19. Oktober 2020

Wertesystem unserer heutigen Gesellschaft Männer in der („Corona“-) Krise

Ritter, Krieger und Aristokraten – über eine Rückbesinnung auf alte Tugenden

von Max Reinhardt

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Bildquelle: Arva Csaba / Shutterstock.com Ritterliche Tugenden: Zeitlose wichtige Werte

Was in zwischenmenschlichen Beziehungen tatsächlich wichtig ist, sind geteilte Werte, Prinzipien, Interessen und Philosophien. Geographische Nähe und eine gemeinsame Nationalität sind letztlich vor allem Zufall. 

In Geschichten über Krieger aller Zeiten finden sich immer wieder Szenen, in denen Männer, die sich eben noch auf dem Schlachtfeld gegenüberstanden, einander größten Respekt entgegenbringen. Es gab eine Zeit, in der die Zugehörigkeit zur Ritterklasse in vieler Hinsicht mehr bedeutete als die Frage, für welchen Fürst man kämpfte. Es war das gemeinsame Wertesystem, der gleiche Kodex, der einem trotz Gegnerschaft miteinander verband – und der noch viele Jahrhunderte später zu Szenen der Brüderlichkeit zwischen verfeindeten Nationen in den Schützengräben der Weltkriege führte.

Und auch heute, in einer Zeit, in der die meisten Konflikte medial ausgetragen werden und Krieg per Mausklick geführt werden kann, bleibt es das gemeinsame Wertesystem, das Männer aller Ethnien über Staatsgrenzen hinweg miteinander verbinden kann.

Das bedeutet nicht, dass wir über ein gemeinsames Wertesystem den Weltfrieden erreichen werden und uns künftig endlich alle liebhaben können. In einer Welt der knappen Güter wird es immer Konflikte geben und es werden immer zuvorderst Männer sein, die diese Konflikte austragen müssen. 

Für jede Gesellschaft sind die Männer im Vergleich zu den Frauen entbehrlich – ein Mann kann täglich Kinder zeugen, aber eine Frau braucht neun Monate zum Austragen des Nachwuchses. Trotz rund zwei Millionen im Ersten und über fünf Millionen im Zweiten Weltkrieg gefallener deutscher Soldaten wuchs die deutsche Bevölkerung von rund 56 Millionen im Jahr 1900 auf knapp 69 Millionen im Jahr 1935; und dann weiter auf zum ersten Mal mehr als 70 Millionen im Jahr 1952 und schließlich auf mehr als 80 Millionen im Jahr 1991. Das Leben eines Mannes ist für den Fortbestand und das Wachstum einer Gesellschaft vergleichsweise unbedeutend: Wir Männer sind das Kanonenfutter der Geschichte.

Das war schon immer so, doch nun leben wir in einer Zeit, in der traditionelle Männlichkeit als toxisch gilt und bewährte Wertesysteme zerfallen. Nachdem Nietzsche im 19. Jahrhundert den Tod Gottes verkündete, begann der Nihilismus seinen Siegeszug, der in den letzten Jahren offenbar zum finalen Sprint ansetzte. Heute feiern sich Menschen in den sozialen Medien dafür, dass sie ihre Kinder wegwerfen, und sie beten das Nichts an, als ob es kein Morgen mehr gäbe.

Doch es wird ein Morgen geben. Die Menschheitsgeschichte kann als ewiger Konflikt zwischen konstruktiver Herrenmoral und destruktiver Sklavenmoral verstanden werden. In unserer Gegenwart hat in vielerlei Hinsicht die Sklavenmoral die Oberhand und flüstert uns jeden Tag ins Ohr, dass unser Widerstand sinnlos und der Sieg der Schwäche unausweichlich ist. Doch auch dieser Zyklus wird vorübergehen, und es werden die Männer sein, deren innere Sonne nicht erloschen ist, die dann mutig vorangehen und aus den Ruinen des Alten die Größe des Neuen erschaffen werden. Und Mut ist es, worauf es dabei ankommt, gerade jetzt, in Zeiten, in denen sich das Netz des Leviathans immer enger um uns spannt.

