12. Mai 2019

Vera Deleja-Hotko interviewt Michael Limburg für einen Artikel über die AfD und den Klimawandel Eikes Werk und „Spiegels“ Beitrag

Wir können nur gewinnen

von Michael Limburg

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Bildquelle: shutterstock Tut so, als ob sie alles versteht: Journalistin im Interview

Am 27.04.2019 veröffentlichte der „Spiegel“ in seiner Nummer 18 mal wieder einen Schmähartikel mit dem Titel „Die Angstmacher!“. Er handelt von der AfD und ihrer Haltung zum Klimawandel. In diesem wollen die drei Autoren die Leser glauben machen, dass die AfD ihre Ablehnung der Klimawandelschutzpolitik nutzt, um den Wählern Angst zu machen. „Ich will, dass Sie in Panik geraten, wie ich sie jeden Tag spüre“, lautet hingegen der bekannte Vorschlag der heiligen Greta an die Großen dieser Welt. Wer macht hier wem Angst, liebe „Spiegel“-Autoren?

Da im Artikel auch das Europäische Institut für Klima und Energie (Eike) Erwähnung findet, will ich die Vorgeschichte dieses schon in der Überschrift dümmlichen Artikels meinen Lesern nicht vorenthalten.

Früher waren sie schneller. Die Leute beim „Spiegel“. Und da mussten sie nicht nur „berichten, was ist“ – sondern auch noch eine penible Überprüfung des Geschriebenen durch eine gut besetzte Dokumentationsabteilung über sich und ihre Storys ergehen lassen. Heute soll das zwar, was die über 60 Kopf starke Dokumentationsabteilung anbelangt und wenn man Dr. Melanie Amann vom „Spiegel“-Hauptstadtbüro glaubt, auch noch so sein, aber offensichtlich hat die Abteilung so viel zu tun, dass sie nicht allen Artikeln über die AfD, über Eike und den Klimawandel die nötige Aufmerksamkeit schenken kann. Und mit der Forderung des legendären „Spiegel“-Gründers Rudolf Augstein, zu „berichten, was ist“, begnügt man sich schon lange nicht mehr. Denn anders ist nicht zu erklären, warum die „Spiegel“-Autorinnen Ann-Katrin Müller und Vera Deleja-Hotko eine Halbwahrheit, manchmal sogar eine ganze – aber juristisch sicher verpackte – Lüge an die andere setzen dürfen und ihnen erst jetzt auffällt, dass die AfD sich gegen das Märchen vom menschgemachten Klimawandel positioniert. Das tat die zwar schon lange vor der letzten Bundestagswahl, doch nun erst merken sie es! Nun ja. Langsam eben. Und dass Eike, ein wissenschaftliches Institut und ein Verein, wie das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), dies ebenso und nicht nur seit Anfang 2007 macht, sondern jedem, der will, die wissenschaftlich harten Fakten dazu liefert. Tag für Tag, Jahr für Jahr!

Vielleicht hatten sie das alles aber auch nicht so richtig auf dem Schirm und kamen vor lauter Haltungzeigen sozusagen aus dem Mustopp, als die Redaktionsleitung von ihnen eine Story zu Greta und Klimawandel und AfD und Rechtspopulisten verlangte. Schließlich steht die Wahl zum EU-Parlament an. Da muss medial geklotzt werden. Für die „richtige“ Seite. Und so liest sich das dann auch.

Der „Spiegel“, nicht erst seit der Relotius-Affäre aufs Schwerste angeschlagen, kann es daher nicht lassen. Er müsste zwar das Richtige tun, um seine in Massen entschwundenen Leser zurückzuholen oder den weiteren Niedergang seiner Auflage wenigstens zu verlangsamen, doch was ist das Richtige?

Offensichtlich – so scheint man dort zu glauben – weiter so wie bisher! Das heißt, weiter auf das schon halbtote links-grüne Pferd, weiter auf vor allem linke Haltungsjournalistinnen zu setzen. Denn die als Koautorin zeichnende Vera Deleja-Hotko brüstet sich bei Twitter schon mal damit, als Antifa-Aktivistin bei Demos gegen rechts mitzulaufen, und darf nun als „Hospitantin“ bei verschiedenen linken Blättern schreiben. Dass das für die Auflage des „Spiegel“ reicht, darf getrost bezweifelt werden.

