05. April 2019

Ökologisten bei „Anne Will“ Die Greta-Vision

Das wird die Zukunft Deutschlands

von Jörg Seidel

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Bildquelle: Liv Oeian / Shutterstock.com Weiß ohne hinzugucken, was getan werden muss: Greta Thunberg

Ich muss mich korrigieren! Die Gretaisierung von Politik und Gesellschaft wird nicht spurlos an uns vorübergehen, wie ich bis vor kurzem annahm – sie könnte unser Leben sehr bald sehr drastisch verändern.

Ich hatte eine Vision. Während ich mir die Sendung mit der Anne Will anschaute, stieg vor meinem geistigen Auge die Zukunft auf. Ich sah das Interview der Göre, dieser Jeanne d‘Arc des Ökologismus.

Wie sie da auf dem Stuhl saß, unruhig, unsicher, sich gänzlich unwohl fühlend und dennoch glühend heiße Sätze schmiedete, ohne Kompromiss, ihr manisches Schwarz-weiß-Denken öffentlich eingestehend, wie sie Katastrophendaten nennt, anscheinend ohne zu ahnen, was fließende Übergänge sind, wie sie Wissenschaftsapokalyptik wortwörtlich nimmt und wie sie dabei von Anne Will wie ein Kind, zugleich aber wie eine Erscheinung angestaunt und belächelt wurde, als könne sie tatsächlich die Erlösung sein.

Ich sah die kompromisslose Vergatterung des Fernseh-Wissenschaftlers Lesch, wie er verheerendste Umweltkatastrophen in unmittelbarer Zukunft voraussagte und ein Jetzt oder Nie einforderte.

Ich sah, wie sich eine junge Umweltaktivistin ohne jeglichen Begriff von Politik anschickte, sofort radikalste Entscheidungen zu fordern.

Ich sah, wie der Vorsitzende der grünen Partei sich in diesen Wind warf, und das obwohl ihm zu schwanen schien, dass der kommende Sturm auch ihn hinwegfegen wird.

Ich hörte das Publikum diesen Wahnsinn beklatschen… Aus ihrer aller Augen blitzte der Fanatismus, bereit zur Tyrannei.

Und da sah ich: Das wird die Zukunft Deutschlands. Die Ökodiktatur klopft an die Tür. Sie ist demographisch schon vorgezeichnet. Unter Schülern und Studenten würde schon jetzt fast die Hälfte Grün wählen, unter Jugendlichen wäre diese Partei stärkste Kraft. Die Grünen werden – nach der kulturellen Hegemonie – auch die politische Macht übernehmen.

Die Panik, die aus den Worten Gretas spricht, die von den Aktivisten nahtlos übernommen wurde, die auch ein Wissenschaftler in sich spürt, wird die Massen ergreifen und damit zur materiellen Gewalt werden. So wie im 18. Jahrhundert Frauen reihenweise ohnmächtig, im 19. Jahrhundert hysterisch wurden, so wie sich im 20. Jahrhundert der Burnout oder ADHS als dramatisierende Auswege aus Lebensdilemmata anboten, so könnte nun die Ökopanik um sich greifen.

Sie wird kompromisslos sein, sie wird nur Freund oder Feind kennen, sie wird Politik, Diplomatie und auch Diskurs als Gegner markieren und radikale Entscheidungen – Abschaltungen, Verbote, Kontrollen – ohne Reflexionsprozess diktatorisch durchsetzen. Ökoterror – so wird die kommende Gefahr lauten.

Greta: „Ich bin realistisch. Ich weiß, was getan werden muss. Und dann tue ich es einfach. Ich habe keine Zweifel, und ich muss es nicht überdenken.“

Den Worten der Aktivistinnen, die unvorstellbar naiv sind, kann man entnehmen: Sie haben keine Ahnung, wie Zusammenleben funktioniert, aber sie haben recht. Und sie haben genuine Angst – und werden dieser Angst alles andere opfern. Ja, opfern! Zuletzt auch sich selbst.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „Seidwalk“.


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