29. August 2020

Klimaforscher sieht in Grünen-Chefin mögliche Merkel-Nachfolgerin Gleich und gleich gesellt sich gern

Eine große Gemeinsamkeit: Beide tun sich im Kampf gegen „Klimawandel“ mit dem Rechnen etwas schwer …

von Michael Limburg

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Bildquelle: Stephan Röhl / flickr.com Prof. Schellnhuber über Annalena Baerbock: „Die neue Angela Merkel“

Irgendwie passen die beiden doch zusammen. Der eine, ehemals Chef und immer noch Gründungsdirektor des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung – von Spöttern auch gern mal in Potsdam Institut für Klimaforschungsfolgen umgetauft – und damit sozusagen oberster Klimapaniker Deutschlands, vielleicht sogar der Welt, weil auch der Papst auf ihn hört, Hans-Joachim Schellnhuber, und die andere, die Co-Vorsitzende der Partei die Grünen/Bündnis 90, vom Beruf her Bachelorette in Politikwissenschaft und öffentlichem Recht, obendrauf mit Master in Public International Law von der London School of Economics, Annalena Baerbock, inzwischen Mitglied des Deutschen Bundestages und gern gesehener Talkgast in allen ÖR-Talkshows und zuletzt Interviewte im Sommerinterview des ZDF.

Und warum passen die beiden so gut zusammen?

Die Antwort könnte lauten, weil beide, jeder auf seine eigene unnachahmliche Weise, nicht so gut rechnen können, dies aber durch einen Schwall von wohlklingenden Plattitüden, gewürzt mit der Ankündigung unmittelbar bevorstehender Katastrophen, der wissbegierigen Journoschar in die Kamera, das Mikro oder die Feder diktieren. Und die, weil sie nichts merken, weil ebenfalls nicht so gut mit „Mathe“ vertraut, weil rechtzeitig abgewählt, diese ihre sonderbaren Botschaften in alle Welt verbreiten.

Die Beispiele dafür sind zahlreich. Besonders bei der Grünen-Vorsitzenden Annalena Baerbock. Mal emittiert jeder Deutsche „pro Kopf neun Gigatonnen“ (klingt so schön kompetent, auch wenn die Zahl eben mal um den Faktor eine Milliarde zu groß ist) CO2, mal sind 75 Prozent nicht ganz so viel wie eine Zweidrittelmehrheit.

„Wenn alle so bei 25 Prozent stehen, dann ist das nicht mehr eine so große Koalition wie zu anderen Zeiten, die haben alle miteinander so 75 Prozent im Bund oder sogar ne Zweidrittelmehrheit“, sagte sie anlässlich des Sommer-Interviews durch Shakuntala Banerjee vom ZDF. Und der fiel das auch nicht auf, vielleicht weil sie gerade vom Klimawandel abgelenkt war, den Annalena ihr im derzeitigen Niedrigwasser der Oder zeigte.

Und wie passt Prof. Schellnhuber da hinein?

Nun, der hat’s mit dem Rechnen auch nicht so, verbirgt das aber hinter der todernsten Miene des besorgten Wissenschaftlers und behauptet jeweils das Gegenteil. Wenn zum Beispiel Prof. „John“ Schellnhuber das Abschmelzen der Himalaya-Gletscher in den „nächsten 30 bis 40 Jahren“ dem gläubigen Karsten Schwanke als schlechte Botschaft mit auf den Weg gibt. Diese Behauptung wurde wenig später selbst von IPCC(Intergovernmental Panel on Climate Change, im Deutschen oft als „Weltklimarat“ bezeichnet) -Offiziellen als total falsch, weil ein „Zahlendreher“, dargestellt.

Oder zum Beispiel dann, wenn er exakt und wissenschaftlich ganz genau die noch zulässige Menge an CO2 berechnet, die noch emittiert werden darf, wenn wir uns nicht „selbst verbrennen“ wollen, aber – leider, leider – je nachdem, wann man ihn fragt, immer eine ganz andere Zahl benennt, die aber – wie anders – immer ganz exakt berechnet wurde.

