24. Mai 2018

FDP heute Der freie Liberale im Hintergrund

Sie müssen stets von Dritten erwähnt werden

von Kurt Kowalsky

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Bildquelle: shutterstock Im Hintergrund: Journalist und Politiker

Aus alten Zeiten bin ich mit einem FDP-Politiker auf Facebook befreundet. Und dieser postete neulich einen kleinen Zeitungsartikel, in dem er (also der Politiker) erwähnt wird. Während sich der Zeitungsartikel selbst durch sein Sosein erwähnt, ist das bei Politikern dieser Frischpartei nicht der Fall. Die müssen stets von einem Dritten erwähnt werden, und über ihr Sosein möchte ich lieber schweigen.

Kurz: In dem Artikel steht dann etwas von einem „freien Liberalen“. Hätte da etwas von einem hinkenden Fisch gestanden, hätte ich das überlesen. Dann schrieb mein Facebook-Freund darunter, er habe mit dem Journalisten ein „Hintergrundgespräch geführt“.

Früher war es dann so, dass sich die freien Liberalen (ich piss mich ein vor Lachen) fürchterlich über meine Kommentierung aufregten. Doch dieses Mal haben sie mich einfach ignoriert. So geht das aber nicht. Deshalb mein dortiger Kommentar hier:

Was ist denn ein „freier“ Liberaler? Und was muss ich mir unter einem Hintergrundgespräch mit einem Journalisten vorstellen?

Journalist: „Was sagen denn die Liberalen zum neuen Datenschutzdiktat der EU-Machthaber?“

Liberaler: „Die freien oder die nicht freien Liberalen?“

Journalist: „Erklären Sie mir bitte den Hintergrund Ihrer Gegenfrage.“

Liberaler: „Aber nicht im Vordergrund.“

Journalist: „Aber kommen Sie mir im dunklen Hintergrund mal nicht zu nahe.“

Liberaler: „Hören Sie mal. Ich bin verheiratet und Vater von zwei Kindern.“

Journalist: „Sagen Sie jetzt was? Oder ich gehe wieder in den

Vordergrund.“

Liberaler: „Meine Kinder sagen Papa zu mir.“

Journalist: „Ich meine zu diesem Datenschutzmist.“

Liberaler: „Das war die EU. Damit habe ich nichts zu tun.“

Journalist: „Na, die Liberalen haben doch ihre faule Hand zuerst gehoben, als in Artikel 23 Grundgesetz klammheimlich die Hoheitsrechte an die Polen und Rumänen und so weiter übertragen wurden.“

Liberaler: „Ja, aber eben klammheimlich im Hintergrund. Im Interesse von Volk und Vaterland und in der Erwartung einer gesetzmäßigen Entwicklung haben wir unsere ernsten Bedenken zurückgestellt und haben dem Ermächtigungsgesetz für die EU zugestimmt.“

Journalist: „Klingt irgendwie bekannt. Hatte nicht Theodor Heuss 1933...“

Liberaler: „Mit Ihnen gehe ich nicht mehr in den Untergrund, Sie sind ja ein ganz Hinterhältiger.“

Journalist: „Sie wollten doch in den Hintergrund.“

Liberaler: „Ende der Diskussion. Ich bin noch mit Herrn Mövenpick und zwei Apothekern verabredet.“

Journalist: „Ach so. Jetzt wird mir auch klar, warum Sie den großen Rucksack dabeihaben.“

Dieser Artikel erschien zuerst auf der Facebook-Seite des Autors.


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