11. November 2019

Svenja Schulze kündigt eine Gesetzesnovelle für mehr Nachhaltigkeit in der Textilindustrie an Bundesumweltministerin unterzeugt mit Sachverstand

Hellsehen wird gesetzlicher Bestandteil des Produktionsprozesses

von Michael Klein

Artikelbild
Bildquelle: shutterstock Textilindustrie: Absichtliche Überproduktion, um die Umweltministerin zu ärgern

Als Gott das Irrenhaus erfunden hat, hatte er keine Vorstellung von Deutschland, von der SPD…

Deutschlandfunk: „Wie die ‚Welt am Sonntag‘ unter Berufung auf Branchenexperten meldet, werden in diesem Jahr mindestens 230 Millionen von insgesamt 2,3 Milliarden Kleidungsstücken nicht verkauft. Diese Ware werde in Verwertungs- oder Müllverbrennungsanlagen oder in Länder außerhalb der EU gebracht. Bundesumweltministerin Schulze kündigte eine Gesetzesnovelle an, um für mehr Nachhaltigkeit in der Textilbranche zu sorgen. Händler sollten ihre Warenbestellungen stärker am tatsächlichen Kundenbedarf ausrichten und große Überhänge vermeiden.“

Die Branchenexperten, die nicht einmal genannt werden können, deren Aussage sicherlich auf einer Zählung all der mindestens 230 Millionen Kleidungsstücke basiert, die nicht verkauft werden, eine Tätigkeit, für die ein Experte, wenn er pro Sekunde ein Kleidungsstück erfasst, 2.662 Tage benötigt hat, was bedeutet, er muss 2012 mit seiner Zählung begonnen haben, bilden die Grundlage eines Beitrags im Deutschlandfunk, in dem „Bundesumweltministerin Schulze“ eine Gesetzesnovelle ankündigen darf, eine Ankündigung, die deutlich macht, dass die Bundesumweltschutzministerin von wirtschaftlichen Zusammenhängen vollkommen unbelastet ist.

Denn natürlich produzieren und bestellen Unternehmen absichtlich 230.000.000 Kleidungsstücke zu viel. Das machen sie, um Bundesumweltministerin Schulze zu ärgern und ihr die Möglichkeit zu geben, eine „Gesetzesnovelle anzukündigen“. Denn natürlich können Unternehmen, vor allem Unternehmen in der Textilbranche, in die Zukunft schauen. Sie wissen genau, welcher Fummel sich als Renner erweist und welche Socken als Ladenhüter. Sie kennen ihre Kundschaft und können genau prognostizieren, dass V-Pullover und Leinenhemden dieses Jahr den Nerv der Kundschaft treffen. Dass sie das können, das liegt daran, dass Kunden so leicht berechenbar sind. Man muss Politikerinnen gar nicht kennen, um zu wissen, sie sind schlecht angezogen, für sie reicht minderwertige Ware aus chinesischer Produktion, die nach der ersten Wäsche schon in alle Richtungen verzogen ist. Denn: Die merken nichts, die Politikerinnen. Deshalb sind sie so leicht vorhersagbar in ihrem schlechten Geschmack.

Dummerweise teilen nicht alle diesen schlechten Geschmack. Das macht die Vorhersage der Nachfrage so schwierig. Hinzu kommt, dass selbst dann, wenn man die Nachfrage nach Badehosen richtig vorhergesagt hat, das Wetter einen Strich durch die Rechnung macht: Regen, Regen, nichts als Regen. Pech für die Badehose. Ähnlich ergeht es dem Wintermantel, dem der Winter fehlt, was ja, wenn das Bundesumweltministerium recht hat, und wer würde angesichts dieser „Bundesumweltministerin“ daran zweifeln wollen, durch den Klimawandel recht wahrscheinlich geworden ist.

Lange Rede, kurzer Sinn: Im Bundesumweltministerium ist offenkundig so viel ökonomischer Sachverstand versammelt, dass einem Angst und Bange werden kann, nein, werden muss, denn die Tatsache, dass nicht einmal Unternehmen in die Zukunft schauen können, denn wenn sie es könnten, sie hätten Mittel und Wege gefunden, die derzeitigen SPD-Katastrophen, die Minister spielen dürfen, zu verhindern, sollte selbst einer Umweltministerin ins Hirn gehen.

All denen, die denken, es sei für Unternehmen immer noch billiger, auf Halde zu produzieren als die Nachfrage nicht decken zu können, sei gesagt: Herstellungskosten, Transportkosten, Lagerkosten, Steuerkosten, Personalkosten, Entsorgungskosten…

Es ist nicht billiger. Wer vermeiden kann, zu viel zu produzieren oder zu bestellen, der wird das tun.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „Sciencefiles“.


Artikel bewerten

Artikel teilen

Anzeigen

Kommentare

Die Kommentarfunktion (lesen und schreiben) steht exklusiv Abonnenten der Zeitschrift „eigentümlich frei“ zur Verfügung.

Wenn Sie Abonnent sind und bereits ein Benutzerkonto haben, melden Sie sich bitte an. Wenn Sie noch kein Benutzerkonto haben, nutzen Sie bitte das Registrierungsformular für Abonnenten.

Mit einem ef-Abonnement erhalten Sie zehn Mal im Jahr eine Zeitschrift (print und/oder elektronisch), die anders ist als andere. Dazu können Sie dann auch viele andere exklusive Inhalte lesen und kommentieren.

drucken

Dossier: Staatswirtschaft

Mehr von Michael Klein

Über Michael Klein

Anzeige

ef-Einkaufspartner

Unterstützen Sie ef-online, indem Sie Ihren Amazon-Einkauf durch einen Klick auf diesen Linkstarten, oder auf ein Angebot in der unteren Box. Das kostet Sie nichts zusätzlich und hilft uns beim weiteren Ausbau des Angebots.

Anzeige