07. August 2019

Deutsche Medien über die Massaker in El Paso und Dayton Die Dreistigkeit der Relotius-Jünger

Die Tat eines Linken verschwand einfach

von Spoeken Kieker

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Bildquelle: shutterstock Immer dreister: Relotius-Jünger

Wer den Relotius-Jüngern bei der Arbeit zuschaut, dürfte in letzter Zeit nicht so sehr wegen des Ausmaßes der Verfälschungen und Verdrehungen erstaunt gewesen sein, sondern wegen der zunehmenden dreisten Offenheit, mit der die Arbeit auf offener Bühne vollzogen wird. Jüngstes Beispiel: Die beiden Massaker in El Paso und Dayton, bei denen zwei Täter unabhängig voneinander Dutzende Menschen ermordet und verletzt haben, stellen für die linksgrüne Medienblase hierzulande ein großes Problem dar: Während der Massenmörder von El Paso mit einem offen rassistischen Pamphlet, dessen Urheberschaft ungeklärt ist, in Verbindung gebracht wird und so endlich, wenngleich mit einigen Mühen, sogar US-Präsident Donald Trump zum ideellen Mitmassenmörder erkoren werden kann, bereitet der Menschenschlächter von Dayton (neun Tote, 27 Verletzte) offenbar wohl einige Probleme. Denn: „Nach allem, was man bisher über den Schützen von Dayton weiß, war er eher ein orientierungsloser junger Mann, der Probleme mit seinem Leben hatte, kein politischer Extremist. Zudem stand er, wenn man ihn ideologisch festlegen will, weit links. Das zumindest legt eine Analyse seiner Äußerungen bei Twitter nahe, wo er Sympathien für linksliberale Demokraten wie die Senatorin und Präsidentschaftskandidatin Elizabeth Warren äußerte sowie für die linksradikale, gewaltbereite ‚Antifaschistische Aktion‘, kurz: ‚Antifa‘“, schreibt die „Süddeutsche“ sichtlich zerknirscht. Um natürlich sogleich hinzuzufügen: „Ob und wie diese Ansichten zu seiner Gewalttat beigetragen haben, ist aber offen. Seine Opfer scheint der Dayton-Attentäter jedenfalls eher zufällig ausgesucht zu haben, nicht nach politischen Kriterien.“

Ist aber auch blöd, wenn ein Linksextremist, Demokraten-Fan und Antifa-Kämpfer massenhaft Menschen erschießt (das „zudem“ in dem „SZ“-Text ist besonders gelungen, finde ich!).

Der „Deutschlandfunk“ (das sind die ohne regionale Ereignisse) löst das Problem auf eine ganz eigene, elegante Weise. Dort haben die Redakteure das Massaker des Linken von Dayton einfach – verschwinden lassen. Die Jubelmeldung auf Platz eins in den Acht-Uhr-Nachrichten am 6. August 2019 beginnt natürlich mit der Lichtgestalt: „Der frühere US-Präsident Obama hat die jüngsten Schusswaffenangriffe in den Vereinigten Staaten verurteilt und vor einem Klima aus Angst und Hass gewarnt.“ Dann geht es ein wenig um Obama und Trump… Und die Meldung schließt mit dem zusammenfassenden, einordnenden Satz: „Im texanischen El Paso hatte ein junger Mann 22 Menschen getötet, darunter auch einen Deutschen. Die Ermittler gehen von einem rassistischen Tatmotiv aus.“

Und schwups: Das Massaker des Linken von Dayton, über das selbst Obama glatt noch meinte reden zu müssen, ist für die Deutschlandfunk-Hörer einfach verschwunden. Für diese manipulative Großtat dürfte sich der DLF-Nachrichtenchef, der wirklich alles richtig macht, einen netten Posten im bald zu errichtenden Wahrheitsministerium erarbeitet haben.

Wir gratulieren!

Dieser Artikel erschien zuerst auf „Die Kieker (Die Spoekenkiekerei)“.


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