09. Dezember 2019

ef 199 Editorial

Wo sind all die oppositionellen Künstler hin?

von André F. Lichtschlag

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Bildquelle: Markus Wissmann / Shutterstock.com Erhielt einen „Judaslohn“: Udo Lindenberg

Beim Verfassen dieser Zeilen ist die Nachricht, dass Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken die Stichwahl um den SPD-Vorsitz gegen Olaf Scholz und Klara Geywitz gewonnen haben, sehr jung, die Überraschung noch groß. Ob jetzt die SPD dem Trauerspiel der Großen Koalition endlich ein Ende bereiten wird? Eher wird der Schrecken ohne Ende uns noch eine Weile erhalten bleiben, denn zur Scheidung gehören ja immer zwei, und noch hat die CDU bei neuen sozialdemokratischen Forderungen immer nachgegeben. Und tatsächlich fürchten ja beide siechenden Partner nichts mehr als Neuwahlen. Warten wir es also mal ab. 

Auch von der AfD als einziger wirklicher Oppositionspartei gibt es nach ihrem mit Spannung erwarteten Bundesparteitag nicht viel Neues zu berichten. Viele sahen einen Sieg der sogenannten „Parteirechten“, die eigentlich den parteilinken „Flügel“ bilden. Andere meinen, gerade die Radikalen seien gescheitert. Tatsächlich ist auch bei den Alternativen eine wirkliche Entscheidung nur vertagt worden – sie wird denn auch weniger personell als vielmehr programmatisch gefällt werden auf einem Parteitag über die Sozialpolitik im April 2020. Dann wird sich zeigen, wie freiheitlich die AfD noch ist – oder wie sozialistisch bereits. 

Der AfD-Politiker Stephan Brandner nannte das Bundesverdienstkreuz für Udo Lindenberg einen „Judaslohn“ und verlor daraufhin prompt seinen Posten als Vorsitzender des Rechtsausschusses im Bundestag. Die Abwahl: ein Novum, wie so vieles im Krampf „gegen rechts“. Der AfD-Parteitag beförderte Brandner stattdessen in den Vorstand. Spannender als die immer weniger rationale parteipolitische Zänkerei erschien uns der eigentliche Hintergrund, nämlich die längst flächendeckend staats- und politiktreue Kunst- und Kulturszene in Deutschland. Sag mir, wo sind all die oppositionellen Künstler hin, wo sind sie geblieben? Und warum gibt es sie nicht mehr? Antworten auf diese Fragen finden Sie im Schwerpunkt dieses Heftes.

Ich freue mich schon sehr darauf, viele von Ihnen Mitte Januar bei unserer sechsten großen Konferenz auf Usedom begrüßen zu dürfen! Seit Wochen ist unser Treffen bereits restlos ausverkauft. Ich darf verraten: Wir haben viel vor. Und das nicht nur auf „unserer Insel“, denn dort erfolgt nur der Startschuss. Es folgen einige neue Sendeformate auf dem ef-Youtube-Kanal, etwa eine neue Talkreihe mit dem Videoblogger Hyperion (Homib Mebrahtu) – reinschauen lohnt sich. Und dann wäre da noch eine, Hossa!, Schlagerrevolution für die frühen 20er, von der wir im Heft auf Seite 34 künden... 

Doch zunächst wünsche ich Ihnen allen und Ihren Liebsten, verehrte Leser, ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest und Gesundheit, Glück und Erfolg im neuen Jahr 2020! Es bleibt auch im neuen Jahrzehnt dabei: Kein Fußbreit den neosozialistischen Ausbeutern aller Parteien! Mehr Freiheit!

Information

Diesen Artikel finden Sie gedruckt zusammen mit vielen exklusiv dort publizierten Beiträgen in der am 13. Dezember erscheinenden Jan.-Feb.-Ausgabe eigentümlich frei Nr. 199.


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