09. Juni 2020

ef 204 Editorial

Zeiten der Umkehr und Besinnung

von André F. Lichtschlag

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Bildquelle: shutterstock.com Wieder im Blick: Das Gute, Wahre und Schöne

Anfang Juni, Redaktionsschluss, drei Beobachtungen. Erstens: die wirtschaftliche Basis. Die Staatsausgaben explodieren, die Staatseinnahmen implodieren, niemanden aber scheint das mehr zu interessieren. Einzelhandel, Gaststätten und Hotels verlieren ihre Existenzgrundlage – wer geht in der Krise munter shoppen und dinieren, wenn er zudem mit Gesichtswindel bedient wird oder sogar selbst den entwürdigenden Maulkorb zu tragen gezwungen wird? Unsere Innenstädte werden bald kaum mehr wiederzuerkennen sein. Wie nach einem Krieg, der sonst den totalen politischen Exzess begleitet. Südeuropa steht vor einem Offenbarungseid. Internationale Börsen nähern sich während der gerade anlaufenden größten Wirtschaftskrise der letzten 100 Jahre ihren Höchstkursen. Was nun vermutlich beginnt, beschreiben die Ökonomen der Österreichischen Schule der Nationalökonomie als „Crack-up-Boom“ oder „Katastrophenhausse“. Es ist das aus dem Nichts geschaffene viele Geld durch die immer nur noch größeren Rettungs-Bazookas einer jedes Maß verloren habenden Politik, das in Sachwerte flüchtet und die Inflation (zumindest) der Vermögenspreise in immer neue Höhen treibt (wobei es temporär auch immer wieder Kurs-Rücksetzer gibt). Mainstream-Medien stochern bei ihren Erklärungen für die in der Mega-Krise boomende Börse im Dunkeln und vermuten in den Kurven abgebildete Hoffnungen auf einen Corona-Impfstoff, als wenn die Aktienparty irgendetwas mit Corona zu tun hätte. Nein, die Politik des billigen Geldes und das Wirtschaften auf Pump ist nicht neu, man schaltet hier nur den Ultra-Turbo ein. Bis alles in Scherben fällt – wie immer, wenn Politik am Ende auf Speed betrieben wird.

Zweitens: der virologische Fehlalarm. Der Wahnsinn galoppiert angeblich „wegen eines Virus“, für den, wie immer öfter wie auf einem Beipackzettel zu lesen ist, „die deutsche Politik doch keine Schuld trägt“. Ein Virus jedoch, das – wie wir inzwischen wissen – zwar sicher nicht ungefährlich ist, aber eben auch nicht wesentlich schlimmer als jede Form von Influenza bisher. Eine kritische Aufarbeitung dazu in den Mainstream-Medien? Fehlanzeige. Und die Politik macht weiter, immer weiter. Sie kann nicht mehr zurück, denn dann müsste sie zugeben, was sie angerichtet hat. Lieber schiebt sie die bald, wenn die Rechnungen in der einen oder anderen Form präsentiert werden, anstehenden Verteilungskämpfe noch einmal auf und spielt den Zauberer, als wären ihre gigantischen Gaben noch irgendwie gedeckt.

Drittens: die gesellschaftliche Spaltung. Statt Einsicht in schwerste Fehler von Politik und Medien wird jede kritische Stimme nur noch bösartig denunziert. Immer neue Gruppen von bisher gutgläubigen Menschen erfahren so, wie schnell es heute geht, als „gemeingefährlicher Spinner“ gebrandmarkt zu werden, wenn man hier oder dort eine andere Vermutung äußert. Die Andersdenkende dann inflationär als „Hetzer“, „Verschwörungstheoretiker“ und „Nazi“ diffamieren, sind selbst der Schlimmsten welche. Gleichzeitig wird die lückenlose Überwachung der Bürger vorangetrieben, die Geheimdienste erhalten immer neue Mittel und Aufgaben gegen die eigenen Bürger. Wo soll das hinführen? Auch hier lohnt ein Blick in die Geschichtsbücher. 

Und das ist nur die Perspektive aufs Inland. Weltweit steigen die Spannungen. China ist der neue Feind des strauchelnden Westens, Konfliktherde sind mit Hongkong und Taiwan ausgemacht. In den USA brennen die Innenstädte, der Präsident möchte die zündelnde Antifa zu einer Terrororganisation erklären. Noch bezieht sich das auf die amerikanischen Linksradikalen. Doch die sind international vernetzt mit der deutschen Antifa, einer – mit SPD und grüner Jugend besonders eng verbandelten – Schläger-, Erpresser- und Brandschatzerbande, die sich die Merkel-Regierung so unverfroren wie keine andere in Europa mit viel Steuergeld zur Einschüchterung und Unterdrückung echter Opposition hält. Die hiesigen Hauptstrom-Medien schweigen seit Jahren auch zu diesem Skandal, schreien aber nun empört auf über den US-Präsidenten – was erlauben Trump? Wird die hiesige Machtelite womöglich bald von der US-Außenpolitik zum Terror finanzierenden Feindstaat erklärt? Erscheint manch einer im Berlin dieser Tage vielleicht auch deshalb so nervös?

Letzteres ist vielleicht ein übertriebener Spekulatius, der gepfefferte Rest aber wird uns sicher weiter beschäftigen. Krisenzeiten sind auch Phasen der Umkehr und Besinnung – Glaube, Liebe und Hoffnung. Mit dem Schuld- und Scheingeld erst konnten sich Schund und Schande ausbreiten, wurden Werte auf den Kopf gestellt und Worte in ihr Gegenteil verkehrt. „Kulturmarxismus“ nannten das viele. Die Krise als Phase der Gesundung gibt uns die Chance, zu den realen Werten, zum Guten, Wahren und Schönen zurückzufinden. Die Freude am Leben und nicht zuletzt den Humor sollten wir gerade jetzt nicht verlieren. Und so wünsche ich Ihnen, verehrte Leser, viel Lesefreude und Erkenntnisgewinn auch mit der vorliegenden Sommerausgabe – eigentümlich frei erscheint Mitte August mit der September-Ausgabe wieder. Ob wir dann noch im selben Land leben wie jetzt? Darauf wetten würde ich nicht. Darauf, dass im Sommer 2021 nur noch wenig so ist, wie es war, schon eher. In bewegten Zeiten kommt es auf jeden Einzelnen an, nutzen wir die Tage: Kein Fußbreit den neosozialistischen Ausbeutern aller Parteien! Mehr Freiheit!

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Diesen Artikel finden Sie gedruckt zusammen mit vielen exklusiv nur dort publizierten Beiträgen in der am 12. Juni erscheinenden Juli-Ausgabe eigentümlich frei Nr. 204.


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