22. April 2020

Deutschland und die EU in der Corona-Krise Wenn Kälber ihre Metzger wählen

Die Europäische Union hat sich als Schönwetter-Veranstaltung entpuppt

von Spoeken Kieker

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Bildquelle: shutterstock Wählen ihre Metzger selber: Deutsche Kälber

Die dümmsten Kälber, so ein altes deutsches Sprichwort, wählen ihre Metzger selber. Mehr ist über die jüngsten Umfragen nicht zu verlieren, die die Unionsparteien bei zusammen bundesweit 40 Prozent sehen. Die von ihren Systemmedien eingelullten Deutschen sind offenbar der Ansicht, dass die Regierung von Angela Merkel sie durch die Krise bringen werde und nach dem Abklingen der Pandemie alles weiter gehe wie bisher. Ein fataler Irrtum. Die Deutschen neigen allerdings dazu, allen möglichen Blödsinn zu glauben, der ihnen von diversen Regierungen eingehämmert wurde (Beispiele waren der sogenannte „Endsieg“ oder der „Sieg des Sozialismus“).

Wie es mit der Pandemie weitergeht, ist unklar. Hätte die deutsche Regierung früher versucht, die sich zeigenden Corona-Hotspots einzudämmen und bei Behandlungsmöglichkeiten und Schutzmitteln besser vorgesorgt, wäre es vielleicht nicht so schlimm geworden. Festzustellen bleibt: Es gibt keinen funktionierenden Zivilschutz in Merkel-Deutschland, und es wird auch nicht versucht, Zivilschutzstrukturen aufzubauen, um sich vor den nächsten Virus-Wellen zu wappnen.

Die Annahme, nach Abflachen der Pandemie müsse nur der Schalter umgelegt werden und alles werde so weitergehen wie bisher, ist töricht. Die deutsche Wirtschaft krankte schon vor Corona: Zu hohe Steuern, zu viel Bürokratie, verrottete Infrastruktur, schlecht ausgebildetes Personal und zu hohe Energiepreise bei unsicherer Energieversorgung sind die größten, aber beileibe nicht alle Probleme.

Wenn die Wirtschaft wieder starten soll, wird sie – im Unterschied zu vielen ausländischen Konkurrenten – weiter mit diesen Problemen belastet sein: Zu hohe Steuern, zu viel Bürokratie, verrottete Infrastruktur, schlecht ausgebildetes Personal und zu hohe Energiepreise bei unsicherer Energieversorgung. Das Rennen gegen die Konkurrenz ist nicht zu gewinnen, sondern heute schon verloren. Nicht einmal minimalistische Ansätze wie die Abschaffung des Solidaritätszuschlags bei der Steuer wurden umgesetzt. Stattdessen erhöhten die Berliner Politik-Versager just zum 1. April, als kaum noch ein Flugzeug in der Luft war, die Luftverkehrssteuer. Das ist einer der größten Streiche, seit die Bürger von Schilda das Licht in Eimern ins Rathaus schleppten, weil sie den Einbau von Fenstern vergessen hatten.

Nicht mehr auf die Beine kommen wird die EU. Die Europäische Union war mit dem Aufkommen von Corona verschwunden und hat sich als Schönwetter-Veranstaltung entpuppt – mit der deutschen Oberschwaflerin Ursula von der Leyen an der Spitze. Sie muss jetzt erleben, dass der Nationalstaat nicht tot, sondern höchst vital ist (jedenfalls außerhalb Deutschlands) und dass Grenzen schützen können. Die EU ist das bisher prominenteste Opfer des Coronavirus.

Das ahnen die Politik-Darsteller in Berlin natürlich. Als letzte Klammer ihrer Europa-Ideologie muss jetzt die Währung herhalten, die allerdings vom ehemaligen Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), dem italienischen Geldfälscher Mario Draghi, durch das Anwerfen der Notenpresse (nichts anderes sind die Ankaufprogramme) bereits weitgehend ruiniert worden ist. Seine Nachfolgerin, die Französin Christine Lagarde, lässt die Notenpresse noch schneller laufen. Die Folge wird eine gigantische Vermögensvernichtung gerade für die an ihren Sparbüchern und Lebensversicherungen klebenden Deutschen sein. Merkel und ihre Koalition werden die Verarmung der eigenen Bevölkerung durch Geldentwertung hinnehmen, weil sie andernfalls zugeben müssten, mit ihrer Europa-Ideologie gescheitert zu sein. Die Deutschen bekunden ihre Sympathie mehrheitlich mit Leuten, die sie um ihr Vermögen oder wenigstens größere Teile davon bringen werden.

Die italienische Presse freut sich schon auf den Geldsegen aus Europa, wie in der Zeitung „La Repubblica“ vom 21.04.2020 nachzulesen ist: „Bei den Finanzinstrumenten, die den schwächeren Ländern – vor allem Italien und Spanien – helfen sollen, ist das Spiel offen. Neu ist, dass in Deutschland, wo Eurobonds nach wie vor tabu sind, viele vorher harte Positionen flexibler werden.“ – „Grund ist nicht ein gutes Herz, sondern die Überzeugung – die sogar der König der Falken, Bundesbankpräsident (Jens) Weidmann, teilt –‍, dass ein zusammenbrechendes Italien das gesamte Europa der Einheitswährung destabilisieren würde. Daraus folgt, dass die Mission des italienischen Ministerpräsidenten auf dem Gipfel nicht so schwer umsetzbar ist…“

Die Metzger haben die Messer schon in den Händen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf „Die Kieker (Die Spoekenkiekerei)“.


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