20. November 2020

RezensionMarkus Spieker: Jesus

Eine Weltgeschichte.

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Mit seinem 1.000-seitigen Wälzer über die Wirkungsgeschichte Jesu Christi möchte der Althistoriker und TV-Journalist Markus Spieker (50) den Menschen „helfen, einen festen Glaubensboden unter ihren Füßen zu bekommen“. Dabei erweist es sich als vorteilhaft, dass er sich auf die historischen Fakten konzentriert und nicht in theologischen Spitzfindigkeiten verliert. So kann er zeigen, dass die Menschheit sich nicht spontan und geradlinig in Richtung auf einen sittsamen Monotheismus und einen aufgeklärten Rationalismus bewegt. Das Reich der Liebe ist „nicht von dieser Welt“. Deshalb wandten sich Kirchenlehrer mit Nachdruck gegen Versuche, die christliche Botschaft zu verweltlichen, sie durch den Verzicht auf die Gebote des Alten Testaments in eine gefälligere Form zu bringen. Es gibt keinen Gegensatz zwischen einer neutestamentlichen „Liebesethik“ und einer alttestamentlichen „Gehorsamsethik“. Der Tod Jesu am Kreuz ist die am besten belegte Tatsache der Bibel. Damit hat Jesus den Sieg der Liebe über den Tod errungen. „Gott erwartet keine Gegenleistung“, schreibt Spieker. „Er will nur unser Ja zu dem Liebesbund, den er uns anbietet.“ Doch ohne Jesu leibliche Auferstehung nach drei Tagen wäre der christliche Glaube nichts als Selbstbetrug. 40 Tage nach seiner Auferstehung macht Jesus sich gen Himmel davon. Doch zehn Tage später geschieht das Pfingstwunder. In Form von Feuerzungen kommt der Heilige Geist über die Jünger Jesu. Markus Spieker schildert in flapsiger Sprache, was das bei dem bis dahin wankelmütigen Petrus bewirkte: „Petrus ergreift das Wort. Er ist völlig verwandelt. Schluss mit Schwanken, Schunkeln, Stolpern. Der Fels rockt. Nun endlich ist er das Schwergewicht, zu dem Jesus ihn erklärt hat. Der frühere Dampfplauderer hält eine Rede. Und was für eine! Es ist die folgenschwerste Predigt der Kirchengeschichte.“ So beginnt das 2.000-jährige Abenteuer der weltweiten Verbreitung der christlichen Liebesbotschaft. Diese Geschichte im Einzelnen nachzuvollziehen, überlasse ich den Lesern.


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