17. Juli 2019

Kowalskys Presseagentur meldet Staatliche Förderung von Intensivtätern jetzt ohne Antrag möglich

Der Rechtsstaat zeigt seinen zivilisatorischen Charakter

von Kurt Kowalsky

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Bildquelle: shutterstock Resozialisierungswürdig: Jugendliche Messerstecher

Die Förderanstalt für justitiable Freiräume macht darauf aufmerksam, dass zum Beginn des neuen Schuljahres wieder Intensivtäter gefördert würden. Ein schriftlicher Antrag ist nicht erforderlich.

Erst vergangene Woche hatte die Polizei Berlin wieder so ein Herzchen eingefangen, das im zarten Alter von 23 Jahren flüchtenden Passanten in den Rücken schießen wollte. Da sich aus unerklärlichen Gründen der Schuss nicht löste, hat die Polizei nun ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet und mit dem Zeigefinger einen strengen Verweis erteilt.

„Hätte sich der Schuss gelöst“, so ein Insider, „wäre es Mord oder zumindest Mordversuch gewesen. Jetzt gibt es für den jungen Ausreißer nur einen Strafzettel.“

Dem Sprecher der Förderanstalt war nicht bekannt, ob sich der Justizsenator über die einschlägige Pressemeldung der Polizei beschwerte. Immerhin besteht durch die regelmäßige Erwähnung in Polizeiberichten, dass so ein Intensivtäter vorläufig gefangen und sofort wieder laufengelassen wird, die Gefahr der Volksverhetzung, könnte das dumme Volk einmal auf die Idee kommen, so eine Rechtsnorm im Strafgesetzbuch nachzulesen. Bereits schwere Körperverletzung wird entsprechend Paragraph 226 Absatz 2 StGB nämlich nicht unter drei Jahren bestraft.

Es sei denn, der Herr Richter kommt zu der Überzeugung, dass der Täter seinem Opfer in einem „minder schweren Fall“ sein Messerchen in den Bauch gerammt hätte. Dann gibt es etwa sechs bis acht Monate, die man zur Bewährung aussetzen könne.

Auf schweren Raub (Paragraph 250 StGB) ist laut Gesetz auf Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren zu erkennen. „Welch ein Glück“, so ein Oberstufenlehrer im Ruhestand, „dass nach der Einführung des solarbetriebenen Taschenrechners schwierige mathematische Operationen im Halbschatten nicht mehr möglich sind“.

Die Redaktion hat das Oak Ridge National Laboratory gebeten, auszurechnen, welcher Zeitraum zwischen dem Alter von 16 und 23 Jahren liegt und welche Freiheitsstrafen in diesem unterzubringen wären, geht man davon aus, dass sich so ein Delinquent immer wieder ein Messerchen oder eine Pistole beschafft, um seinen Neigungen nachzugehen.

Das Ergebnis liegt nun vor: Es sind genau sieben Jahre, in denen man mit seinem Messerchen einmal nur so zustechen kann (schwere Körperverletzung) und einmal in räuberischer Absicht. Mit zwei Straftaten wäre man aber lediglich Wiederholungstäter. Ein 20-Jähriger hatte jedoch laut Angaben der Polizei bereits 80 Ordnungswidrigkeiten und Straftaten begangen und bekam in 52 von 60 Fällen entweder Haftverschonung oder Bewährung.

Der Sprecher der Förderanstalt für justitiable Freiräume verwahrte sich gegen derartige rechtsradikale Rechenkünste. Der Rechtsstaat, der einen Steuerhinterzieher schon mal für drei, vier Jahre einlocht und ihm das Vermögen entzieht, zeige im Umgang mit resozialisierungswürdigen Jugendlichen bis zum Alter von 29 Jahren seinen zivilisatorischen Charakter. Gerade junge Männer beiderlei Geschlechts seien im Umgang mit Messern noch ungeübt. Und in Anbetracht der deutschen Geschichte unter Karl dem Großen (Sachsenschlächter) müsse der Bürger eben ein gewisses Verständnis aufbringen, rammte ihm so ein Intensivtäter ein Messer in den Bauch oder versuchte ihm in den Rücken zu schießen. Man könne schließlich nicht die Messer verbieten.

Verstöße gegen das Nichtraucherschutzgesetz seien zudem bei Intensivtätern nicht bekannt, so dass es auch keinen Grund gebe, die verhängten Freiheitsstrafen nicht 50 Mal oder mehr in wenigen Jahren zur Bewährung auszusetzen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf der Facebook-Seite des Autors.


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