17. August 2026
ef 263: Editorial
In ef 262 haben wir eine breite Rückbesinnung auf eine neue und doch ganz alte Art der Gesprächskultur beleuchtet, die geprägt ist vom Zuhören-können statt vom Einordnen-wollen. Entdeckt haben wir eine bewusste Hinwendung zu den guten, wahren und schönen Gesprächen und gleichzeitig eine angewiderte Abwendung von der Zerstörung jeglichen Gesprächs auf Augenhöhe, die heute systematisch etwa auf Tiktok oder im Staatsfernsehen betrieben wird. Wie immer also: Freiheit oder Sozialismus lauten die Antipoden – und die steigende Nachfrage insbesondere der Jüngeren stärkt die freiheitlich-kapitalistische Alternative und nicht die linksverordnete Vorgabe. Auch in der Kunst und der Architektur – und das ist nun der Schwerpunkt dieser Ausgabe – sind retrofuturistische Trends zum Guten, Wahren und Schönen zu beobachten. Noch nicht an den Fachbereichen der Hochschulen, wo Kulturmarxisten ihre institutionelle Herrschaftsstellung einstweilen verbissen verteidigen und wo deshalb immer noch die typischen Ausgeburten des Sozialismus gelehrt werden: Boshaftigkeit und Zerstörungswille, Lug und Trug, Hässlichkeit und Perversion. Aber fragt man die Menschen, wonach sie sich in ihrer großen Mehrheit wirklich sehnen, dann ist es Maß und Mitte, sind es Farben und Formen, Fachwerk und Ornamente – und nicht etwa menschenverachtender Brutalismus oder sinnenzerstörende Abstraktion.
Lange haben wir über ein Titelbild zu dieser Ausgabe nachgedacht. Würde ein KI-generiertes Bild nicht unsere Thesen gleich wieder infrage stellen? Ich habe mich am Ende bewusst gerade für ein solches „Foto“ entschieden. Denn es ist ein Paradebeispiel dafür, was der Computer generiert, wenn man die künstliche Intelligenz bittet, einen „ästhetisch schönen Straßenzug“ zu „malen“, einen, den wir Menschen wirklich gerne anschauen. Warum tragen die Flaneure darauf nicht Jogginghose und T-Shirt, warum sehen wir links und rechts keine Plattenbauten? Weil der KI antrainiert wurde, was uns wirklich begeistert, wo es sich tatsächlich wohlfühlen lässt. Gründe genug also für einigen Optimismus bezüglich der Entwicklungen in den Bereichen Kunst und Architektur, die nicht nur per KI den Kulturmarxisten die rote Karte zeigen. Genug ist genug. Abtreten!
eigentümlich frei hat sich, wie Sie wissen, verehrte Leser, zu Beginn dieses Jahr ein wenig neu erfunden. Die Tagespolitik ist in den Hintergrund getreten zugunsten dessen, was zählt: Ökonomie, Vermögen, Kultur, Kunst, Architektur und Literatur beispielsweise. Apropos Literatur – oft schon haben wir in ef auch literarische Stücke publiziert und sie ein wenig verschämt unter der Rubrik „RELIef – ef-Kultur“ neben beispielsweise Filmrezensionen oder einem Veranstaltungsbericht einsortiert. Nach bald drei Jahrzehnten ist es dringend an der Zeit, diese Notlösung zu beenden und im neugeborenen ef-Format eigenständigen literarischen Werken eine Rubrik zu geben: „RefUGIUM – ef-Literatur“. Ich wünsche Ihnen viel Lesefreue und Erkenntnisgewinn mit dieser Rubrik, dem genannten Themenschwerpunkt und dem gesamten neuen Heft.
Treue Leser konnten in den letzten zweieinhalb Jahren meinen Weg mitverfolgen, mich für (hyper-) realistische Gemälde immer stärker zu begeistern. Warum? Auch hier: Weil es die ausgesprochen guten, wahren und schönen Gemälde sind – Gegenentwürfe zur sonst oft so grässlichen modernen Malerei. Im Wechsel mit dem Autor David Andres lesen Sie dazu regelmäßig eine Kolumne in eigentümlich frei. Und zusammen mit dem Schweizer Künstler Christoph Eberle habe ich ein kleines internationales Liebhabermagazin gegründet: das zweimal jährlich erscheinende „Vermeer Magazine“. Wer neugierig geworden ist und solche faszinierenden Gemälde einmal wirklich anschauen möchte, an denen Künstler oft Monate lang gearbeitet haben (die Abbildung einer fotorealistischen Malerei ist eben doch nur wieder ein Foto), der hat im Herbst zweimal die Gelegenheit dazu. Nicht zuletzt zählen auch die guten, wahren und schönen Gemälde zu den Sachwerten wie Aktien, Immobilien oder Edelmetalle. Ich werde persönlich beim „Vermeer“-Stand anzutreffen sein, am 19. und 20. September in Maastricht bei der „EuropArtFair“ und vom 29. Oktober bis 1. November in Frankfurt am Main auf der „Discovery Art Fair“. Dort werden wir das Magazin präsentieren, vor allem aber auch einige wundervolle Originale herausragender Künstler ausstellen und zum Kauf anbieten. Ich würde mich ganz besonders freuen, den einen oder anderen ef-Leser dort zu treffen.
Aber das nur nebenbei. Denn auch und vor allem mit und für eigentümlich frei werden wir vor Ort präsent sein: bei der Büchermesse „SeitenWechsel“ in Halle an der Saale vom 7. bis 8. November. Und natürlich bei unserer großen ef-Jubiläumskonferenz in Zinnowitz auf der Insel Usedom vom 15. bis 17. Januar 2027 (siehe die Anzeige auf der nebenstehenden Umschlagseite). Ich würde mich riesig freuen, Sie dort wiederzusehen oder kennenzulernen. Und bis dahin gilt wie eh und je: Kein Fußbreit den neosozialistischen Ausbeutern aller Lebensbereiche! Mehr Freiheit!
Information
Diesen Artikel finden Sie gedruckt zusammen mit vielen exklusiv nur dort publizierten Beiträgen in der am 21. August erscheinenden Sep./Okt.-Ausgabe eigentümlich frei Nr. 263.
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