05. Mai 2020

Modellrechnungen zu Corona-Infektionen Frisch in die Hosen geschissen!

Die fehlende Größe wird durch Zahlen der Schmierenpresse ersetzt

von Kurt Kowalsky

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Bildquelle: shutterstock Modellrechnungen zu Corona-Infektionen: Frisch in die Hosen geschissen

Der Fachgelehrte, so José Ortega y Gasset, unterscheidet sich von den mehr oder weniger Wissenden dadurch, dass er sich um nichts kümmert, was nicht in sein Fach schlägt.

Nachdem bestimmten Mathematikern durch die Schmierenpresse die Größe der angeblichen Leichenberge an anderen Orten aufgetischt wurde, verarbeiteten sie dankbar diese Zahlen in ihren Modellrechnungen.

Eine Modellrechnung folgt der anderen, und die mathematischen Laien staunen ehrfürchtig.

Freudig lächelnd, wie ein Kleinkind, das sich frisch in die Hosen geschissen hat, wird erklärt, dass eine Funktion eine Beziehung zwischen Mengen ist. Sie könne nicht gut oder schlecht, gar böse oder falsch sein. Sie sei nur.

Nichts würde sich der Fachgelehrte mehr wünschen, so die scheinheilige Ansprache, als dass die Krise morgen vorbei wäre. Aber leider, leider, sprächen die Zahlen eine andere Sprache.

Und so geht ganz im Dienste des gesundheitsfaschistischen Trends völlig unter, dass man drei Monate Zeit hatte, die Pathogenität und die Virulenz dieses Virus zu erforschen, aber nichts diesbezüglich unternommen wurde. War man doch damit beschäftigt, die Polizei aufzurüsten.

Die Pathogenität beschreibt die Fähigkeit eines Erregers, einen Organismus krank zu machen. Wieder haben wir zwei „Mengen“, das klar zu determinierende Virus und den Organismus. Es gilt, die Beziehung zwischen Virus und Organismus zu erforschen. Doch ein Organismus ist keine dumpfe Größe für eine Modellrechnung, sondern ein individualisiertes Naturwesen, was Mathematikern per se fremd zu sein scheint.

Die Pathogenität des Coronavirus ist folglich bei den Erkrankten in den Krankenhäusern sehr groß. Wie groß die Pathogenität des Virus im Durchschnitt ist, kann man nur schätzen, untersucht man eine repräsentative Menge Menschen in der Gesamtbevölkerung. Also auch solche Personen, die überhaupt nicht wissen, dass sie an dem Virus erkrankt sind oder waren. Wiederholt man eine solche Untersuchung in einem gewissen zeitlichen Abstand, lässt sich auch die Vermehrungsfähigkeit des Krankheitserregers, also seine Virulenz, recht zuverlässig messen.

Die Pathogenität an der Zahl der Infizierten einzuschätzen, unterliegt einer ähnlichen Verzerrung, da nur die Personen als infiziert in die Statistik aufgenommen werden, bei denen es einen Grund gibt, sich testen zu lassen (Statistik zweites Semester).

Da es weltweit keine repräsentative Untersuchung gibt, weil man die Kosten scheut oder die mutmaßlichen Ergebnisse nicht in das faschistoide Konzept der Unterdrückung passen, fehlt also den Damen und Herren Modellrechnern die entscheidende Größe in ihrer Modellrechnung.

Dafür hat man dann die Zahlen der Schmierenpresse oder die bereits falsifizierten Statistiken des Robert-Koch-Instituts.

Ja, da wackelt freudig der Mundschutzlappen, kann man den mathematischen Laien und dem politischen Gesindel eine Modellrechnung nach der anderen präsentieren, die sich allesamt dadurch auszeichnen, dass ihre Annahmen durchweg herbeiphantasiert wurden, was man als Fachidiot wohl gar nicht mehr mitbekommt.

Wie sagte doch der Satiriker Stanisław Jerzy Lec so treffend: „Ich stimme mit der Mathematik nicht überein. Ich meine, dass die Summe der Nullen eine gefährliche Zahl ist.“


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