08. Juli 2019

ef 195 Editorial

Wenn die Nacht am tiefsten, ist der Tag am nächsten

von André F. Lichtschlag

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Bildquelle: shutterstock.com Sommerzeit: Reisezeit

Sommerzeit, Reisezeit. Die Deutschen sind traditionell Urlaubs-Weltmeister. Inzwischen gewinnt für viele von ihnen die Erkundung fremder Länder einen neuen Aspekt – wie wäre es, hierhin oder dorthin auszuwandern? Hat Deutschland überhaupt noch eine Zukunft? Wer kommt hierher, womit und wozu? Wer zieht weg, warum? Und was bedeutet das für die weitere Entwicklung dieses Landes? Es sind jedenfalls nicht die Schlechtesten, die gehen oder zumindest darüber nachdenken. Im Sommerurlaub 2019. 

In der Heimat droht nicht nur immer deutlicher der wirtschaftliche Niedergang bei weiter zunehmender Ausbeutung der letzten Nettosteuerzahler durch die immer dreisteren Staatsprofiteure. Viele Opfer jubeln auch noch, wenn bald die Luft oder zumindest das Flugbenzin, der Grundbesitz oder der Aktienhandel noch höher besteuert werden. Die Propaganda auf allen Kanälen macht ihre Sache gut, erfindet mal eben Greta und die Freitags-Fruchtzwerge – die in den Ferien aber natürlich pausieren, denn ohne Schule kann man schlecht schwänzen. Andersdenkende werden immer offener nicht nur verhöhnt, sondern auch schikaniert, von bezahlten Schlägern malträtiert und von totalitären Heißspornen wie Peter Tauber zunehmend kriminalisiert. Rette sich, wer kann!? 

Oder sind dies in Wirklichkeit Zeichen der Schwäche, ja Panikreaktionen? Entgleitet der hiesigen Herrscherkaste die Kontrolle? Wenn die Nacht am tiefsten, ist der Tag am nächsten. International sind Merkel und Konsorten längst völlig isoliert. Nur noch Macron schien an ihrer Seite zu stehen. Wie sehr, das hat der Franzose dann demonstriert, als er den deutschen Gewinner der EU-Wahl Manfred Weber als Kommissionspräsidenten mal eben ausschloss und abschoss. Ist nicht nur Merkel, sondern ihre gesamte Entourage inklusive grüner und gelber Scheinopposition womöglich längst eine ohnmächtige „lahme Ente“? Wer hat in diesen heißen Tagen eigentlich mehr Panik, die Ausgebeuteten oder die Ausbeuter? 

Was, wenn im Herbst erst noch in Ostdeutschland gewählt wird? Meine Wette: Dann wird Friedrich Merz als „Retter“ wie Kai aus der Kiste erscheinen. Als deutscher Macron. Oder Karl-Theodor zu Guttenberg. Als deutscher Kurz. Oder beide. Wäre doch gelacht, wenn nur die Grünen sich eine neue, „sexy“ Spitze casten lassen könnten. Nur bei der SPD wird jede Agentur abwinken, ein hoffnungsloser Fall. Genug der Politikpolitur. 

Wie in jedem Jahr muss die Sommerausgabe eigentümlich frei für zwei Monate halten – weshalb die meisten Themen des Heftes dann auch etwas zeitloser sind. Der Schwerpunkt dagegen greift ein wenig voraus, denn die beiden vielbeachteten Internet-Visionen Libra und Thinkspot, das neue Geld von Mark Zuckerberg und das innovative soziale Netzwerk von Jordan Peterson, sind noch nicht am Markt, alleine die Pläne bewegen viele Menschen. Unsere Bewertung fällt recht eindeutig aus: einmal Flop, einmal Top. Dabei stehen beide Projekte mehr in Konkurrenz, als es auf den ersten Blick den Anschein hat. Denn das Internet-Geld ist an eine bestehende soziale Plattform – Facebook – gekoppelt. Und deren baldige Konkurrenz zeichnet sich gerade dadurch aus, dass sie nur gegen Bezahlung zugänglich sein wird. Meinungsfreiheit wird einen Preis erhalten. Spannend. 

Ihnen, verehrte Leser, wünsche ich wie immer viel Lesefreude und Erkenntnisgewinn mit der vorliegenden Ausgabe für die heiße Jahreszeit. Auch im Urlaub bleibt es dabei: Kein Fußbreit den neosozialistischen Ausbeutern aller Länder und Klimazonen! Mehr Freiheit!

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Diesen Artikel finden Sie gedruckt zusammen mit vielen exklusiv nur dort publizierten Beiträgen in der am 12. Juli erscheinenden Aug./Sep.-Ausgabe eigentümlich frei Nr. 195.


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