14. April 2019

Auswirkungen eines Bedingungslosen Grundeinkommens Ohne Leiden kein Leben

Wer es ausschalten will, nimmt dem Menschen die Chance auf Glück

von Frank Jordan

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Bildquelle: shutterstock Voraussetzung für Erfolg: Disziplin

Erfüllte, zufriedene, erfolgreiche Menschen unterscheiden sich von boshaften, bitteren, neidischen und auf der Stelle tretenden Menschen meist nicht durch Talent und schon gar nicht durch „Umstände“, sondern durch Disziplin. Disziplin aber heißt Leiden.

Jeder Job, jedes Projekt – sei es künstlerisch, geschäftlich, sozial oder alles zusammen – bringt Durststrecken mit sich. Der Anfang ist selten ein Problem. An Energie, Enthusiasmus und Plänen mangelt es zu Beginn nie. Aber bald schon ist der Honeymoon vorbei, und da gilt es dann, durchzuhalten, weiterzumachen, zu überwinden. Federn lassen, bluten, sich langweilen (auch das!), kotzen vor Angst (pardon!). Das ist Leiden. Es kann Jahre dauern, bis ein Durchbruch sich abzeichnet, bis die Sache rentiert, bis man es zur Meisterschaft bringt oder einfach gut ist, bis man Anerkennung erntet.

Das ist hart. Aber es ist volles Leben. Ganz Menschsein. Würde. Wer es dem Menschen via Bedingungslosem Grundeinkommen „erleichtern“ will – egal wie gut er es meint –‍, nimmt ihm die Chance auf Glück. Das ist auch der Grund, warum große Vermögen in der Regel nach spätestens vier Generationen futsch sind.

Es gibt sie – aber die wenigsten sind Berufene, die sich durchbeißen, auch wenn es hart wird, ohne einen „Lohn“. Der Mensch vereint in sich den Widerspruch, dass er einerseits Leiden vermeiden will, andererseits nur dann wirkliche Erfüllung findet, wenn er durch das Leiden und damit seine Schwäche hindurchbricht.

Wer das „ausschalten“ will, schafft gelangweilte, träge, faule, neidische und unzufriedene Menschen. Er sagt „Glück“, „Würde“, „Selbstverwirklichung“ und erreicht Halbmenschen, die unter ihren Möglichkeiten leben. Nur halb am Leben und zur Hälfte schon tot.

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog des Autors.


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