Und so brachten sie dann auch nur einen ängstlich resignierenden Artikel mit dem blöden Titel „Die Angstmacher“ zustande. „So wird das nichts, Leute!“, kommt man nicht umhin, ihnen mitleidig zuzurufen.

Denn was Deleja-Hotko und ihre Kollegen Ann-Katrin Müller und Gerald Traufetter dann darin rauslassen, zeigt vor allem eines: Frust! Viel Frust. Und der zeigt sich vor allem darin, dass sie wie üblich eine Halbwahrheit an die andere setzen und manche Lügen durch Weglassen verbreiten. Zwischendurch gibt es natürlich auch ein paar Fakten, doch so ins Bild gesetzt, dass das gewünschte Ergebnis – reim dich oder ich fress dich – herauskommt.

Für den kühlen Beobachter zeigt der Artikel aber nur eines: hilfloses Erstaunen, ja Entsetzen, gepaart mit Neid, darüber, wie es diese doch eigentlich No-Names bei Eike es trotz aller medialen Ausgrenzung geschafft haben, ihr so sicher geglaubtes, langjähriges links-grünes Meinungsmonopol zu brechen. Und dass sich sogar der gestandene Wissenschaftsjournalist des „Spiegel“ Gerald Traufetter dazu hergibt, diesen Artikel, der besser in eine wirre Schülerzeitung gepasst hätte, mit zu unterschreiben, zeigt nur, wie sehr denen dort das Wasser bis zum Hals stehen muss. Wie kam es dazu?

Nahezu überfallartig wurde ich von der Hospitantin Vera Deleja-Hotko am Donnerstag, den 25. April 2019 gegen zehn Uhr in Spanien auf meinem Handy angerufen. Gerade als ich mit meiner Frau beim Hotelfrühstück saß, den Mund voll mit Toast, die zischende Kaffeemaschine und diverse laut aufeinander einredende spanische Mitgäste im Hintergrund. Deleja-Hotko war kaum zu verstehen.

Ein oder zwei Tage zuvor hatte sie bei unserem Eike-Präsidenten Dr. Holger Thuß angerufen, war aber wegen der Osterferien abgeblitzt, und auch vor dem Anruf bei mir hatte sie bei unserem wissenschaftlichen Pressesprecher Klaus-Eckart Puls versucht, mit Fragen nach unserer politischen Arbeit ihre Vorurteile bestätigt zu bekommen. Der erklärte ihr zwar geduldig manches Fachliche, doch er weigerte sich, mit ihr darüber zu sprechen, und verwies sie an mich.

Kaum hatte sie mich an der Strippe, schoss sie schon eine Reihe von wilden, mit Fragen vermengten Behauptungen ab, die ich nach bestem Wissen und Gewissen beantwortete. Das interessierte sie aber wenig, denn obwohl ich sie abschließend bat, mir die beidseitig gemachten Aussagen per Mail zu bestätigen, schickte sie mir zwar eine Mail, die aber nur das halbe Gespräch wiedergab, von dem sie aber behauptete, dies seien (alle) ihre Aufzeichnungen.

Was wollte sie wissen? Sie wollte natürlich wissen, ob Eike überparteilich ist, das habe ich ihr bestätigt. Sie wollte wissen, ob einzelne Mitglieder das auch sind. Meine Antwort: Sie sind es oder sind es nicht, je nach persönlicher, privater Entscheidung. Aber das würde nicht bei uns abgefragt werden. Sie wollte wissen, ob und wie wir mit dem amerikanischen Heartland Institute und dem Committee for a Constructive Tomorrow (Cfact) zusammenarbeiten, meine Antwort: Ja, lose! Sie wollte wissen, ob die uns finanzieren. Meine Antwort: Nein, tun sie nicht, es sei denn, sie beteiligen sich an unseren Konferenzen, dann tragen sie ein Scherflein dazu bei. Ich wies sie außerdem auf den Widerspruch hin, unter anderem von Wikipedia und allen, die dort abschreiben, also allen, dass wir zwar verleumdet werden, von der Fossil-Lobby finanziert zu werden, aber in der Realität uns selber ausbeuten, alle ehrenamtlich und von unseren Homeoffices aus arbeiten würden und uns nur ein kleines Büro in Jena leisten könnten. Wenn die Millionen nur so flössen, müsste das wohl anders aussehen. Dann wollte sie etwas zu Horst Lüning wissen und seinem Institut in der Schweiz. Letzteres kenne ich kaum. Lüning hingegen kenne ich gut, und wir arbeiten auch gut zusammen.

