ist absurd.“ Diese anderen Parteien sind also der gleichen Meinung wie die AfD, lehnen deren Antrag aber trotzdem ab. Ihre windelweiche Begründung lautet: Nach bisherigem Kenntnisstand sei „Original Play“ in schleswig-holsteinischen Kitas oder Jugendhilfeeinrichtungen nirgends gespielt worden und werde nirgends gespielt. Wie schön.

Der Alternativantrag der Altparteien begrüßt, dass die Kitas informiert sind

Noch schöner ist, dass sich die Landtagsfraktionen der Altparteien (CDU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP) nicht entblödeten, einen gemeinsamen eigenen Antrag als „Alternativantrag“ zu stellen. Dessen Überschrift lautet: „Wirksamer Kinderschutz durch Prävention und Aufklärung – Kein ‚Original Play‘ in Schleswig-Holstein“. Dann folgte, der Landtag solle beschließen: „Der Schleswig-Holsteinische Landtag spricht sich gegen das Konzept des ‚Original Play‘ in allen schleswig-holsteinischen Kitas aus. Der Landtag begrüßt daher ausdrücklich das Engagement des Landesjugendamtes, bereits kurz nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen die Methoden des ‚Original Play‘ Ende Oktober 2019 die kommunalen Kinderschutzfachkräfte, als auch Anfang November 2019 die Aufsichtspersonen der Kreis-Heimaufsichten für Kindertageseinrichtungen, Trägerverbände und allen Kindertageseinrichtungen in Zuständigkeit des Landesjugendamtes über die ablehnende Einschätzung der Landesregierung zum ‚Original Play‘ informiert zu haben.“

Der Alternativantrag begrüßt auch die öffentliche Diskussion und Präventivmaßnahmen

Und weiter: „Darüber hinaus begrüßt der Landtag, dass das Landesjugendamt am 11. November 2019 nochmals alle Trägerinnen und Träger von Kindertagesstätten und Jugendhilfeeinrichtungen in Schleswig-Holstein, alle Jugendämter, die kommunalen Landesverbände als auch die Fachverbände des Kinderschutzes in Schleswig-Holstein über die ablehnende Haltung der Landesregierung zum ‚Original Play‘ informiert hat. Die öffentliche Diskussion über das Konzept des ‚Original Play‘ hat erneut gezeigt, wie wichtig präventive Maßnahmen, geeignete Kinderschutzkonzepte als auch erweiterte Führungszeugnisse sind, um Kinder und Jugendliche wirkungsvoll zu schützen.“ Antrag angenommen.

Was die AfD mit der Ablehnung ihres Antrags trotzdem erreicht hat

Präventiv informieren ja, deutlich verbieten nein. Denn mit Verbot wäre es der AfD-Antrag gewesen. Erreicht immerhin hat die AfD, dass sie mit ihrem Antrag die anderen Fraktionen gezwungen hat, Farbe zu bekennen und plakativ zu bekunden, dass sie gegenüber jenem Konzept die gleiche Haltung einnehmen wie die AfD. Ein schöner Erfolg. Und es wurde darüber berichtet. Vierspaltig. Als die Grünen in Deutschland hochkamen, sind sie ähnlich blockiert und ähnlichem „Bashing“ ausgesetzt worden, wenn auch nicht so undemokratisch plump und primitiv, wie es heute der AfD gegenüber geschieht. Das haben die Grünen wohl vergessen. Oder sie wollen sich nachträglich rächen, dies jedoch an einer Partei, die es damals noch gar nicht gab, allenfalls in Form einer damals noch achtbaren CDU/CSU und FDP.

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog des Autors.


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