09. November 2020

ef 208 Editorial

Am Ende kommt es auf jeden selbst an

von André F. Lichtschlag

Artikelbild
Bildquelle: Denis Makarenko / Shutterstock.com Robert De Niro: Hollywood-Linker

Am Tag nach der Wahl in den USA, als diese Zeilen bei Redaktionsschluss zu Papier gebracht werden, nimmt das Drama seinen Lauf, das in seinen zahlreichen Facetten auszuwerten wir uns in der Januar-Ausgabe bemühen werden, die noch Mitte Dezember erscheint. Nun erstmal: tief Luft holen. 

Die gute Nachricht vorneweg: Die im letzten Monat aus leidig bekannten Gründen abgesagte ef-Januar-Konferenz wird vom 24. bis 26. September in Zinnowitz auf Usedom stattfinden! Wir nehmen die Vorbereitungen jetzt wieder auf, bitte notieren Sie den Termin. Eine Bestellmöglichkeit wird es mit dem Eintreffen des angesprochenen nächsten Heftes noch vor Weihnachten geben. Wir sehen uns. Jetzt erst recht! 

Zurück zu dem, was ist. Auch die deutsche Politik ließ sich 2020 die einmalige Corona-Chance nicht entgehen. Und spielte noch im September fröhlich die Platte: „Niemand hat die Absicht, einen zweiten Lockdown …“ Und jetzt? „Nun ist er halt da.“ Was für eine Überraschung. 

Nein, überraschend ist eher schon die federführende Mittäterschaft der Medien und des mit ihnen eng verbundenen Kulturbetriebs seit dem Frühjahr. Sie machten aus nichts im traditionell grippefreien Sommer die tägliche Wasserstandsmeldung mit herbeigemessenen Falsch-Positiven. Und vor allem: Sie verrieten ihre Aufgabe so unverfroren wie vielleicht nie zuvor. 

Denn die Funktion der meinungsbildenden Massenmedien in einer pluralistisch-offenen Gesellschaft ist eine libertäre: die Kritik an der Regierung. Statt in diesem Sinne anständig journalistisch zu wirken, ist der mediale Hauptstrom an Corona oder mit Corona endgültig zum willen- und würdelosen Verkünder von Staatspropaganda verkommen. Die vielen prominenten Gegenstimmen aus der epidemiologischen Wissenschaft und Medizin wurden systematisch totgeschwiegen oder hasserfüllt diffamiert. Eigene selbständige Nachforschungen sind vollständig ausgeblieben. Ein Trauerspiel. 

Wie konnte es so weit kommen? Schlaglichtartig wollen wir in diesem Heft einen Blick auf den Kulturbetrieb, auf Medien und Künstler und ihre Rolle in der politischen Pandemie werfen. Der große Robert De Niro ziert das Cover. Warum, erfahren Sie, verehrte Leser, im Artikel über die Politisierung Hollywoods. Wie stets wünsche ich viel Lesefreude und Erkenntnisgewinn mit der vorliegenden Ausgabe. Muße zur Lektüre sollte sich finden. 

Schließlich ist unser Bewegungsradius inzwischen sehr klein geworden. Wie die Hausschweine sind wir eingehegt und eingepfercht. In der Wohnung. Im Haus. Im Land. Auch international: Die Grenzen sind weltweit de facto weitgehend geschlossen, obwohl auch das epidemiologisch überhaupt keinen Sinn ergibt. Aber nach Sinn und Verstand fragt niemand mehr, schon gar nicht die Verkündungsorgane. Warum diese klaffende Leerstelle? Weil das Spiel mit immer nur noch mehr Schein- und Schuldgeld an sein Ende gelangt ist. Weil es jetzt wirtschaftlich ungemütlich wird. Gelinde ausgedrückt. Vielleicht ist es bei all der kommenden Unruhe angesichts der Tatsache, dass wir weitgehend wehrlos und unbewaffnet sind, sogar besser, wenn bald Polizeistaaten Reste von Ordnung aufrechterhalten und marodierenden Horden „von Männern“ Einhalt gebieten. Besser als umgekehrt. Ist Ihnen auch schon aufgefallen, dass überall auf der Welt Polizisten jetzt so ganz anders aussehen, bekleidet und bewaffnet sind als noch vor einigen Jahrzehnten? 

Ich hoffe, es klingt angesichts dieser unschönen Entwicklungen nicht bereits surreal oder gar zynisch, wenn wir mit der Mahnung schließen: Kein Fußbreit den neosozialistischen Ausbeutern jeder Couleur! Mehr Freiheit! Denn am Ende kommt es doch wieder auf jeden selbst an.

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Diesen Artikel finden Sie gedruckt zusammen mit vielen exklusiv nur dort publizierten Beiträgen in der am 13. November erscheinenden Dezember-Ausgabe eigentümlich frei Nr. 208.


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