21. Mai 2019

RezensionLaila Mirzo: Nur ein schlechter Muslim ist ein guter Muslim

Über die Unvereinbarkeit des Islam mit unserer Kultur

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Das General Sheridan zugeschriebene Zitat „Nur ein toter Indianer ist ein guter Indianer“ könnte zur Wahl des Buchtitels inspiriert haben. Wie dem auch sei – schon nach wenigen Kapiteln erschließt sich dem Leser, worauf die Autorin hinauswill. Viele naive Europäer machen beim Umgang mit der rasch wachsenden Muslimpopulation den Wunsch zum Vater ihrer Gedanken und träumen von einer Reform des Islam, die ihn mit der westlichen Kultur kompatibel machen könnte. Leider haben diese Leute – mangels jeglicher Kenntnis der schriftlichen Quellen – keine Ahnung davon, womit wir es zu tun haben. Die Reformation des Islam ist nämlich schon längst im Gange – und sie führt geradewegs zurück zu seiner Wurzel: die heißt Dschihad. Die Reformation des Christentums bedeutete eine Besinnung auf die Evangelien, hatte die Schwächung des Klerus zur Folge und ebnete Säkularisierung und Aufklärung den Weg. Im Islam führt der Bezug auf seine heiligen Schriften zum exakten Gegenteil. Die profunde Kennerin der islamischen Quellen – der Koran ist nur eine davon – belegt anhand vieler Textstellen die Unversöhnlichkeit und die jederzeitige Aggressionsbereitschaft, mit der strenggläubige Muslime allen „Kuffar“ begegnen – und zwar ungeachtet dessen, ob es sich um Juden, Christen, Angehörige anderer Religionen oder um Atheisten handelt. Das Weltbild „guter Muslime“ ist streng: Hier die „Umma“ der Rechtgläubigen, dort die Welt der Untermenschen, die allein durch ihre Verweigerung der Lehre Mohammeds ein unverzeihliches Verbrechen begehen, denn Allah hasst alle Ungläubigen. Die Autorin macht klar, dass eine Deutung, Interpretation oder gar eine zeitgeistige Modernisierung der islamischen Schriften undenkbar ist. Jeder Reformer gilt den Strenggläubigen als Abtrünniger und lebt entsprechend gefährlich. Denn eine Todes-Fatwa ist schnell gesprochen, und Spaß verstehen Muslime in Religionsfragen noch weniger als in anderen Angelegenheiten. Mirzo ist pessimistisch: Europas Schicksal ist seine Islamisierung.


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