Nicht Mut allein, auch Kraft, Kompetenz und Ehre gehören zum Kanon der männlichen Werte, die der Nihilismus uns stehlen möchte und die so wichtig für ein glückliches, sinnerfülltes Leben sind. Doch es ist der Mut, der die Nutzung von Kraft und Kompetenz und damit die Ehre erst möglich macht. Um es mit Ernst Jünger zu sagen:

„Mut ist der Wind, der zu fernen Küsten treibt, der Schlüssel zu allen Schätzen, der Hammer, der große Reiche schmiedete, der Schild, ohne den keine Kultur besteht. Mut ist der Einsatz der eigenen Person bis zur eisernsten Konsequenz, der Ansprung der Idee gegen die Materie, ohne Rücksicht, was daraus werden mag. Mut heißt, sich als einzelner ans Kreuz schlagen zu lassen für seine Sache, Mut heißt, im letzten Nervenzucken mit verlöschendem Atem noch den Gedanken bekennen, für den man stand und fiel. Zum Teufel mit einer Zeit, die uns den Mut und die Männer nehmen will!“

Und in Deutschland der Gegenwart bedeutet das wohl vor allem, die eigenen Werte hochzuhalten, auch wenn die Herde nur Verachtung für die Stärke des Individuums übrighat. Vor dieser Herausforderung stehen nicht nur Männer in Deutschland, sondern überall auf der Welt.In diesem Sinne sollten wir es wie die Ritter, Krieger und Aristokraten der Vergangenheit halten, und ein Klassenbewusstsein entwickeln, das sich am gemeinsamen Wertesystem der Stärke orientiert – und nicht an Staatsgrenzen haltmacht. Im Kampf gegen Sklavenmoral und Nihilismus haben wir viele Verbündete jenseits deutscher Grenzen. Gleichzeitig bleibt die Vernetzung vor Ort wahrscheinlich immer die wichtigste Vernetzung, zumindest solange wir in unserer Heimat bleiben können.

Und dafür, dass wir und unsere Nachfahren möglichst für immer in unserer Heimat bleiben können, dafür können wir jeden Tag ein kleines bisschen arbeiten. Indem wir aufrecht durchs Leben gehen und uns zu unseren Werten bekennen, indem wir Verantwortung und Vorbildfunktion übernehmen und nie aufhören, an uns selbst zu arbeiten. Denn Eigenverantwortung und Selbstopfer im Sinne Odins, das sind die Fundamente eines selbstbestimmten Lebens und einer freien Gesellschaft. Und dieser tägliche Prozess, dieser lange Marsch in Richtung unserer Bestimmung, lässt uns Tag für Tag und Jahr für Jahr etwas mehr zu uns selbst werden. Auf dass wir immer genauer erkennen, dass wir, um es mit Nietzsche zu sagen, gut, vornehm, mächtig, schön, glücklich und gottgeliebt sind.

Und Menschen mit diesen Eigenschaften sind Krisengewinner. Jede Krise ist auch eine Chance – und zwar für diejenigen, die stark genug sind, um sie zu nutzen. Und wie stark wir sind, das haben wir zu großen Teilen selbst in der Hand: Wir können uns von der Krise herunterziehen lassen und alle Arbeit am Selbst für sinnlos erklären – oder wir können die Krise als Herausforderung, Trainingsgelegenheit und Wachstumschance begreifen. Es ist unsere Entscheidung. 

Gleichzeitig hat bestimmt so mancher Leser negative Assoziationen bei Adjektiven wie vornehm, mächtig und gottgeliebt – denn klingt das nicht abgehoben und arrogant? Der Gedanke ist verständlich, doch es ist auch folgende Sichtweise möglich: Unsere Vorfahren haben Krisen überstanden, gegen die Corona, die erstarkende Tyrannis und die beginnende Wirtschaftskrise bloß Kinderkram sind. Unsere Vorfahren haben zum Beispiel die Pest und den Dreißigjährigen Krieg überstanden. Und zwei Weltkriege. Trotz allen Widrigkeiten sind unsere Gene immer irgendwie eine Runde weitergekommen – während viele andere Stammbäume für immer gekappt wurden. Wir sind am Leben und unsere Linie kann weiterwachsen. Ist es da nicht selbstevident, dass wir von dem einen oder den vielen Göttern geliebt werden? Oder vom Schicksal oder vom Glück, falls du es nicht so mit Göttern hast?

Bevor Nietzsche den Tod Gottes ausrief, hatten unsere Vorfahren weniger Berührungsängste mit dem Metaphysischen. Manche von ihnen stürzten sich mit dem Schlachtruf „Gott mit uns!“ in die Befreiungskriege – ein Ausruf, der heute im Mainstream sofort verdächtig macht. Andere unserer Vorfahren räumten vielleicht ganz ohne Schlachtruf ihre Heimat auf – so zum Beispiel Harm Wulff und seine Wehrwölfe. All das ist lange her – doch eins wird sich niemals ändern: „Helf dir selbst, dann helfet dir auch unser Herrgott“. Oder Odin in dir, das Schicksal oder das Glück.

Und so können wir stärker als jede Krise sein.

(Falls du andere gottgeliebte Menschen kennenlernen möchtest und Gleichgesinnte suchst, schau doch mal in meiner Telegram-Gruppe vorbei.)


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