Ich wies auch darauf hin, dass so gut wie alles, was in Wikipedia über Eike steht, entweder gelogen oder total verdreht ist. Wenn sie etwas wissen wolle, dann möge sie anrufen, aber nicht dort abschreiben.

Mehrmals erwähnte ich dann die Privatheit meines Engagements bei der AfD. Aber, so fragte sie, wenn ich von der AfD als Sachverständiger „geladen“ (so sagte sie mehrmals, richtig wäre „eingeladen“ gewesen) würde, dann folgte ich dieser Einladung als Eike-Mitglied? Das habe ich bestätigt und hinzugefügt, dass jeder Experte von Eike jeder Einladung einer demokratischen Partei folgen würde, wenn diese das wolle.

Dann wollte sie noch wissen, wer bei Eike schreiben darf, ich sagte, das entscheiden wir intern, auch was veröffentlicht wird und was nicht. Nicht jeder, der wolle, würde auch veröffentlicht, das ist ein geführter Blog. Und unsere Newsseite, so erklärte ich ihr geduldig und ausführlich, ist sozusagen die „Bild“-Zeitung und die Publikationsseite die wissenschaftliche Seite. Natürlich würden auch neue Publikationen auf der Newsseite angekündigt. Sie tat so, als ob sie all das begriffen hätte.

Abschließend bat ich sie um eine Zusammenfassung unseres Gesprächs per Mail, die dann auch – wenn auch deutlich verkürzt – kam und so aussah (mit meinen Ergänzungen in Klammern): „Sehr geehrter Herr Limburg, wie gewünscht eine Bestätigung für das gerade geführte Gespräch. Wir sprachen über folgende Punkte: Beiträge, die auf der Webseite und auf Twitter geteilt werden: Es gibt (begutachtete, M.L.) wissenschaftliche Publikationen, die in Fachzeitschriften erscheinen und (viele, M.L.) Beiträge auf der News-Seite, die aktuelle Themen aufgreifen. Arbeitsweise/-form von Eike: Der Großteil der Mitglieder ist in Rente und arbeitet von zu Hause aus. Unsere Mitglieder sind oftmals Professoren (Physiker, Geologen, Meteorologen, Ingenieure und andere, M.L.), die sich nach der Pensionierung trauen, die Dinge beim Namen zu nennen. Mindestens einmal im Jahr findet eine Mitgliederversammlung und eine Konferenz statt. Wir arbeiten ehrenamtlich und finanzieren uns durch Spenden. Parteimitgliedschaft von Eike-Mitgliedern: Herr Puls hat sich (eventuell, M.L.) geirrt. Es gibt Eike-Mitglieder, die ebenso Mitglied von Parteien sind (CDU,CSU, FDP und andere. Dies wird aber von uns nicht abgefragt, M.L.) Ich bin bei der AfD. Das Institut Eike ist jedoch parteipolitisch unabhängig. (Das erfordert nicht nur die Satzung, sondern auch unser Selbstverständnis, M.L.) Für die AfD arbeite ich als Privatperson. Wenn ich als Sachverständiger von der AfD empfohlen (und dann von der ausführenden Stelle (Ausschuss) eingeladen, M.L.) werde, bin ich für Eike da und somit parteipolitisch unabhängig. Kontakte zu anderen Instituten: Wir sind (lose, M.L.) verbunden mit dem Heartland Institute und auch mit Cfact. Wir laden uns gegenseitig auf Konferenzen ein. (Holger Thuß hat mit Cfact und CFACT Europe nichts zu tun. Er war damals nicht der Präsident, sondern Mithelfer bis 2007 (Gründung von Eike) beim Aufbau von Cfact Europe. Cfact Europe wurde 2011 eingestellt, M.L.) Sebastian Lüning und IFHGK: Herrn Lüning kennen wir lange und gut. Büro in Jena: Wir haben ausreichend Überschüsse, um uns (seit längerem, M.L.) eine Miete für ein Büro leisten zu können. Dort sitzt (und arbeitet, M.L.) Herr Thuß und zeitweise Praktikanten. (Wikipedia: Fast sämtliche Informationen, die man bei Wikipedia über Eike findet, sind entweder gelogen oder verdreht, um uns in schlechtes Licht zu rücken. Deswegen rate ich von der Verwendung von Wikipedia-Informationen dringend ab, M.L.) Beste Grüße, Vera Deleja-Hotko“

