18. Dezember 2018

Wahl von Annegret Kramp-Karrenbauer zur CDU-Vorsitzenden Jetzt haben wir zwei Merkels an der Spitze

Bereitschaft zum politischen Selbstmord

von Klaus Peter Krause

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Bildquelle: photocosmos1 / Shutterstock.com Die zweite Merkel: Annegret Kramp-Karrenbauer

„Kramp-Karrenbauer“ ist ein sperriger Name. In Überschriften von gedruckten Medien wird der Platz für ihn eng. Deshalb und weil die neue CDU-Vorsitzende mit Vornamen „Annegret“ heißt, hat sich die Abkürzung „AKK“ geradezu aufgedrängt.

Nach alldem, was bisher über den neuen Stern am CDU-Firmament zu erfahren war, hat diese Partei jetzt zwei Merkels in ihrer Führungsspitze und damit auch, solange die CDU politisch noch die entscheidende Rolle spielt, die leidgeprüfte deutsche Nation. Merkel eins sorgte in Marrakesch für die deutsche Unterschrift unter den für den Fortbestand unserer Nation hochgefährlichen UN-Migrationspakt und beging damit wegen dessen nicht offen ausgesprochener Zielsetzung Vaterlandsverrat. Merkel zwei setzt innerhalb der CDU wohl weitgehend fort, was dort bisher Merkel eins getrieben hat, allenfalls unterscheidbar in Nuancen – zum Beispiel im sprachlichen Geschick und im Verzicht auf die Raute-Handhaltung, auch wenn diese kein Unheil anrichtet. Als symbolisch auffällig lässt sich das Jackett werten, das sie auf dem CDU-Parteitag trug. Die gleiche unübersehbar grüne Farbe kennt man bei diesem Kleidungsstück auch von Merkel eins. Die Kommentare, die diesen Vorsitzwechsel abseits der Mainstream-Medien begleiten, fallen alles andere als schmeichelhaft aus. Hier drei Beispiele.

Mit einer Roulette-Scheibe als politischer Kompass

Dass der AfD-Bundestagsabgeordnete Nicolaus Fest zu den kritischen Begleitern des Geschehens gehört, wird nicht verwundern. Für ihn bedeutet die Wahl von AKK unter anderem: „Erstens, Merkel hat wieder gewonnen. Sie hat ihre Kandidatin durchgesetzt, jene Kandidatin, die wie eine Kopie ihrer selbst wirkt: farblos, intellektuell lückenhaft, mit einer Roulette-Scheibe als politischer Kompass – mal rot, mal schwarz und häufig die grüne Null. Zweitens, Merkel kann ihre zerstörerische Politik fortsetzen. Innerparteiliche Opposition muss sie nicht fürchten.“

Vier Gewinner der AKK-Wahl zur CDU-Vorsitzenden

Der Online-Informationsdienst „Unzensuriert“ aus Österreich schreibt: „Die ausgesprochen bieder wirkende CDU-Generalsekretärin und enge Vertraute von

Kanzlerin Angela Merkel steht für die Fortsetzung von Merkels Einwanderungskurs. Kramp-Karrenbauers Aufruf zu mehr Mut und Selbstbewusstsein muss in diesem Zusammenhang als Drohung aufgefasst werden. Die CDU müsse den Mut haben, ‚nicht den Schwarzmalern hinterherzulaufen‘, sagte die neue CDU-Chefin.“

„Unzensuriert“ sieht vier Gewinner der AKK-Wahl zur neuen CDU-Vorsitzenden: „Zunächst Angela Merkel, die ohne jeglichen Gegenwind der Parteichefin als Kanzlerin ihren Weg ungestört fortsetzen kann und sich nun auch nicht einmal noch zum Schein um die Parteibasis bemühen braucht. Als zweites können sich alle Merkel-Getreuen von von der Leyen bis Altmaier freuen, die nach der ‚verunglückten‘ Wahl des Fraktionsvorsitzenden, wo Merkels Wunschkandidat durchgefallen war, Angst um ihre Posten bekommen hatten. Als Gewinner gehen auch die AfD und die Grünen vom Platz, die sich voll zu Lasten der CDU und der Regierung weiter profilieren können. Und große Gewinner sind auch die Mainstream-Medien, die aus allen Kräften für Kramp-Karrenbauer und damit Merkel 2.0 getrommelt und damit ihre Macht demonstriert haben.“

Die vier Verlierer: AKK selbst, die CDU, die Deutschen und die SPD

Auch vier Verlierer macht „Unzensuriert“ aus: „Allen voran die dreifache Mutter Kramp-Karrenbauer selbst, die als Merkel-Double keinen Aufbruch signalisieren kann, was folglich die CDU trotz wohlwollendster Berichterstattung durch die Mainstream-Medien weiter verkleinern wird. Als drittes steigen alle Deutschen als Verlierer aus, denn sie müssen die katastrophale Merkel-Politik weiter ertragen. Und auch die SPD geht als Verlierer vom Platz: Mit der neuen CDU-Chefin erhält sie keine Chance zur Profilierung, denn die CDU macht weiter SPD-Politik.“

