20. Oktober 2020

Corona und die seelische Gesundheit des Einzelnen Psychische Hygiene in der Krise

Achten wir jetzt ganz besonders auf uns: Denn jedes Ende ist ein neuer Anfang

von Max Reinhardt

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Bildquelle: sun ok / Shutterstock.com Psychohygiene wichtiger denn je: Sorgt für Ordnung in den eigenen Gedanken und Emotionen und bewahrt die seelische Gesundheit

Wer offenen Auges durch die Gegenwart läuft, der kann nicht umhin, große Gefahren zu sehen. Das war auch schon vor Corona so – Stichworte: Schuldenkrise, Massenmigration, Demographie und so weiter. Doch Corona hat eindeutig Angst und Sorge in der Gesellschaft noch mal stark gesteigert. Mit Sicherheit gab es bereits Suizide aufgrund zerstörter Existenzen durch Lockdown und Co und sicherlich bringt die Angst vor einem drohenden Impfzwang so manchen um den Schlaf. Umso wichtiger ist es, gerade in der Krise psychische Hygiene zu betreiben.

Jede Krise ist auch eine Chance – doch um die Chancen dieser und der kommenden Krisen nutzen zu können, müssen wir in guter Verfassung sein und nicht seelisch und/oder körperlich am Stock gehen. Da unsere körperliche Verfassung stark von unserer seelischen beeinflusst wird, können wir die psychische Hygiene als Fundament für unsere Gesundheit insgesamt sehen. Nur wer das Leben als lebenswert erachtet, wird sich bestmöglich nähren, pflegen und entwickeln. Wie können wir also die eigene Psyche trotz aller täglichen Hiobsbotschaften gesund halten?

Zwei wichtige Punkte dabei sind sicherlich, dass

a) jede Krise vorbeigeht und

b) jede Krise ihre Gewinner hat.

Deine Vorfahren haben Säbelzahntiger, die Pest, den Dreißigjährigen Krieg, die beiden Weltkriege und zahllose weitere Krisen überstanden. Und du wirst auch diese Krise überstehen. Und die nächsten auch. Das Leben geht weiter. Nur wie? Vielleicht bald mit Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen, vielleicht demnächst mit Massenarbeitslosigkeit und Hyperinflation. Aber irgendwie wird es weitergehen. Nur: überleben und leben – das ist ein großer Unterschied. Wie also sehenden Auges in einem zunehmend dystopischen Staat mit Maskenpflicht, Zensur und Rechtsbruch als Regierungslinie leben? Indem wir unsere Maske so tragen, wie ein französischer Resistance-Kämpfer eine Hakenkreuzbinde getragen hätte – ausschließlich, um bei konkreter Erforderlichkeit ungehindert durch das Netz des Leviathans schlüpfen zu können. Und indem wir immer uns immer wieder daran erinnern, was erzwungenes Verhalten ist – und den Zwang nicht innerlich legitimieren.

Es macht einen Unterschied, ob man sich seinem Geiselnehmer so lange fügt, wie man tatsächlich seinem Zwang unterliegt, oder ob man ein Stockholm-Syndrom entwickelt und den Zwang gegen sich selbst rechtfertigt. Friede und Freiheit sind nur durch Wahrheit möglich, und deswegen ist es so wichtig, die Wahrheit zu sagen – vor allem sich selbst gegenüber. Insbesondere dann, wenn es wehtut. Die unbequemen Wahrheiten sind wohl die wichtigsten. Eine unbequeme Wahrheit ist, dass wir alle ständig zu einem Verhalten genötigt werden, das das offizielle Narrativ stützt. Jedes Mal, wenn ich zum Einkaufen meine Maske aufsetze, normalisiere ich damit die Maske; gegenüber meinen Mitmenschen – und vor allem gegenüber mir selbst. Deswegen ist es so wichtig, möglichst oft die Maskenpflicht zu untergraben, wann und wie immer möglich. Das zeigt anderen Menschen, dass das möglich ist, da es kaum geahndet wird, und es weicht so das offizielle Narrativ auf. Und vor allem wird dadurch die eigene Konditionierung gebremst.