Was Deleja-Hotko in der Mail wegließ, konnte man dann im Print-Artikel lesen: Es war völlig klar, dass die Vereinsnummer wieder aufs Tapet kommt, obwohl ich der Frau deutlich gemacht hatte, dass auch das hochgelobte PIK ein Verein ist und dies daher kein Gattungsmerkmal sei. Es war völlig klar, dass auch die Nummer mit Dr. Holger Thuß und Cfact Europe wieder gebracht wird, obwohl ich ihr gesagt hatte, dass Dr. Holger Thuß niemals Präsident von Cfact Europe war, wie es von Wikipedia behauptet wird. Sie brachte es trotzdem, wenn auch zum „Vorstand“ umetikettiert, denn sie brauchte ja die Verbindung zu den „großen Summen“, die Cfact von Exxon erhalten hatte. Dass das 2008, also vor über zehn Jahren, das letzte Mal der Fall war und Greenpeace und Konsorten wohl immer noch bedacht werden, behielt sie lieber für sich. Es war völlig klar, dass sie den Unterschied zwischen unserer wissenschaftlichen Publikations- und der News-Seite verwischen wollte, obwohl ich ihr telefonisch mehrfach den Charakter beider Seiten (Stichwort für die Newsseite: „Bild“-Zeitung) klargemacht hatte. Auch da hatte sie so getan, als ob sie verstanden hätte.

So verlief also die geprüfte hingebungsvolle Recherchearbeit des „Spiegel“. Zumindest bei mir und meinen Kollegen.

Warum fällt mir beim Schreiben dieser Rezension nur immer der Spruch von Ignazio Silone ein: „Wenn der Faschismus wiederkommt, dann wird er nicht sagen, ich bin der Faschismus, er wird sagen: Ich bin der Antifaschismus“? Vermutlich, weil heute die mediale Wirklichkeit so aussieht. Machen Sie sich selbst ein Bild. Aus Copyright-Gründen kann ich den Artikel leider nicht anhängen. Eventuell können Sie den „Spiegel“ im Wartezimmer Ihres Arztes lesen, oder sie müssen in den sauren Apfel beißen und gute 5,30 Euro dafür hinblättern.

Um allen Fragen der Leser, warum wir von Eike uns diese Leute antun, vorzubeugen, sollten Sie dies wissen: Wir tun das, weil es für uns eine Win-Win-Situation ist. Wir können dabei nur gewinnen, und die „Haltungzeiger“ bei den Medien können nur verlieren. Missachten sie uns, werfen ihnen ihre Leser das vor, eventuell machen sie weniger Auflage, die sie so nötig brauchen wie ein Verdurstender das Wasser. Ohne Auflage keine Anzeigen, keine Käufer, keine Jobs. Lügen sie über uns, auch durch Halbwahrheiten, Weglassen oder Verdrehungen, werden sie im Internet erwischt und an den medialen Pranger gestellt. Gepaart mit der berechtigten Frage: Wer glaubt denen noch? Berichten sie ehrlich über uns, werden sie zwar eventuell von der Politik und anderen Medien-Kollegen gemobbt, könnten sich aber wenigstens im Spiegel wieder anschauen. Die Kollegen der anderen unabhängigen Blogs beweisen es täglich.

Wir können daher nur gewinnen. Es ist keine Frage des Geldes, sondern nur der Zeit!

Dieser Artikel erschien zuerst auf der Seite des Europäischen Instituts für Klima und Energie (Eike).


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