06. Mai 2020

RezensionMarkus Krall: Die Bürgerliche Revolution

Wie wir unsere Freiheit und unsere Werte erhalten

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Gemessen an dem Beifall, den er zum Beispiel auf dem Roland-Baader-Treffen in Waghäusel-Kirrlach am 29. Februar 2020 erhielt, hat das liberale, libertäre und konservative Lager in Deutschland einen neuen Wortführer: Markus Krall. In seinem soeben erschienenen Buch „Die bürgerliche Revolution“ beruft er sich denn auch auf freiheitliche Denker wie Ayn Rand, Friedrich August von Hayek und Roland Baader und stellt gleich an den Anfang eine Abrechnung mit dem „politischen Liberalismus“, der sich darauf zu beschränken scheine, die große geistige Auseinandersetzung unserer Tage für eine Marketingübung zu halten. Gemeint sind Christian Lindner und seine FDP. Um es vorwegzunehmen: Dem Autor, der mit dem 2017 erschienenen Buch „Der Draghi-Crash“ bekannt wurde, ist ein großer Wurf gelungen. Das Buch liest sich sehr gut, die Sprache ist kraftvoll und bisweilen sarkastisch, die schonungslose Diagnose der politischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Realitäten in Deutschland mündet in ein Programm für eine bürgerliche Revolution, das über die üblichen Reformvorschläge weit hinausgeht. Zu den Eckpunkten dieser Revolution zählt Krall eine grundlegende Bildungsreform, die Rückkehr zur Wehrpflicht, die Streichung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, die Abschaffung aller Subventionen, einfache und niedrige Steuern, Machtbegrenzung für Politiker durch Haftungsregeln, die Wiederherstellung der Gewaltenteilung und der Medienfreiheit, Schutz der Privatsphäre, Wettbewerb der Währungen und damit das Ende des Euro-Systems. Weil die Corona-Krise erst nach Drucklegung des Buches ausbrach, konnte der Autor auf den Aktiencrash, den er aus anderen Gründen für 2020 prognostiziert hatte, darin nicht mehr eingehen – das hat er inzwischen in zahlreichen Videos im Internet nachgeholt. Bleibt die Frage, ob der wirtschaftliche Kollaps, den wir gerade erleben, die Chancen für eine bürgerliche Revolution verbessert oder sie nicht doch eher für lange Zeit begräbt.


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