17. Juni 2019

RezensionMichael Brückner: Die Gerechtigkeits-Lüge

Die Ausbeutung des Mittelstandes im Namen der sozialen Gerechtigkeit

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Wie kaum ein anderer Begriff eignet sich jener der „sozialen Gerechtigkeit“ zur Tarnung einer Fülle politischer Maßnahmen, die allesamt auf die Aushöhlung und letztliche Zerstörung privaten Eigentums zielen. Gleich eingangs stellt der Autor fest, dass ausgerechnet in jenen Staaten, in denen die Sozialbudgets am üppigsten sind, der Ruf nach „sozialer Gerechtigkeit“ am lautesten ertönt. Es obliegt der über die Deutungshoheit gebietenden politischen Klasse und ihren Propagandisten, zu dekretieren, was als „gerecht“ zu gelten hat. Die Früchte seiner eigenen Arbeit für sich selbst und seine Angehörigen behalten zu wollen, wäre demnach egoistisch und ungerecht. Sich gegenleistungsfrei das Hab und Gut Dritter anzueignen, um es an die eigene Klientel zu verteilen, dagegen gerecht. Chancengleichheit anzustreben (so anmaßend und eitel dieses Ansinnen auch ist) ist nicht verwerflich. Ergebnisgleichheit zu erzwingen dagegen schon, weil dies ohne Gewaltanwendung oder  androhung unmöglich ist. Michael Brückner identifiziert im Neid den entscheidenden Antrieb aller Kämpfer für die soziale Gerechtigkeit und im vermeintlich allsorgenden Nanny State – dank dessen jede Untat ermöglichenden Gewaltmonopols – ihren allmächtigen Vollstrecker. Zahlreiche NGOs (die meisten davon erfreuen sich massiver staatlicher Zuwendungen) unterstützen ihn dabei, indem sie eine mächtige Elendsbewirtschaftungsindustrie aufgebaut haben, deren Finanzierung durch aggressives Marketing sichergestellt wird. Einmal installierte „soziale Errungenschaften“ werden niemals in Frage gestellt. Ein Sperrklinkeneffekt. Der Tag, an dem der Staat 100 Prozent seines Haushalts in Sozialtransfers stecken wird, ist wohl nicht mehr fern. 2018 wurden in Deutschland dafür 56 Prozent des Bundeshaushalts verwendet – Tendenz weiter stark steigend. „Soziale Gerechtigkeit“ ist ein Schlachtruf zum Stimmenkauf sowie zur Enteignung und Entrechtung der Leistungsträger. Ihre Protagonisten sind dabei, den Weg zur Knechtschaft zu pflastern.


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