26. November 2020

Politik im Namen der „Infektionschutzgesetzseuche“ „Gnädige Frau! Morgen Abend werde ich nicht in Ihre Handtasche pissen“

Wie Menschen zwecks „Pandemiebekämpfung“ eingeschüchtert und zu bedingungslosen Gehorsam gezwungen werden

von Kurt Kowalsky

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Bildquelle: muhammadtoqeer / Shutterstock.com „Kampf“ gegen Covid-19: Menschenrechte werden mit Füßen getreten

Ministerpräsident Daniel Günther aus Schleswig-Holstein gab am 19. November 2020 der „Bild-Zeitung“ ein Interview. Die Zeitung fragte: „Die Menschen haben Angst, Weihnachten zu Hause überprüft zu werden, ob sie sich an Regeln halten. Schließen Sie Kontrollen aus?“ Die Antwort von Günther: „Ja. Das schließe ich aus! Wir schicken Heiligabend keine Polizei zu den Menschen.“

Und während das „Volk“ wohl vor Freude hüpft und völlig verdrängt, dass Anfang März des Jahres die Herrschaften noch bestritten haben, dass massive Einschränkungen des öffentlichen Lebens kommen werden, fragt der sprachanalytische Philosoph nach den Denkräumen, in denen derartige Fragen und Antworten gedeihen.

Politik kennt nämlich keine frohen Botschaften. So ist es unerheblich, ob der Herr Ministerpräsident die Wahrheit gesagt hat oder nicht. Er hat auf die Frage der Zeitung nur zu einem Bruchteil geantwortet. Er wird nämlich nach Polizeieinsätzen an Weihnachten in den Wohnungen gefragt. Und er schließt dies nur für den 24. Dezember für die Abendstunden aus. Unbestritten bleiben sein faschistoides Potenzial und das der anderen Machthaber.

Ich möchte das mit folgender Analogie verdeutlichen: Trifft ein Mann im Hotel eine schöne Frau. Sagt die Frau unvermittelt: „Ich habe Angst, dass Sie mir in meine Handtasche pissen.“ Antwortet der Mann: „Nein, das schließe ich aus. Morgen Abend werde ich nicht in ihre Handtasche pissen.“

Der Mann ist nicht verwundert über die Besorgnisse der Fragestellerin. Für ihn ist es offensichtlich selbstverständlich, in fremde Handtaschen zu pissen. Er fragt nicht zurück, wie die Frau zu so einer abstrusen Befürchtung überhaupt kommt. Sondern antwortet dezidiert für einen bestimmten, eng begrenzten Zeitraum.

Die Fragende merkt dies offenbar nicht. Das Gegenüber ist zu allem fähig und alles ist ihm zuzutrauen. Die Frau hat offenbar begründete Befürchtungen. Jetzt kann sie nur hoffen, dass die bewaffnete Übermacht sich eventuell durch ein publiziertes Versprechen selbst bindet.

Und noch etwas geht vermutlich völlig unter. In Zeiten eines grassierenden Infektionsschutzgesetzes haben die Menschen entsprechend der Frage der „Bild-Zeitung“ nicht Angst vor einer Infektion, sondern Angst vor der Polizei. Betrachten wir einmal in diesem Zusammenhang die Funktion der Polizei. Im bürgerlichen Sinne hat die Polizei die Funktion, Gefahren abzuwenden. Ich hatte in meinem Leben eventuell fünf sogenannte Erkältungen, als Kind eine schwere Lungenentzündung und vor 30 Jahren eine echte Grippe, mit Fieber und Notarzt. Das ist mir deshalb noch erinnerlich, weil ich an diesem Tag nur drei Zigaretten geraucht habe. In keinem der Fälle hatte die Polizei die mich krank machenden Viren abgewendet. Auch hätte das niemand erwartet.

Sprengt nun morgen die Polizei eine häusliche Feier, so ist davon auszugehen, dass sich die Leute, wenn überhaupt, bereits infiziert haben, bevor die bewaffnete Ordnungsmacht überhaupt informiert wurde. Welche Gefahr kann die Polizei also dann noch abwenden? Die Antwort ist naheliegend: Sie wendet keine Gefahren ab, sondern will andere Personen einschüchtern, damit diese nicht womöglich auch auf die Idee kommen, sich irgendwo ohne Erlaubnis der Gewaltherrscher zu treffen und zu umarmen.

Die Repräsentanten des herrschenden Demokratismus haben also die Bediensteten der Polizei ihrer ursprünglichen Funktion entledigt und zu einer Art Soldateska umfunktioniert. Es gilt Angst zu verbreiten. So wie der weißrussische Präsident Lukaschenka Oppositionelle verschwinden lässt, werden hier unter dem Vorwand der Pandemiebekämpfung friedliebende Menschen eingeschüchtert und zum bedingungslosen Gehorsam gezwungen.

Die Wohnung war allerdings noch nie unverletzlich. Jede konstruierte Gefahr in einem konstruierten Verzug hat schon immer die Polizei ermächtigt, auch ohne richterliche Genehmigung, in Wohnungen einzubrechen, sie zu durchsuchen und jeden Widerstand dagegen mit Gewalt zu brechen. Ich weiß nicht, ob jemals ein Mann in die Handtasche einer flüchtigen Hotelbekanntschaft gepisst hat. Doch aus meinem persönlichen Umfeld sind mir bereits mehrere Fälle bekannt, bei denen die Polizei aus nichtigem Anlass Wohnungen durchsuchte, Matratzen aufschlitzte, das Mobiliar zerstörte und Computer und Handys beschlagnahmte. Immerhin könnte man da die Ansicht vertreten, dass wenigstens der nichtige Anlass irgendwie selbstverschuldet war. Bei der grassierenden Pandemiebekämpfung bog man sich nun die Sachverhalte außerhalb der strafprozessualen Ordnung zurecht. Aus dem berühmten Satz Immanuel Kants mit der selbstverschuldeten Unmündigkeit, strich man „selbstverschuldet“ heraus. Was bleibt ist die Unmündigkeit von 80 Millionen Deutschen, abzüglich des Virologen Dr. Drosten, des Tierarztes Wieler, des Politikers Lauterbach und last, but not least der Frau Dr. Merkel, als ausgewiesene Kapazität des christlich-physikalischen Unsinns.

