12. Januar 2019

Sozialminister Hubertus Heil will die Zahl 13 vermeiden Auf Rat des Dienstschamanen

Das gibt der SPD wieder Auftrieb

von Holger Finn

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Bildquelle: shutterstock Bringt Unglück: Zahl 13

Es war der Dienstschamane des Arbeits- und Sozialministeriums, der seinen Chef kurz vor Weihnachten beiseitenahm. Hubertus Heil steckte mitten in den Vorbereitungen für das neue Sozialgesetzbuch, das nach chronologischer Zählung die Nummer 13 tragen würde. Sasambra Halixus aber, ein malinesischer Combro-Zauberer, der den Sozialdemokraten Heil seit seinem Amtsantritt beim Umgang mit anthropomorph gedachten dämonischen Kräften, übernatürlichen Dimensionen und animalischem Magnetismus berät, warnte seinen Minister eindringlich.

Die „13“ berge ein schlechtes Karma, argumentierte Halixus, der als Zauberer ausgebildet und als Schamane noch von Sayargyi U Sheini, dem berühmtesten Heiler von Birma, ausgebildet wurde. Halixus verwies auf prominente Beispiele bekannter Hotels, die weder eine 13. Etage besitzen noch Zimmer, die die Nummer 13 tragen. Nur durch diese Vorsichtsmaßnahmen, so der 58-jährige Ayahuasca-Schamane, gelinge es, fortlaufende Unglücke in der Beherbergungsbranche und menschliches Leid durch die Folgen von magischem Denken und selbsterfüllenden Prophezeiungen zu vermeiden.

Hubertus Heil ist in diesem Bereich besonders angreifbar, weil sich sein Name aus 13 Buchstaben und Leerzeichen zusammensetzt und seine Initialen das verbotene Nazi-Symbol „88“ ergeben, das auf Nazi-Nummernschildern für „Heil Hitler“ steht. Dieser Umstand verhinderte über lange Jahre, dass der Hildesheimer seinen magischen Fähigkeiten entsprechend in der SPD-Führung aufrückte. Erst 13 Jahre nach seiner Wahl zum Generalsekretär der damals noch als Volkspartei geltenden SPD gelang es ihm, das lecke Schiff der Parteibürokratie zu verlassen und sich einen der begehrten Ministerposten zu sichern.

Für Heil nach Angaben des ehemaligen Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ Grund genug, jetzt alles richtig machen zu wollen. Nach langen Beratungen mit Sasambra Halixus, der Staatssekretärsebene im Ministerium und externen Metaphysik-Experten, die mehrfach den Vogelflug beobachteten, Knochen warfen und in der Asche des verbrannten SPD-Wahlprogramms „Zeit für mehr Gerechtigkeit. Unser Regierungsprogramm für Deutschland – in zehn Minuten“ (Kurzfassung) lasen, entschloss sich Hubertus Heil, das neue Sozialgesetzbuch gleich mit der Nummer 14 auszustatten. Deutschland sei ein reiches Land, hier müsse man nicht immer auf die Zahlen schauen, hieß es dazu in Berlin. Auch die CDU stimmte zu. Der Bund habe gut gewirtschaftet, der Steuerzahler müsse nicht für die Kosten aufkommen, denn das Geld sei da, hieß es bei der Opposition in der Koalition.

Für den Sozialminister ein Sieg, denn durch die Vermeidung der Verwendung der Unglückszahl steigen die Chancen der SPD, bei den anstehenden Europa- und Landtagswahlen wieder ordentliche Ergebnisse zu erzielen. Die deutsche Sozialdemokratie zeige mit dem Eingehen auf die Bedenken vieler Menschen, die die 13 für eine Unglückszahl halten, dass sie verstanden habe, kommentierte das Willy-Brandt-Haus. Auch unbegründete Besorgnisse und irrationale Ängste vor parapsychologischen Gefahren müssten ernst genommen und in konkrete Politik übersetzt werden. Die Entscheidung des Bundesarbeits- und Sozialministers, die Zahl 13 für das neue Sozialgesetzbuch zu überspringen, zeige ein weiteres Mal, dass die erneuerte SPD die Zeichen der Zeit verstanden habe.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „Politplatschquatsch“.


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