25. April 2019

Jürgen Kaube in der „FAZ“ über die AfD Der Brandfall Notre-Dame

Der Verdacht auf einen Anschlag ist keinesfalls abwegig

von Klaus Peter Krause

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Bildquelle: Frederic Legrand - COMEO / Shutterstock.com Kathedrale Notre-Dame nach dem Brand: Kann es wirklich ein Unfall gewesen sein?

Den Gegnern der AfD ist kein Anlass zu primitiv, um ihn gegen diese Partei auszuschlachten. Leider gehört auch die „FAZ“ dazu. Im Feuilleton des Blattes leitete Jürgen Kaube seinen diesbezüglichen Beitrag mit diesem Satz ein: „Die AfD hät­te es nicht ge­wun­dert, wenn Not­re-Da­me von Mus­li­men in Brand ge­steckt wor­den wä­re.“ Kaube ist einer der vier Herausgeber der „FAZ“, also nicht irgendwer. Zwar nicht ausdrücklich, aber implizit unterstellt er damit gleich der gesamten Partei – nicht bloß einzelnen ihrer Mitglieder – so etwas wie eine klammheimliche Freude über den Brand dieses berühmten abendländisch-christlichen Wahrzeichens, als komme es der AfD recht gelegen, hinter dem Brand sogleich einen muslimischen Anschlag vermuten zu dürfen. Kaube selbst nennt das einen „giftigen Reflex der Schuldzuweisung“. So auch der Titel seines Beitrags. Gemeint ist der Satz diffamierend. Würde es aber wirklich niemanden wundern, wenn Muslime oder andere politische Kräfte hinter dem Brand steckten? Ist es nicht sogar naheliegend, einen Anschlag gleich als erste Ursache zu vermuten?

Der Verdacht auf einen Anschlag ist keineswegs abwegig

Spektakuläre Anschläge sind seit langem keine Seltenheit mehr. Der bislang spektakulärste war der auf die Zwillingstürme des World Trade Center in New York am 11. September 2001. Anschläge gegen Christen und christliche Symbole werden mehr und mehr sogar zu einer Dauererscheinung. Kirchenschändungen gerade in Frankreich haben sich in den letzten zwei Jahren gehäuft. Es ist also überhaupt nicht abwegig, auch im Brandfall Notre-Dame sofort an einen möglichen Anschlag zu denken. Es fällt geradezu auf, mit welch eiliger Beflissenheit offizielle Stellen und Medien sogleich Bauarbeiten als Brandursache anzugeben wussten. Der Verdacht, sie wollten von anderen möglichen Ursachen von vornherein ablenken, liegt daher nicht gar so fern.

Der einstige Notre-Dame-Chefarchitekt Mouton: Der Brand war kein Unfall

Im Internet gibt es zu dem Brand einen Bericht von Watergate.tv über ein Interview mit dem ehemaligen Chefarchitekten der Notre-Dame-Kathedrale, Benjamin Mouton, im amerikanischen Fernsehen. Nach Moutons Darstellung kann der Brand kein Unfall gewesen sein. Auch der gegenwärtige Chefarchitekt hat sich nicht anders geäußert.

Der gegenwärtige Chefarchitekt der Kirche bestätigt seinen Vorgänger

Aus dem Bericht vom 19. April über das Interview: „Das Feuer sei entgegen den Behauptungen der Mainstream-Medien nicht dort ausgebrochen, wo die Renovierungsarbeiten beginnen sollten. Zudem hatten die Renovierungsarbeiten noch gar nicht begonnen, bestätigte ebenfalls der aktuelle Chefarchitekt von Notre-Dame und Architekt der historischen Monumente in Frankreich, François Chatillon. Deswegen hätten auch keine Schweißarbeiten oder andere Arbeiten stattgefunden, die ein Feuer hätten auslösen können. Lediglich das Gerüst sei aufgebaut worden. Die Arbeiter, die sich in der Kathedrale befunden hätten, seien zudem bereits vor Ausbruch des Feuers nicht mehr in dem Gebäude gewesen. Der Brandschutz (Feuermelder, Rauchmelder) in der Kathedrale sei auf allerhöchstem Niveau und entspreche den neuesten Standards, so Mouton. Der Gebrauch von elektrischen Geräten sei ohnehin im Dachstuhl untersagt. Die Sicherheitsvorschriften zum Gebrauch von Feuer und Chemikalien waren außerdem vorher extrem verschärft worden. Der Brand konnte auch nicht von einem elektrischen Kurzschluss ausgehen. Zudem wurde das Dach 24 Stunden überwacht. In der Kathedrale waren zwei Feuerwehrleute rund um die Uhr anwesend, so Mouton weiter.“