Unter dem Vorwand, die potenziell angeseuchten Unmündigen vor dem neuen, unsichtbaren und heimtückischen Virus zu schützen, heiligt das Ziel jedes Mittel. Noch im Februar des Jahres waren sich die Experten darin einig, dass die diffuse Weiterverbreitung des Virus nicht unterbunden werden könne. Auch war man sich schon lange Zeit darüber im Klaren, dass das deutsche Gesundheitswesen bereits überfordert ist, wenn es gilt, in den Krankhäusern fachkundige Reinigungskräfte einzustellen. Die nosokomialen (im Krankenhaus erworbenen) Infektionen liegen nämlich bei 400.000 bis 600.000 Fällen im Jahr und fordern zwischen 10.000 und 20.000 Todesopfer. Dazu schreibt das Robert Koch-Institut (RKI) allerdings: „Generell sind Todesfälle durch nosokomiale Infektionen schwer zu bestimmen, insbesondere weil viele Betroffene an schweren Grundkrankheiten leiden, die bereits ohne Krankenhausinfektion häufig zum Tod führen.“ Ähnliches gilt auch bei herkömmlichen Grippeinfektionen. Dazu das RKI: „Influenza-Ausbrüche in Pflegeeinrichtungen sind aufgrund des Alters und vorliegender Grunderkrankungen der Bewohner mit einem hohen Mortalitätsrisiko verbunden.“

Als nun jedoch das Coronavirus von einer bis heute grassierenden Infektionschutzgesetzseuche abgelöst wurde – das war spätestens im März der Fall, als der bayerische Ministerpräsident Markus Söder Gerüchte zurückwies, dass zwangsweise Gaststätten geschlossen würden, und drei Tage später alle Gaststätten schließen mussten –, raffte das Virus jede Erinnerung und Erfahrung weg.

Noch im Winter 2017/2018 hatte das zwangsweise finanzierte Fernsehen mit farbigen Bildern von gestapelten Särgen und manövrierenden Leichenwagen wiederholt dokumentiert, dass die meisten deutschen Krankenhäuser bei der damaligen Influenzawelle völlig überfordert waren. Jetzt 2020 wurden wesensgleiche Bilder aus Italien gesendet und jeder Vergleich war plötzlich unzulässig. Der Hinweis, dass mit zunehmendem Lebensalter und der Häufung von Grunderkrankungen das Mortalitätsrisiko exponentiell steigt, galt plötzlich als zynisch und menschenverachtend.

Nahezu jede staatlich angeordnete Zwangsmaßnahme wurde im Vorfeld von Politikern und Wissenschaftlern zuerst als nicht vorgesehen oder und in ihrer Eignung bestritten. Das gilt für den Mundschutz ebenso wie für den PCR-Test und seine Aussagekraft. Auch die Zählweise der Coronavirus-SARS-CoV-2-Infektionen wurde seit Anfang März zweimal geändert. Sie wissen nicht, was sie tun. Inkompetenz, so der Physiker Gjergj Perluca, sei auch Willkür, weil fehlendes Wissen eine objektive Abwägung zur gerechten Beurteilung unmöglich mache.  

Ich bestreite nicht, dass die SARS-CoV-2-Erkrankung eventuell gefährlicher sein kann als eine Erkrankung durch einen bisherigen Influenza-Virus (höherer Anteil beatmungspflichtiger Patienten und längere Beatmungsdauer). Wie erwähnt, hat mir meine damalige Grippe-Erkrankung vollends gereicht. Doch dessen ungeachtet liegt es auf der Hand, dass die amtierenden politischen Gauner derzeit Gehorsam einüben. Die gesamte Infektionsschutzgesetzseuche hat bereits den vielgerühmten Parlamentarismus als willfähriges Organ der Regierenden entlarvt. Und wer immer noch glaubt, dass eine freie Presse die vierte Gewalt im Staate sei, glaubt wohl auch an die jungfräuliche Geburt des Weihnachtsmanns bei Coca-Cola. Nahezu sämtliche Verfassungsgerichtsurteile, welche die erlassene Verordnung als unverhältnismäßig oder verfassungswidrig aufhoben, wurden durch eine umformulierte neue Verordnung gleichen Inhalts umgangen.

Nach den Buchstaben des Strafgesetzbuches ist übrigens jemand, der seine Schwiegermutter in der Absicht umarmt, sie mit einem tödlichen Virus zu infizieren, um ihr kleines Häuschen zu erben, des Mordversuches schuldig. Geschieht die Übertragung der Infektion nur fahrlässig, wäre der Versuch nicht strafbar.

Achten Sie, liebe Infektionsträger und Infektionsträgerinnen also darauf, dass die Erblasserin von mehreren Verwandten am Heiligen Abend umarmt wird. Dann erben Sie entsprechend der Erbfolge auf jeden Fall das besagte Häuschen, weil sich die Schwiegermutter sicher verseuchen wird. Davor hat sie, entsprechend des Gleichheitsgrundsatzes, noch die Bewohner ihres Altenheimes unabsichtlich ausgemerzt.


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