AKK als „Sargnagel“ der CDU

Für das Magazin „Compact“ – man mag dessen übliche rechtskonservative und plakativ formulierten Ansichten teilen oder nicht – bedeutet die AKK-Wahl dies: „Eine konservative Erneuerung der CDU findet nicht statt. Es geht alles weiter wie bisher: Migrationspakt, Islamisierung, Krieg gegen Autofahrer, Auflösung Deutschlands in der EU.“ – „Die knappe Hälfte der CDU, die auf den Gegenkandidaten Friedrich Merz setzte und ein imaginäres Zurück zur Vor-Merkel-CDU wollte, dürfte frustriert sein. Weitere Wähler und Mitglieder werden der CDU den Rücken kehren.“ – „Großer Gewinner der AKK-Wahl ist die AfD. Ein Teil der Merz-Anhänger wird zu ihr wechseln. Wäre Merz gewählt worden, hätte es umgekehrt kommen können.“ – „Mit AKK erlöschen alle Koalitionsträume CDU-AfD. Das erspart der AfD Linienkämpfe und gibt ihr die Chance zu harter Oppositionsarbeit, die der Wähler honorieren wird.“ – „Da sich das Regime mit AKK weiter vom Volk entfernt, wachsen die Chancen für den Widerstand. Wenn der französische Funke auf Deutschland übergreift, kann das Regime gestürzt werden. ‚Compact‘ freut sich über die Bereitschaft der CDU zum politischen Selbstmord. Diese Partei ist nicht mehr zu retten, AKK ist ihr Sargnagel.“

Die Rede von CDU-Mitglied Eugen Abler gegen Merkel in Hamburg

Kritische Stimmen gegen den politischen Mainstream in der CDU gehen in der Regel unter. Oder hat man in der Berichterstattung vom CDU-Parteitag in Hamburg den Namen „Eugen Abler“ gelesen? Dieser immerhin hat dort eine mutige Rede gegen Kanzlerin Merkel gehalten. Sie habe konsequent die Entkernung der CDU betrieben, das Leuchten des „C“ zum Erlöschen gebracht. „Hier sind Themen wie Gender-Ideologie, das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare, die Ehe für alle und der Lebensschutz zu nennen. Ihre Rechnung ist aber nicht aufgegangen. Sie haben die rechte Spur nicht beachtet und die Etablierung der AfD verursacht. Über eine Million früherer CDU-Wähler haben dieser Partei bei der Bundestagswahl ihre Stimme gegeben.“

„Hätten unsere Mütter abgetrieben, wären wir nicht hier“

Abler weiter: „Die Konservativen sind von Ihnen, Frau Bundeskanzlerin, ihrer Heimat beraubt worden. Das ‚C‘ in unserem Namen muss wieder Kompass werden.“ – „Wir müssen uns vom linken Zeitgeist abgrenzen, statt um ihn zu buhlen. Wir brauchen ein neues Bekenntnis zu den christlichen Grundwerten.“ – „Hätten unsere Mütter abgetrieben, wären wir nicht hier.“ – „Wir töten täglich potenzielle Ärzte, Facharbeiter, Pflegekräfte, Lehrer, Priester und so weiter und steuern damit in die demographische Katastrophe. Ohne die Tötung von sieben bis acht Millionen Kindern seit 1975 hätten wir keinen Fachkräftemangel und bräuchten keine Einwanderung.“

Eine Unterschrift unter den UN-Migrationspakt ist für Abler Landesverrat

Bezogen auf den UN-Migrationspakt sagte Abler, dieser sei ein Trojanisches Pferd, unter dessen Hülle illegale Einwanderung legalisiert werden solle. Er forderte Merkel auf, diesen Vertrag nicht zu unterschreiben: „Eine Unterschrift unter ihn ist für mich Landesverrat.“

Ein Glückwunschschreiben an Abler

Der Diplomchemiker Dr. Hans Penner aus Linkenheim-Hochstetten hat Abler zu dessen Rede beglückwünscht: „Sehr geehrter Herr Abler, die Delegierten der CDU sind ein disziplinloser Haufen. Den zutreffenden populären Ausdruck vermeide ich. Sie haben auf der Delegiertenversammlung am 07.12.2018 einen sehr guten Vortrag gehalten. Die Delegierten haben großenteils nicht zugehört, sind umhergegangen, haben gegessen und getrunken, haben sich unterhalten und mit ihren Handys gespielt. Sie haben in ausgesprochen nüchterner und sachlicher Weise überzeugend erläutert, dass Frau Merkel keinen moralischen Halt hat und die CDU demoralisiert hat. Wer Sie als ‚rechts‘ bezeichnet, bezeugt damit, dass ‚rechts‘ ‚rechtsstaatlich‘ bedeutet. Wer den demokratischen Rechtsstaat will, sollte nicht CDU wählen. Christen dürfen die CDU nicht wählen, weil die CDU ungeborenen Deutschen das Lebensrecht raubt. Mit freundlichen Grüßen Hans Penner.“

Abler gehört zum CDU-Kreisverband Ravensburg, der sich mit ihm schmücken kann, was er hoffentlich tut, aber wahrscheinlich eher nicht.

Dieser Artikel erschien zuerst auf dem Blog des Autors.


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