Brennen konnte der Dachstuhl nur durch Brandbeschleuniger

Weiter heißt es in dem Bericht: „Die Feuerwehr soll bereits nach dem ersten Feueralarm um 18:20 Uhr eingetroffen sein. Zu diesem Zeitpunkt war aber noch kein Feuer sichtbar. Dennoch begann die Feuerwehr mit der Evakuierung der Kathedrale. Erst ab 18:50 Uhr wurde Rauch sichtbar, der aus dem Dach der Notre-Dame aufstieg. Zu diesem Zeitpunkt wurde auch der zweite Feueralarm ausgelöst (der erste ging um 18:20 Uhr los). Mouton bestätigte die Aussagen anderer Dombaumeister und Experten alter Gebäude: Eichenholz, das über 800 Jahre alt ist, ist nur sehr schwer entflammbar, da es mit der Zeit zu versteinern beginnt. Der Dachstuhl habe nur durch den Einsatz von Brandbeschleunigern derart lichterloh brennen und das Feuer sich so rasend schnell ausbreiten können. Ein weiterer Hinweis dafür, dass Brandbeschleuniger im Dachstuhl verwendet worden seien, sei die schnelle Ausbreitung des Feuers in alle Richtungen des Dachs, entgegen der Windrichtung. Auch dies sei vollkommen unmöglich, erst recht mit 800 Jahre altem, nahezu versteinertem Eichenholz, so Mouton. Es sei daher vollkommen ausgeschlossen, dass dieses Feuer durch einen Unfall entstanden ist und sich so schnell verbreitet hat, so Mouton.“ Über „erste Ungereimtheiten“ hatte Watergate.tv am 18. April berichtet.

Im Ausland sieht man die Brandursache anders

Ein in Australien lebender Deutscher schrieb mir, im Ausland werde die Brandursache anders gesehen, als von offizieller Seite und in deutschen Medien wiedergegeben, und legte ein paar Beispiele bei. Zu einem diesbezüglichen Bericht des Magazins „Focus“ hatte er selbst eine Leserzuschrift verfasst. Aber die

Redaktion hatte es abgelehnt, sie zu veröffentlichen: „Ihr Beitrag wurde von uns nach Prüfung durch einen Administrator nicht veröffentlicht.“ Den Inhalt seines Leserbriefes hat er mir zum Weiterreichen überlassen.

„Was nun, ihr Medien?“

Auch er verweist auf den Kommentar eines Chefarchitekten und schreibt mit leichter Ironie: „Ist doch klar, warum fast alle deutschen Medien mehr wissen als die Ermittler. Es darf der Eindruck nicht entstehen, dass es sich um Brandstiftung handelt, obwohl das nach der Vielzahl der Anschläge auf französische Kirchen naheliegend ist. In deutschen Medien wurde zunächst behauptet, es waren Schweißarbeiten. In der englischsprachigen Presse hört sich das ganz anders an, dort sagte der Chefarchitekt der Monumentes Historiques, Philipe Villeneuve: ‚Die Restaurierungsarbeiten hatten noch nicht begonnen, nur das Gerüst wurde aufgestellt.‘ Die letzten Arbeiter der Gerüstbaufirma Europe Echafaudage waren eine Stunde vor Beginn des Brandes (18:50 Uhr) gegangen. Nun soll es ein Kabelbrand gewesen sein, allerdings gab es aus Gründen des Brandschutzes dort nie Kabel im Dach. Was nun, ihr Medien?“

