12. September 2018

Bericht über Parlamentswahlen in Schweden Deutschlandfunk wie Stimme der DDR

Eine historische Einordnung würde nur verwirren

von Spoeken Kieker

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Bildquelle: shutterstock Bericht des Deutschlandfunks über die Wahlen in Schweden: Verkündungsrundfunk

Der Traum eines jeden Linksgrünen in Deutschland ist Schweden. Zwar sind auch die einstigen Vorzeige-Volksheim-Bewohner des bevormundenden Sozialstaats (und vor allem seiner Eigenart, Hunderttausende Fremder durchzufüttern) längst überdrüssig. Aber die falschen Bilder von gestern kann man weiter pflegen. Unterbrochen wird dieser Traum nur ab und zu durch störende Wahlen, wenn der Pöbel meint, in demokratischen Verfahren die Politik bestimmen zu dürfen. Am Sonntag waren Parlamentswahlen in Schweden. Das vorläufige Ergebnis: Sozialdemokraten verlieren von 31 auf 28,1 Prozent (verlieren also rund zehn Prozent ihrer Stimmenanteile) und kassieren das schlechteste Wahlergebnis seit 100 Jahren. Die Moderate Sammlungspartei sackt von 23,3 auf 19,3 Prozent (verliert also 20 Prozent Stimmenanteile). Und die Schwedendemokraten gewinnen von 12,9 auf 17,9 Prozent (gewinnen also 40 Prozent Stimmenanteile hinzu).

Nun schauen wir doch mal, wie der Deutschlandfunk, aus dem sich der politisch-mediale Komplex Berlins allmorgendlich den Tagesbefehl senden lässt, diese Faktenlage in seiner Sieben-Uhr-Nachrichtensendung am 10. September 2018 zusammenfasst: „In Schweden haben die Sozialdemokraten von Ministerpräsident Löfven die Parlamentswahl gewonnen. Sie kommen nach Auszählung fast aller Wahlbezirke auf rund 28 Prozent. Zweitstärkste Kraft wurden die Konservativen von der Moderaten Partei mit knapp 20 Prozent. Die rechtspopulistischen Schwedendemokraten erreichten 17,6 Prozent. Weder für die bislang regierende rot-grüne Koalition noch für das konservativ-liberale Oppositionsbündnis ist eine Mehrheit im Parlament in Sicht. Ministerpräsident Löfven sagte, die Wahl zeige, dass die bisherige Blockpolitik beendet sei. Die anständigen Parteien, so der Regierungschef wörtlich, müssten jetzt verhandeln und kooperieren.“

Gebührenzahler, merke auf: Eine Entwicklung der Prozentanteile brauchst du nicht zu wissen, den „Gewinner“ teilt dir deine Rundfunkanstalt mit, eine historische Einordnung würde dich nur verwirren und ohne Hinweis auf die „anständigen Parteien“ wärst du orientierungslos.

Der Rundfunk der DDR ist an den Rhein umgezogen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „Die Kieker (Die Spoekenkiekerei)“.


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