So sagt er in der Sendung „scobel“ vom 29. November 2009: „Das heißt wir können das Kohlenstoffbudget, was der Menschheit noch bleibt, in den nächsten 40 Jahren etwa, bis Jahrhundertmitte, exakt ausrechnen, das mit dem Zwei-Grad-Ziel verträglich ist. Es sind ungefähr 700 Milliarden Tonnen CO2.“

Dies, obwohl er wenige Tage früher bei Phoenix in der Sendung „Vor Ort“ (am 23. November 2009) öffentlich verkündet hatte: „Wir wissen ganz genau, welches Kohlendioxidbudget der Menschheit noch bleibt, …. es sind etwa 750 Milliarden Tonnen CO2.“

Um dann wieder wenige Tage später, am 3. Dezember 2009, diesmal bei Maybrit Illner, mitzuteilen: „Wir können sehr genau ausrechnen, wie viel Kohlenstoffkredit der Mensch noch bei der Natur hat. Es sind ungefähr 800 Milliarden Tonnen CO2.“

Und sein Kollege, der Ökonom Ottmar Edenhofer sprach dann am 6. Dezember 2009 sogar vom „Zeitdruck“, dem wir unterliegen würden – allerdings diesmal bis zum Ende des Jahrhunderts –, also in 90 statt 40 Jahren, weil wir nur noch 770 Milliarden Tonnen CO2 emittieren dürften.

Diese Zahl hatte er wohl von seinem damaligen Chef Schellnhuber aufgeschnappt, der wenige Tage zuvor, nämlich am 30. Oktober 2009 in der „langen Nacht des Klimas“ des ZDF, dem erfreuten Karsten Schwanke verraten hatte: „Ich kann es Ihnen sogar genau sagen, (dass) noch ungefähr 750 Milliarden Tonnen CO2 in die Atmosphäre geblasen werden“ dürften. Wieder bis zum Ende des Jahrhunderts.

Erfreulicherweise nannte derselbe Ökonomie-Professor Ottmar Edenhofer dann in einem Bericht in 2015 noch circa 1.000 Gigatonnen CO2, die die Atmosphäre bis zur Erreichung des CO2-Zieles noch aufrechnen könne.

Inzwischen hat sich selbst das als Ente entpuppt, weil niemand weiß, wie groß die Kunstgröße „Klimasensitivität“, also die Konstante, die bestimmt, auf welche Temperatur sich die Atmosphäre einstellen würde, wenn sich die CO2-Konzentration verdoppelte, wirklich ist.

Trickreicher, aber vom Ergebnis her vergleichbar, ist Prof. Schellnhuber da schon mit seinen Klimamodellen, die den allergrößten Unsinn („garbage in, garbage out“), den natürlich niemand zu hinterfragen wagt, mittels Großrechner berechnen. Wer legt sich schon gerne mit Großrechnern an. Schon das Wort ist doch Ehrfurcht gebietend. Und die, und das ist das Schöne daran, das große Unheil immer erst in ferner Zukunft „prognostizieren“, was Herr Schellnhuber mal so eben exakt berechnet „prophezeit“. Und die, da er ihnen – den Großrechnern – die Vorgabe mit den Kipppunkten gemacht hat, treu und brav zu jeder gewünschten Zeit genau diese Kipppunkte berechnen. Was zu beweisen war, oder Quod erat demonstrandum, wie der Lateiner sagt.

Und eben dieser Schellnhuber kann sich bei Frau Baerbock gar nicht einkriegen vor Begeisterung. So fasst die Zeitschrift „Die Welt“ seine aktuellen Auslassungen nüchtern zusammen: „Baerbock kann eine neue Angela Merkel werden.“

Für Klimaforscher Schellnhuber ist Annalena Baerbock ein „politisches Riesentalent“. Von Robert Habeck hält er hingegen weniger … Er lobt Baerbock als „politisches Riesentalent“. Vielleicht, sagt der Klimaforscher im „Spiegel“, könne sie gar eine neue Angela Merkel werden … Er sei sich nicht sicher, ob Habeck die Grünen auf den Kurs bringen könne, der erforderlich sei, um das Klima zu retten, sagt Schellnhuber. „Es fehlt vielleicht eine kleine dämonische Seite, eine dunkle Note, die notwendig ist, um Historisches zu bewirken.“ So weit „Die Welt“.

Dass Prof. Schellnhuber in all den Jahren nichts dazugelernt hat, zeigt bereits sein Auftritt beim Grünen-Parteitag am 25. November 2017. Dort rief er der begeisterten Menge zu: „Warum bin ich hier? Weil sich diese Partei offenbar als einzige den Luxus erlaubt, sich an der wissenschaftlichen Wahrheit zu orientieren.“

Nun, wer das glaubt, der möge sich auch offiziell mehr dem wirklich Esoterischen zuwenden, aber nicht so tun, als würde er harte ehrliche Wissenschaft betreiben.

Bleibt festzustellen: Gleich und gleich gesellt sich natürlich gern, wie schon der Volksmund weiß.

Dieser Artikel erschien zuerst auf der Seite des Europäischen Instituts für Klima und Energie (Eike).


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