Ein Rundumschlag der „FAZ“ gegen die AfD überhaupt

Zurück zum niederträchtigen AfD-Bashing von Jürgen Kaube im „FAZ“-Feuilleton. Kaum erschienen, griffen andere Medien prompt den Kaube-Titel vom „giftigen Reflex der Schuldzuweisung“ auf und reichten ihn weiter. Aber viel eher ließe sich ein „giftiger Reflex“ Jürgen Kaubes gegenüber der AfD konstatieren. Kaube nämlich nutzt sein Pamphlet zu einem Rundumschlag gegen die AfD überhaupt. Medienbeobachter wissen, dass die „FAZ“ (wie auch andere Mainstream-Medien) keine Gelegenheit auslässt, die AfD als politisch zu rechts, als rechtsextrem, als nationalistisch, als „völkisch“ erscheinen zu lassen und jedes Fehlverhalten genüsslich auszubreiten. In der Tat bieten einzelne AfD-Mitglieder oder AfD-Gliederungen solche Gelegenheiten immer wieder. Natürlich soll die „FAZ“ auch darüber berichten und kommentieren, aber nicht nur darüber. Denn über die wirklichen programmatischen Ziele der Partei wird Schweigen ausgebreitet, als herrsche die Furcht, den Lesern könnte das Programm gefallen. Aufgeweckte und aufmerksame Leser mögen solche Einseitigkeit nicht. Sie merken: Die AfD ist nicht nur von den Altparteien nicht gewollt, sondern auch von der „FAZ“-Redaktion nicht.

Wenn alle Altparteien links stehen, steht für sie die AfD als Partei der Mitte ganz rechts

Programmatisch ist die AfD eine Partei der gemäßigten, besonnenen, bürgerlichen Mitte, die Deutschland vor den schweren Schäden bewahren will, die die Altparteien anrichten, und die die deutsche Politik auf den „Tugendpfad“ zurückführen will. Das Grundsatzprogramm und die Wahlprogramme weisen es aus. Die ursprünglichen Parteien der politischen Mitte wie CDU, CSU und FDP sind von dort nach links abgedriftet, wo auch die Grünen und Die Linke stehen. Folglich nehmen alle fünf die AfD als stramm rechts von ihnen wahr und diffamieren sie gar als rechtsextrem. Die AfD will bewahren oder wieder herstellen, was sich als die Vernunft der bürgerlichen Mitte anbietet. Die anderen Parteien haben sich weit davon entfernt.

An Jürgen Kaube eine Gegenfrage

Jürgen Kaube schreibt: „Von Zeit zu Zeit er­rei­chen uns Le­ser­brie­fe, die sich über den Um­gang der Me­di­en und auch die­ser Zei­tung mit der AfD be­schwe­ren. In ih­nen ist von ein­sei­ti­ger Be­richt­er­stat­tung die Re­de. Man meint: ein­sei­tig kri­ti­sche Berichterstat­tung. Die AfD ver­tre­te kon­ser­va­ti­ve Ein­stel­lun­gen, na­tio­na­le Gesichtspunk­te, in Fra­gen bei­spiels­wei­se der En­er­gie­wen­de, des Eu­ros und des Klima­wan­dels, au­ßer­dem den ge­sun­den, skep­ti­schen Men­schen­ver­stand und allgemein die abend­län­di­schen Wer­te ge­gen den Is­lam. Wes­halb, so die Beschwerde, setzt sich aus­ge­rech­net ei­ne kon­ser­va­ti­ve Zei­tung von die­ser Par­tei so deut­lich ab?“ Man sollte Kaube eine Gegenfrage stellen: Warum setzen sich immer mehr langjährige, ausgerechnet konservative „FAZ“-Leser von Kaubes Zeitung ab?

Interview mit dem Architekten Benjamin Mouton (Englisch)

Watergate.tv: „Ex-Architekt von Notre Dame: Das war kein Unfall“

Watergate.tv: „Notre-Dame-Inferno: Erste Ungereimtheiten werden bekannt“

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog des Autors.


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