Manchmal ist es sehr gefährlich, die Wahrheit zu sagen, und Schweigen ist die einzige Möglichkeit, das Lügen zu vermeiden. Aber schweigen oder das Gespräch verlassen, das geht so gut wie immer. Und falls eine Notlüge, die den Leviathan stützt, notwendig wurde, dann besteht psychische Hygiene darin, sich dessen bewusst zu werden, was es war – eine Notlüge –, und nicht die Implikationen des Gesagten zu internalisieren und so das staatliche Lügenkonstrukt doch ein kleines bisschen im eigenen Denken zu normalisieren.

Steuern sind und bleiben legalisierter Raub, die Corona-Maßnahmen falsch und zerstörerisch, die Regierung und die Kartellparteien legalisierte Verbrecherorganisationen und Staatssozialismus tödlich – diese Wahrheiten kann man vielleicht nicht immer aussprechen, aber man kann stets darauf achten, dass beispielsweise der freundliche Umgang mit Vertretern der Räuberbande innerlich nicht das Bild verwischt. Auch nette Räuber sind Räuber, auch freundlicher Betrug ist Betrug. Es kommt auf den Inhalt an, nicht auf die Verpackung.

Das bedeutet, sich dem Zwang des Leviathans immer dann zu beugen, wenn es zur Selbsterhaltung notwendig ist und sich diesen Zwang gut zu merken – und nicht schönzureden. Wir alle haben die Neigung, Unrecht, welches uns widerfährt, zu rationalisieren – damit wir es nicht mehr als Unrecht erachten müssen und uns somit wieder in unserem goldenen Käfig entspannen können. Psychische Hygiene bedeutet, dies nicht zuzulassen und den Zwang und das Unrecht immer und immer wieder beim Namen zu nennen. Das bedeutet nicht, sich sinnlos ins Maschinengewehrfeuer zu stürzen. Um in Freiheit leben zu können, muss man vor allem überleben. Deswegen: Trage deine Maske so, wie ein Resistance-Kämpfer eine Hakenkreuzarmbinde getragen hätte.

Gleichzeitig gilt es, die Chance der Krise im Hier und Jetzt zu nutzen. Das durch die Corona-Maßnahmen heruntergefahrene Sozialleben schafft Zeit und Raum für ruhige Arbeit am Eigenen. Was hast du bisher alles mit der Ausrede „keine Zeit“ vor dir hergeschoben oder vermieden? Ich rede von den Dingen, von denen du genau weißt, dass sie gut für dich wären. Wie beispielsweise neue Skills zu erlernen, die dich schon lange interessieren. Oder deinen Körperfettanteil auf ein gesundes Level zu bringen. Oder endlich den ersten Halbmarathon zu laufen. Oder deine Leseliste abzuarbeiten. Oder klärende Gespräche zu führen, die schon lange darauf warten. Und so weiter. Es gibt immer mehr als genug zu tun, wenn man sich und seine direkte Umwelt konsequent verbessern will. Und das ist vor, nach und in der Krise der richtige Weg.

Und wenn dann trotz aller Arbeit am Eigenen noch Zeit für Medienkonsum bleibt und du dir eine kleine Dosis alltäglichen Wahnsinns holen willst, dann am besten mit wohlig-melancholischem Blick auf die zerfallende Gegenwart und mit Vorfreude auf den Neubeginn in der Zukunft. Aus dem richtigen Blickwinkel wird so jede weitere Schreckensmeldung zum Anzeichen des immer schneller voranschreitenden Zerfalls und kündet somit vom immer näher kommenden Neuanfang – denn jedes Ende ist auch ein Anfang.

(Um Gleichgesinnte mit positiver Einstellung zum Neuanfang zu finden und dich zu vernetzen, schau doch mal in meiner Telegram-Gruppe vorbei.)


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