03. Juni 2018

Der Deutschlandfunk über die Gewalttat in Flensburg Wie Opfer von Messerattacken wegmanipuliert werden

Großartig im Sinne des Kanzleramts

von Spoeken Kieker

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Bildquelle: shutterstock Die Opfer sind nicht wichtig: Messerangriff

So, schauen wir doch mal, wie der Merkel-Sender Deutschlandfunk den brutalen Messerangriff im IC in Flensburg vermeldet. Am 31. Mai um 11 Uhr heißt es in den „DLF-Nachrichten“ wortwörtlich: „Nach der Messerattacke in einem Intercity-Zug im Flensburger Bahnhof sind die Hintergründe weiter unklar. Die Polizei machte noch keine Angaben zum Motiv des Angreifers und zum Tat-Ablauf. Für einen terroristischen Hintergrund hätten sich bislang keine Anhaltspunkte ergeben, hieß es. Nach Angaben der Polizei handelt es sich bei dem Täter mutmaßlich um einen 24-jährigen Asylbewerber aus Afrika. Die genaue Identität stehe noch nicht fest. Eine mitreisende Polizeibeamtin hatte den Angreifer erschossen, nachdem er mit einem Messer auf einen Fahrgast und die Polizistin losgegangen war. Bundesinnenminister Seehofer äußerte sich bestürzt über den Messerangriff. Gewalt dürfe nie geduldet werden, ob sie nun gegen die Bevölkerung oder gegen Polizisten gerichtet sei, erklärte der CSU-Politiker.“

Ein wirklich großartiges Stück der Manipulation, wie es nur in einer öffentlich-rechtlichen Anstalt erstellt werden kann, deren Intendant und deren Chefredakteurin beide auf dem SPD-Ticket Karriere machen.

Großartig im Sinne des Kanzleramts ist diese Meldung deshalb, weil sie zu Beginn erst mal zwei Sätze lang „meldet“, was alles nicht ist. So sind die „Hintergründe unklar“, die „Polizei macht keine Angaben zum Motiv“, und für Terror gibt es „keine Anhaltspunkte“. Fast will der Gebührenzahler fragen, warum dieses Nicht-Ereignis denn dann überhaupt vermeldet wird.

Ja, um was ging es noch mal? Ach ja, eine „Messerattacke“… Was der DLF-Hörer aber nicht erfahren darf: Was ist eigentlich mit den Opfern, auf die der „Angreifer“ „losgegangen“ war? Hat er sie gestupst? Umgestoßen? Ihnen gar eine Ohrfeige verpasst oder hektisch mit einem Messer herumgefuchtelt?

Nein, liebe DLF-Hörer, das sollen Sie nicht hören: Zwei Menschen hat der Täter niedergestochen und (schwer) verletzt. Das ist der Kern des Ereignisses. Aber es könnte die Hörer beunruhigen. Es könnte sie darüber nachdenken lassen, wann dieser „Flüchtling“ wie nach Deutschland gekommen ist, wer ihn hereingelassen hat und wieso jetzt in Flensburg zwei Bürger niedergestochen im Krankenhaus liegen.

Also, wir sehen schon: Die Schicksale der Opfer sind wirklich nicht hilfreich, also sind sie für den DLF auch nicht vermeldenswert.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „Die Kieker (Die Spoekenkiekerei)“.


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